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Corona-Vakzin Mehr Impfstoff für Europa: Astra-Zeneca will in Dessau investieren

Mit einer zusätzlichen Produktionsanlage will Astra-Zeneca die Impfstoffherstellung vorantreiben. Bis die neuen Kapazitäten zur Verfügung stehen, dauert es allerdings noch.
10.02.2021 Update: 10.02.2021 - 15:59 Uhr Kommentieren
Der britisch-schwedische Pharma-Konzern will die Produktion seines Vakzins massiv ausweiten. Quelle: AFP
Impfstoff von Astra-Zeneca

Der britisch-schwedische Pharma-Konzern will die Produktion seines Vakzins massiv ausweiten.

(Foto: AFP)

Brüssel/Dessau Der Dessauer Auftragsfertiger IDT Biologika will den britisch-schwedischen Pharmakonzern Astra-Zeneca bei der Herstellung seines Covid-19-Impstoffs unterstützen. Die beiden Unternehmen prüften Möglichkeiten zur Beschleunigung der Herstellung des Vakzins, teilten Astra-Zeneca und IDT am Mittwoch mit.

Geplant sei eine gemeinsame Investition zum Aufbau zusätzlicher großer Wirkstoffkapazitäten am Hauptsitz von IDT in Dessau. Details der Zusammenarbeit sollen in den kommenden Wochen festgelegt werden, nachdem bereits am vergangenen Freitag eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet wurde.

IDT kündigte an, einen dreistelligen Millionenbetrag für die Kapazitätserweiterung in die Hand nehmen zu wollen, die unter anderem die Installation von bis zu fünf 2000-Liter-Bioreaktoren umfasst. Darin könnten mittelfristig pro Monat mehrere zehn Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffs von Astra-Zeneca oder anderer Impfstoffe mit ähnlichen Herstellungsverfahren produziert werden.

Nach Einschätzung von IDT entstehen dadurch die größten Kapazitäten dieser Art in Europa. Die neuen Anlagen sollen voraussichtlich Ende 2022 in Betrieb gehen. In welchem Umfang sich Astra-Zeneca an den Kosten beteiligt, wird noch verhandelt.

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    IDT Biologika musste zuletzt einen Rückschlag bei der Entwicklung ihres eigenen Covid-19-Impfstoffs hinnehmen. Das Vakzin war in einer ersten klinischen Prüfung nicht wirksam genug und IDT musste einräumen, dass sich die weitere Entwicklung verschiebt. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, das Unternehmen könnte für Russland den Impfstoff Sputnik V herstellen.

    IDT hatte daraufhin erklärt, mit verschiedenen Impfstoffherstellern in Verhandlung zu stehen, „um die große Herausforderung einer zuverlässigen Impfstoffbereitstellung gemeinsam zu meistern.“ Geschäftsführer Jürgen Betzing wies beim Impfgipfel nach Teilnehmerangaben bereits darauf hin, dass man Impfstoff etwa von Astra-Zeneca produzieren könne.

    IDT Biologika ist ein Auftragshersteller, der biopharmazeutische Unternehmen bei der Produktentwicklung, der Herstellung von klinischen Prüfmustern und der kommerziellen Herstellung ihrer Produkte unterstützt. Das Unternehmen gehörte mit seinem Vakzin neben den mRNA-Impfstoffherstellern Biontech und Curevac zu den Projekten, die vom Bund im Herbst für ein rund 750 Millionen Euro schweres Sonderprogramm zur Beschleunigung der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs in Deutschland ausgewählt wurden. IDT sollte aus dem Programm rund 114 Millionen Euro erhalten.

    Mehr: Der russische Impfstoff Sputnik V dürfte für Europa zu spät kommen

    • dpa
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