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Corona-Prävention Neues Investitionsprogramm: Evonik will vom Boom der Impfstoffe profitieren

Nicht nur Biontech braucht Zulieferungen von Evonik, um den Corona-Impfstoff zu produzieren. Darum will der Spezialchemieriese die Produktion hochfahren.
07.12.2020 - 09:50 Uhr Kommentieren
Der Spezialchemieriese liefert Bestandteile des Corona-Impfstoffs. Quelle: dpa
Spezialchemiekonzern Evonik

Der Spezialchemieriese liefert Bestandteile des Corona-Impfstoffs.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Neue Impfstoffe gegen Corona machen Hoffnung, dass die Corona-Pandemie bald beherrschbar sein könnte. Von den weltweit Milliarden nötigen Impfungen will auch der Spezialchemiehersteller Evonik profitieren und seine Position als Zulieferer der großen Hersteller stärken. Wie es in Konzernkreisen heißt, haben die Essener dazu in der vergangenen Woche ein neues Investitionsprogramm beschlossen.

Es sieht im ersten Schritt den Ausbau der bestehenden Produktionsstätten im kanadischen Vancouver und in den USA vor. Evonik fertigt dort sogenannte Liquid-Nanopartikel (LNP). Diese Trägerstoffe sind entscheidend, damit mRNA-Impfstoffe wie die von Biontech überhaupt funktionieren.

Biontech ist der erste Hersteller, der einen Impfstoff gegen Corona auf den Markt bringen wird. In Großbritannien haben die Mainzer und ihr Partner Pfizer bereits eine Notfallzulassung erhalten. In dieser Woche wird mit einer Freigabe zum sofortigen Einsatz in den USA gerechnet.

Die Hersteller haben längst mit der Produktion der Impfstoffe begonnen, um nach einer Zulassung direkt ausliefern zu können. Davon hat Evonik als Zulieferer profitiert, denn zum Kundenkreis der Essener gehören neben Biontech alle großen mRNA-Spezialisten, wie es in Branchenkreisen heißt.

Bei der mRNA-Technik besteht der Impfstoff aus einem speziellen Botenmolekül (mRNA), das in den Körper injiziert wird und dort in Zellen eindringt. Diese produzieren dann einzelne Bestandteile des Coronavirus, auf die das Immunsystem des Menschen reagiert und Antikörper produziert. Damit soll der Impfschutz hergestellt werden.

Hoffnung im Kampf gegen Krebs und Malaria

Die Technologie von Evonik kommt beim Transport der mRNA-Moleküle im Körper zum Tragen. Die Botenstoffe sind sehr fragil und brauchen auf ihrem Weg in die Zellen einen Schutz. Dieser Transportkoffer wird aus Lipid-Nanopartikeln hergestellt, letztlich also aus einer Fett- und Wachsschicht rund um die mRNA.

Im kanadischen Vancouver hat sich parallel zum Aufkommen der mRNA-Technik in den vergangenen Jahren ein Zentrum für die Herstellung dieser LNP gebildet. Evonik hat 2016 die in Vancouver ansässige Firma Transferra Nanosciences gekauft und übernimmt seither die komplette Anwendungsentwicklung von mRNA-Produkten für die Pharmabranche.

Jetzt wird dieser Teilbereich des Healthcare-Segments von Evonik zum strategischen Wachstumsgeschäft der Essener. Für die sogenannte Drug-Delivery-Technologie bei genbasierten Therapien, zu denen die Impfstoffe zählen, erwartet der Konzern in den nächsten Jahren einen Umsatz in deutlich dreistelliger Millionenhöhe, wie es in den Unternehmenskreisen weiter heißt.

Wie viel Geld Evonik in den Ausbau investieren wird, ist noch nicht bekannt. Es ist aber absehbar, dass die Essener auch einen weiteren Produktionsstandort für LNP hochziehen werden. Denn die mRNA-Technik gilt nicht nur bei den Corona-Impfstoffen als großer Hoffnungsträger, sondern auch beim Einsatz gegen Krebs oder Malaria.

Wo eine solche neue Anlage entstehen könnte, ist offen. Kanada und die USA locken Hersteller wie Evonik mit gezielter Förderung. Für einen Standort in Europa hingegen spricht die logistische Nähe, da auch hier immer mehr Fabriken für mRNA-Stoffe entstehen.

Mehr: So wollen die Bundesländer Millionen von Bürgern gegen Corona impfen

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