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Corona-Pandemie Zwischenanalyse: Impfstoff von Astra-Zeneca ist sicher und wirksam

Der Pharmakonzern veröffentlicht Daten der fortgeschrittenen Impfstoffstudie. Der Impfstoff des Unternehmens soll wirken und gut verträglich sein.
08.12.2020 - 17:43 Uhr Kommentieren
Das Unternehmen hat begonnen, Zulassungsanträge bei allen Behörden rund um den Globus einzureichen, die Verfahren für bedingte Zulassungen etabliert haben. Quelle: dpa
Astra-Zeneca

Das Unternehmen hat begonnen, Zulassungsanträge bei allen Behörden rund um den Globus einzureichen, die Verfahren für bedingte Zulassungen etabliert haben.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der britische Pharmakonzern Astra-Zeneca hat die Daten der Zwischenanalyse aus seiner fortgeschrittenen Corona-Impfstoffstudie in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht. Damit können Experten in aller Welt die Daten zum gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelten Impfstoff einsehen.

Bei der Telefonkonferenz mit Journalisten sagte Professor Andrew Pollard, zuständiger Direktor der Oxford Vaccine Group, dass die halbe Dosierung des Impfstoffs in einem der beiden Studienarme nicht geplant gewesen sei – und räumte damit einen Fehler ein.

Astra-Zeneca hatte bereits Ende November erste Ergebnisse der Zwischenauswertung per Pressemitteilung veröffentlicht, die sowohl unter Experten als auch bei Analysten für Diskussionen gesorgt hatten. Denn der Impfstoff zeigte – abhängig von der Dosierung – einen unterschiedlichen Wirkungsgrad. Wenn zwei volle Dosen im Abstand von mindestens einem Monat verabreicht wurden, konnte laut Astra-Zeneca das Infektionsrisiko um 62 Prozent gesenkt werden. Wurde bei der ersten Impfung nur eine halbe Dosis verabreicht, ergab sich eine Wirksamkeit von 90 Prozent.

Wie Pollard weiter sagte, habe man die Impfung mit der halben Dosis den Zulassungsbehörden gemeldet und gemeinsam das weitere Vorgehen der Studie abgesprochen, indem die Gruppe der Probanden, die die halbe Impfdosis bekommen hatte, in einem zweiten Studienarm zusammengefasst wurde.

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    Für die Forscher und Astra-Zeneca ist die wichtigste Botschaft aus den Daten der Zwischenanalyse, dass der Impfstoff wirkt und gut vertragen werde. „Die Resultate zeigen, dass das Vakzin gegen Covid-19 wirkt“, sagte Astra-Zeneca-Chef Pascal Soriot. Man habe keine ernsten Infektionen und Krankenhauseinweisungen bei den geimpften Probanden gehabt.

    Das Unternehmen hat begonnen, auf Basis der Daten Zulassungsanträge bei allen Behörden rund um den Globus einzureichen, die Verfahren für bedingte Zulassungen etabliert haben. Solche Zulassungen erlauben es, Arzneimittel vor Abschluss der klinischen Prüfung auf den Markt zu bringen.

    Gelieferte Daten sind im Vergleich weniger umfangreich

    In Europa läuft bereits ein sogenanntes rollierendes Zulassungsverfahren. Ein weiteres Ziel ist die Aufnahme in die Notfallliste der WHO, um eine beschleunigte Verfügbarkeit in Entwicklungsländern zu ermöglichen.

    Die Wirksamkeit des Impfstoffs von Astra-Zeneca liegt unter der der Vakzine von Pfizer Biontech und Moderna, die auf rund 95 Prozent kommen. Diese Impfstoffe basieren auf der Technologie der Messenger-RNA, während Astra-Zenecas Vakzin ein Vector-Impfstoff ist.

    Dabei wird der Impfstoff mit einer abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen in den Körper gebracht. Die Forscher der Oxford-Universität untersuchten weiterhin mögliche Gründe für die unterschiedliche Wirksamkeit der Impfstoffdosis.

    Grafik

    Insgesamt sind die Daten der Briten bisher weniger umfangreich als die Informationen der beiden Konkurrenten aus dem mRNA-Lager. Zwar ist Astra-Zeneca dabei, den Impfstoff an weltweit insgesamt 60.000 Studienteilnehmern zu prüfen – getestet werden soll das Produkt unter anderem in den USA, in Japan, Russland, Südafrika, Kenia und Lateinamerika.

    Die jetzt vorgelegten Daten basieren allerdings auf der Behandlung von 11.636 Studienteilnehmern in Großbritannien und Brasilien. Demgegenüber hat Biontech Daten von knapp 44.000 Probanden und Moderna über gut 30.000.

    Astra-Zeneca will zusammen mit verschiedenen Produktionspartnern bis zum Jahresende bereits ein paar Hundert Millionen Dosen produzieren, im nächsten Jahr sollen dann bis zu drei Milliarden Einheiten des Impfstoffs produziert werden.

    Der britische Konzern hat bereits Lieferverträge mit verschiedenen Ländern über insgesamt mehr als eine Milliarde Dosen vereinbart. Unter anderem hatte auch die EU vorab 300 Millionen Dosen geordert – mit der Option, bei Bedarf zusätzlich weitere 100 Millionen Einheiten zu beziehen. Während der Pandemie will Astra-Zeneca den Impfstoff zum Selbstkostenpreis abgeben.

    Mehr: Astra-Zeneca-Impfstoff zu 70 Prozent wirksam – Dosierungsfehler könnte sich als Glück erweisen.

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