Continental-Chef „Deutschland fehlt Aufbruchsstimmung“

Der Continental-Chef Elmar Degenhart vermisst in Deutschland die Aufbruchsstimmung der 60er-Jahre. „Wir ruhen uns zu gern auf den Erfolgen der Vergangenheit aus“, sagt er. Und die Politik helfe derzeit nicht sonderlich.
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Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender der Continental AG: „Wir leben davon, innovativ und wettbewerbsfähig zu sein.“ Quelle: dpa

Elmar Degenhart, Vorstandsvorsitzender der Continental AG: „Wir leben davon, innovativ und wettbewerbsfähig zu sein.“

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DüsseldorfDer Chef des Dax-Konzerns Continental befürchtet, dass Deutschland zu bequem wird. „In der Breite fehlt uns eine Aufbruchsstimmung, wie sie vor allem in den 1960er-Jahren herrschte“, sagte Elmar Degenhart in einem Interview mit dem Handelsblatt. „Uns geht es sehr gut im Vergleich zu anderen, aber wir ruhen uns zu gern auf den Erfolgen der Vergangenheit aus.“

Die Gefahr ist aus Sicht des Topmanagers groß, das oft sehr hart Erarbeitete als „allzu selbstverständlich“ zu nehmen. Eine Verbesserung durch die neue Bundesregierung sieht er „nach dem ersten Eindruck nicht“. Das neue Regierungsprogramm erzeuge jedenfalls keine Aufbruchsstimmung, besonders in der Wirtschaft. „Wir leben davon, innovativ und wettbewerbsfähig zu sein. Dabei hilft uns die Politik derzeit nicht sonderlich“, kritisiert Degenhart. „Die Lohnstückkosten sind wieder deutlich gestiegen, die Agenda 2010 wird zusehends verwässert. Instrumente wie Mindestlohn und EEG-Umlage sorgen zudem für eine noch stärkere Regulierung.“

Geschäftlich läuft es dagegen gut für den Autozulieferer und Reifenhersteller aus Hannover. „Das vierte Quartal entsprach unseren Erwartungen. Damit erreichen wir unsere Ziele von bis zu 33,5 Milliarden Euro an Umsatz und mindestens 10,5 Prozent bereinigte Ebit-Marge“, sage Degenhart. Das sei angesichts der teils schwierigen Umstände „ein schöner Erfolg“.

Die Hauptversammlung am 26. April entscheidet über die Dividende für 2013. „Auf jeden Fall können die Aktionäre mit einer Dividende rechnen, die im Rahmen unserer Ausschüttungsquote der vergangenen Jahre liegt, also zwischen 15 bis 30 Prozent des Konzernnettogewinns“, kündigte der Conti-Chef im Gespräch mit dem Handelsblatt an.

Das Autojahr 2014 sieht er vor dem Start der US-Branchenmesse in Detroit an diesem Montag „insgesamt positiv. Das Wachstum in Asien gehe weiter. Auch Nordamerika habe das Potenzial, weiter zu wachsen, so Degenhart. In Bezug auf den 2013 geschrumpften europäischen Automarkt bleibt er zurückhaltend: „Ich gehe davon aus, dass es zumindest nicht mehr schlimmer wird. Aber wie stark ein mögliches Wachstum ausfällt, wagen wir erst nach dem ersten Quartal zu sagen.“

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  • @ Herr Degenhart

    Bezeichnend für Deutschland ist was anderes. Ich möchte Ihnen das an einem (un-)lustigen Beispiel erklären.

    In einer Autozeitschrift eines großen Hamburger Verlags, war letztens eine Reportage mit Bildern über die Nutzung von eigenen Garagen, und was die Leute in Ihren Garagen so treiben beziehungsweise alles aufbewahren.

    Einige von diesen Eigentümern hatten Ordnungswidrigkeitsstrafen bekommen, weil Sie Ihre Garage nicht bestimmungsgemäß genutzt haben.

    Das ganze stelle man sich mal in den USA vor. :-))))))))

    Jobs und sein Kumpel schrauben am PC und der Sheriff kommt angeritten und verteilt Ornungswidrigkeitsstrafen. :-))))

    Merken Sie was in D falsch läuft Herr Degenhart?

    Und das ist nur ein Beispiel! Davon gibt es auf deutscher oder europäischer Ebene tausende von Beispielen.

    Wir können nur froh sein, dass Carl Benz damals nicht mit dem Behörden in dem Punkt herumplagen mußte.

    Sonst hätten wir in D nach der Elektronik- und der Textilindustrie ohnehin nur noch Kartoffeln zu pflanzen. ;-)

    Also Herr Degenhart, immer schön locker bleiben und durch die Hose atmen. ;-)

    Egal in welcher sozialen Stelle sie in der Hackordnung stehen, es werden Zeiten anbrechen da werden auch Sie sich nur noch wundern und die Augen reiben.

  • Zitat Degenhart: " „In der Breite fehlt uns eine Aufbruchsstimmung, wie sie vor allem in den 1960er-Jahren herrschte“"

    Na, raten Sie mal warum. Kleiner Tipp:

    Durchschnittslohn- und Gehaltssteigerung in D (brutto), 1960 bis 1965: 51,9 %
    Durchschnittslohn- und Gehaltssteigerung in D (brutto), 2008 bis 2013: 6,3%

    (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/164047/umfrage/jahresarbeitslohn-in-deutschland-seit-1960/)

    Na, klingelt’s? Die Darstellung dürfte doch managementkompatibel sein.

  • Aufbruchstimmung wozu bzw zu welchen Ufern? Um Hatz IV für ganz Europa bezahlen zu düren, alle Banken finanieren zu dürfen, nichtsnutzuge Politiker und deren Renten bezahlen zu dürfen, die EU-Bütokratie (die niemand braucht) bezahlen zu dürfen, usw.? Sind das die Ziele des Aufbruchs?
    Wenn ja, was ist dann der Dank? Alle Deutsche werden dann als Nazis beschimpft und beleidigt, wie Frau Merkel auch schon erfahren durfte.
    Ich würde sagen, dafür lohnt sich kein Aufbruch sondern nur noch der Abruch!

  • Ja stimmt, wir brauchen eine Aufbruchstimmung:
    1. Unternehmen, die nur noch unbefristete Vollzeitarbeitsplätze mit Tarifentlohnung anbieten und Teilzeit nur auf ausdrücklichen Wunsch z.B. für Eltern oder Pflegende ermöglichen.
    2. Investitionen in F&E, in neue Maschinen und in das Wissen der Mitarbeiter
    3. Patriotismus der Konzerne - im Sinne von Geschäft in Deutschland = Steuerzahlung in Deutschland
    4. Karrieremöglichkeiten allein nach Können und nicht nach Seilschaft oder Golfclubzugehörigeit.
    5. Begrenzung der Verlustvorträge auf drei Jahre und Versagung der Verlustverrechnung nach Mantelkäufen.
    6. Begrenzung der Managereinkünfte auf das 10-fache des Medianlohns im Unternehmen
    7. Begrenzung der Betriebsrenten für Manager auf die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung
    8. Beim Mindestlohn gesetzliche Klarstellung, dass das Tarifgefüge nicht mit verschoben werden darf - sonst gibt es tatsächlich die vom IFO-Institut befürchtete Gefährdung von Arbeitsplätzen.

  • Aufbruchstimmung vermißt, warum?
    Vorschriften, Regulierugnen, Steuerwahnsinn, Gängelung,
    keine eigene Währung, darum!
    Der Beamtenapparat in Deutschland und der EU frißt uns auf! Staatsschulden, keine Rücklagen für Politiker- und
    Beamtenpensionen usw.
    Kaufkraft fehlt seit der Euroeinführung. Vermögensverluste durch Halbierung der Einkommen und Ersparnisse, keine Verzinsung für mühsam angespartes Kapital, noch Fragen?

  • Man schaue sich die Staats- und Steuerquote in den 60igern an, das erklärt alles. An der Innovation der Unternehmen liegt es jedenfalls nicht.

    Damals war D fiskalpolitisch auf Augenhöhe mit der Schweiz. Die letzten Jahrzehnte wurden Sozialaufwand und Verwaltungsaufwand/Pensionsbelastungen, Regulierungen massiv in D nach oben geschraubt. Seither driften die Lebensverhältnisse in CH u. D auseinander. Mein persönliches Fazit: Leistung lohnt sich in D finanziell nicht mehr.

  • Na sowas aber auch. Bei einer derart fortschrittlichen Regierung mit vorbildlichen Mitgliedern muß der Aufbruch doch unmittelbar bevorstehen. Solche Macher wie Pofalla zeigen uns doch, wie es geht. Aufbruch- und Goldgräberstimmung herrscht in der Polit-Kamerilla und bei ihren Befehlsgebern aus der Finanzbranche. Die sog. breite Masse darf den Segen bezahlen. Aber die will es ja so.... wählt sich doch die Enteigner mit schöner Regelmäßigkeit wieder.

  • Dieser Blöde Spruch von Aubruchstimmung kann ja nur von einem Systemprofiteur oder einem altgedienten Politheini kommen. Ich bin jetzt im Rentenalter zu meiner Zeit hatten wir die Aufbruchstimmung. Fühlte man sich auf einer Arbeitsstelle nicht mehr wohl hatte man ruch zuck eine andere Stelle. Man war Sozial über Arbeitslosenhilfe abgesichert. Da brauchte man keinen von der Arge in seinen Hintern sehen zu lassen ob da noch nicht irgendwo ein paar Groschen rum lagen. Eben feste soziale Sicherung. Das hat die sogenannten Sozialdemokraten abgeschafft. Vollzeitarbeitsplätzen wo der Verdienst aufgestockt werden muß. DAS GAB ES DAMALS NICHT. IST DAS DER FORTSCHRITT. Nein das ist gezielte Ausbeutung der Arbeitnehmer durch über Parteispenden und spätere schöne Posten gekaufte Politiker. Das ist wie einer Bananerepublik nur das es bei uns legal sein soll weil die Gesetze eben so gemacht wurden das es geht. Die Gonaven sitzen nicht mehr nur im Knast. Laufen sie nicht als Banker oder altgediente Politiker, mit Nadelstreifen getarnt herum. Kommt nicht immer mehr wie die interessierte Kaste sagt qualifiziertes Personal aus den neu angeschlossenen EU Ländern zu uns um in den Deutschen Sozialsystemen für Umsatz zu sorgen. Einige Monate eine Scheinselbständigkeit und schon rollt das Geld. Keine Sorge, das werden die gekauften Politspitzen und die Medien für die man mittlerweile Zwangsmitglied über Gesetz geworden ist schon schönreden. Heute muss jeder der eine Familie gründet mit seinem Bankrott rechnen wenn er mal das Pesch hat Arbeitslos zu werden. Ferner sind anscheinend nur noch wahnsinnige Finanzphantasten am Werk die uns über schöngerechnete Irrsinnsprojekte, ohne jemals dafür einstehen zu müssen, in eine unerträgliche Verschuldung treiben. Dieser Gesellschaftliche Wandel ist kein Fortschritt , es ist einfach nur zum Kotzen. Die MAFIA ist auch in der Politik tätig , wäre vieles nicht so wie es ist. Es ist eben so weil es so sein soll sonst würde man es ja anders regeln.

  • Diese sogenannten Investoren haben sich in Deutschland doch mittlerweile schon mehr als genug ausleben dürfen. Mit der Unternehmenssteuerreform im Jahr 1999 wurde es den Investoren doch ermöglicht, das Unternehmen steuerfrei zu verkaufen. So sollte ein besseres Klima für Investoren geschaffen werden und Deutschland sollte davon profitieren.

    Das Resultat war eine Invasion von Heuschrecken, die mittelständische Unternehmen mit viel Fremdkapital gekauft haben, den Kredit anschließend dem Unternehmen aufgebürdet haben. In der Folgezeit wurde versucht die maximale Rendite aus dem Unternehmen herauszuziehen, um das Unternehmen anschließend zu einem hohen Preis an die nächste Heuschrecke zu verkaufen. Meistens haben diese Investoren dafür gesorgt, dass nur noch die allernötigsten Investitionen getätigt wurden, sodass das Fundament des Unternehmens ebenfalls geschwächt wurde.

    Man muss meiner Meinung nach nicht jedes Kapital anlocken. Kapital, um ein zukunftsfähiges Unternehmen aufzubauen, ist natürlich willkommen. Die Heuschrecken braucht allerdings niemand. Investoren haben hier in Deutschland bereits perfekte Bedingungen, viel besser als in anderen Ländern. Denen braucht man nicht noch mehr in den Hintern kriechen.

  • Aufbruch wohin denn ?

    Die Mittelschicht wird ausgenommen wie eine Weihnachtsgans.

    Wer heute in der Mittelschicht lebt, wird in der Regel schlechter leben, als die eigenen Eltern und schlechter abgesichert sein.

    Im Zeitalter der Rettungsschirme und der finanzielle Repression bist Du entweder Millionär oder Hartz 4 – dazwischen gibt es immer weniger, was sich lohnt und Freude macht.

    Zivilgesellschaftliches Engagement lohnt sich immer weniger. Brüssel und die Konzerne bestimmen die Spielregeln, nicht die Bürger. Der NSA regiert. Und welche Banken und Hedgefonds den NSA regieren, bleibt unklar.

    Deutschland löst sich als nationaler Identifikationsraum auf. Und für Mario Draghi, Jose Barroso und Martin Schulz wird und will keiner aufbrechen. Diese Herren sind zum E R brechen.

    Die Verwirrung der Begriffe greift um sich beginnend mit „Political Correctness“, „Gender Mainstreaming“ und 2 Energiewenden in nur 180 Tagen. Freie und / oder soziale Marktwirtschaft war gestern. Heute leben wir in einer zerstörten Gesellschaft und in einer zerstörten Demokratie.

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