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Corona-Schutzausrüstung Mischkonzern 3M startet Herstellung von FFP2-Masken in Hilden

Die neue Anlage soll 150 Millionen Masken pro Jahr produzieren. Zentraleuropachef Dirk Lange rechnet auch nach Corona mit mehr Nachfrage nach Schutzausrüstung.
01.04.2021 - 04:00 Uhr Kommentieren
Der Mischkonzern 3M startet eine neue FFP2-Maskenproduktion in Hilden bei Düsseldorf und will dort 150 Millionen Masken pro Jahr herstellen. Quelle: 3M
3M-Werk in Hilden

Der Mischkonzern 3M startet eine neue FFP2-Maskenproduktion in Hilden bei Düsseldorf und will dort 150 Millionen Masken pro Jahr herstellen.

(Foto:كM)

Düsseldorf FFP2-Schutzmasken sind mittlerweile in jedem Supermarkt erhältlich. Von Engpässen wie im vergangenen Jahr ist für die Verbraucher fast nichts mehr zu spüren. Auf der Produktionsseite sieht die Lage aber noch anders aus. Deshalb hat der US-Mischkonzern 3M im nordrhein-westfälischen Hilden eine neue Produktionsstätte für FFP2-Masken hochgezogen.

Große Hersteller wie 3M können nach wie vor nicht alle Kundenanfragen bedienen, wie Zentraleuropachef Dirk Lange sagt: „Wir haben immer noch einen Auftragsüberhang, obwohl wir unsere Produktion massiv ausgebaut haben. Wir liefern unsere Atemschutzmasken auch weiterhin vorrangig an das Gesundheitswesen und unsere systemrelevanten Industriekunden etwa in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie.“

Lange führt bei dem US-Konzern 3M seit etwas mehr als einem Jahr die Region Zentraleuropa mit Verantwortung für die Länder Deutschland, die Niederlande, Belgien, Österreich und die Schweiz.

Ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag wurde laut Lange in den Aufbau der Fertigung investiert; mit finanzieller Unterstützung aus einem Hilfsprogramm der Bundesregierung, die nach den Engpässen bei Schutzausrüstung im vergangenen Jahr ein Interesse am Ausbau lokaler Fertigungsanlagen hat.

Wenn die Anlage am Ende des zweiten Quartals vollständig hochgefahren sein wird, soll eine Jahreskapazität von 150 Millionen FFP2-Masken pro Jahr erreicht werden. 3M wird von der neuen Anlage aus Kunden in Europa beliefern. Hilden ist damit ein wichtiger Standort der weltweiten Maskenproduktion des Unternehmens, das seine Kapazitäten in der Corona-Pandemie von 500 auf zwei Milliarden Atemschutzmasken ausgebaut hat.

Schutzmasken könnten in Erkältungszeit schützen

In Deutschland haben viele andere Hersteller von Schutzausrüstung wie etwa Drägerwerk aus Lübeck oder das Familienunternehmen Skylotec aus Neuwied ebenfalls ihre Schutzmasken-Produktion ausgebaut. Auch branchenfremde Unternehmen wie der Unterhaltungselektronikhersteller Technisat aus Daun sind in die Fertigung von FFP2-Masken eingestiegen.

Nach der Pandemie wird die Nachfrage nach Masken wieder zurückgehen. Damit rechnet auch 3M-Manager Lange. Dennoch geht er davon aus, dass der Bedarf an Schutzausrüstung insgesamt signifikant höher sein wird als vor der Pandemie. „Wir haben bisher nach Pandemien immer erlebt, dass die Nachfrage ein höheres Plateau erreicht hat. Wir gehen davon aus, dass sich künftig mehr Menschen auch in Europa in der Erkältungszeit mit Masken schützen“, sagt er.

Außerdem hätten Regierungen und auch Unternehmen ihre Vorratshaltung ausgebaut und ein hohes Interesse an Liefersicherheit. „Insofern habe ich keinen Zweifel daran, dass die Anlage in Hilden ausgelastet sein wird“, sagt Lange.

Der US-Konzern 3M, die Minnesota Mining and Manufacturing Company mit zuletzt 32 Milliarden Dollar Jahresumsatz, hat ein sehr breites Portfolio. Insgesamt bietet das Unternehmen mehr als 55.000 Produkte auf Basis verschiedener Technologieformen an. Die Palette reicht von Klebstoffen über chemische Materialien und Halbleiter bis hin zu Produkten zum Reinigen und Renovieren. Endverbraucher kennen die Klebstoffmarke Scotch und die Haftklebezettel Post-it.

Die bunten Klebezettel wurden in der Pandemie übrigens weniger nachgefragt als sonst, sagt 3M-Manager Lange. Denn viele Büros weltweit sind nicht besetzt, weil die Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten.

3M-Umsatz in Zentraleuropa geht leicht zurück

Auch bei 3M in der Deutschlandzentrale in Neuss sind derzeit meist nur etwa 100 der sonst 1600 Mitarbeiter vor Ort. Hinzu kommen die rund 600 Mitarbeiter im Forschungszentrum, die im Wechselmodell zur Arbeit kommen. Neuss ist einer der größten Forschungsstandorte des Unternehmens außerhalb der USA.

Während der Konzern weltweit seinen Umsatz stabil hielt, sank der Umsatz in der Region Zentraleuropa um vier Prozent auf 3,4 Milliarden US-Dollar, was umgerechnet rund drei Milliarden Euro entspricht. Deutschland steuert knapp 2,3 Milliarden Euro dazu bei.

„Wir hatten wie die gesamte Industrie angesichts des Lockdowns ein sehr schwieriges zweites Quartal. Dank eines guten vierten Quartals haben wir das Jahr dann aber mit Schwung beendet“, sagt Lange. Auf das ganze Jahr gesehen waren Produkte für die Automobilproduktion weniger gefragt, ebenso Büroartikel. Allerdings gab es eine höhere Nachfrage nach Baumarkt- und Hygieneprodukten, zu denen neben Masken auch Brillen, Atemschutzgeräte und Reinigungsmittel gehören.

Für das laufende Jahr ist der 3M-Manager aber zuversichtlich: „Wir sind gut in das Jahr gestartet und wollen den Rückgang des vergangenen Jahres mehr als aufholen und damit beim Umsatz über das Niveau von 2019 wachsen“, sagt Lange. Große Wachstumschancen sieht das Unternehmen rund um das Thema E-Mobiliät. Die Technologien von 3M sind bei Leichtbau, Batteriesicherheit und Displays gefragt. Außerdem will Lange in den Bereichen Gesundheitswesen und Arbeitsschutz verstärkt wachsen.

Mehr: Hohe Nachfrage nach FFP2-Masken – Hersteller weiten Produktion aus

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