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Coronakrise Autozulieferer Hella baut nach Verlust 900 Arbeitsplätze ab

Das Familienunternehmen bekommt die Coronakrise zu spüren. Nun will der Autozulieferer aus Lippstadt Stellen in Verwaltung und Entwicklung streichen.
28.07.2020 Update: 28.07.2020 - 12:41 Uhr Kommentieren
Der Autozulieferer baut 900 Stellen ab. Quelle: dpa
Hella in Lippstadt

Der Autozulieferer baut 900 Stellen ab.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Autozulieferer Hella stellt sich auf ein langes Tief in der Branche ein und will am Firmensitz in Lippstadt bis Ende 2023 rund 900 Arbeitsplätze abbauen. Betroffen sind vor allem die Verwaltung und Entwicklung. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. „In einem ohnehin schon rückläufigen Marktumfeld ist unsere Geschäftsentwicklung in diesem Jahr durch die Covid-19-Pandemie zusätzlich belastet worden“, sagt Hella-Chef Rolf Breidenbach. „Daher führt an weiteren strukturellen Anpassungen kein Weg vorbei.“

Bereits im März hatte das Unternehmen aus Lippstadt für einen Teil seiner Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt. Doch offenbar reicht diese Maßnahme nicht aus. Das laufende Kostenprogramm werde laut Breidenbach nun weiter forciert. Neben der Kurzarbeit hat das Management ein noch strikteres Kostenkontrollprogramm eingeleitet. „Dadurch konnten wir den harten Markteinbruch durch Corona abfedern, jedoch die damit verbundenen Einbußen wie absehbar nur teilweise kompensieren.“

Hella zählt mit einer geringen Verschuldung und einer Eigenkapitalquote von fast 45 Prozent finanziell zu den gesündesten Unternehmen in der Zuliefererbranche. Die personellen Einschnitten sind daher auch ein Hinweis darauf, was Zulieferern mit einer angespannteren Finanzsituation infolge der Coronakrise drohen dürfte.

Neben dem angekündigten Stellenabbau veröffentlichte Hella zudem sein vorläufiges Ergebnis für das laufende Geschäftsjahr, das am 31. Mai endete. Demnach ist der Umsatz um 14,3 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro eingebrochen. Das bereinigte Ebit hat sich von 572 Millionen auf 233 Millionen Euro mehr als halbiert. Die Ebit-Marge liegt nur noch bei vier Prozent.

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    Unter dem Strich landete Hella in der Verlustzone: Weil das Unternehmen davon ausgeht, dass die eigenen Fabriken nicht so stark ausgelastet sein werden wie vor der Krise, schrieb es gut eine halbe Milliarde Euro auf die Produktionsanlagen ab. Das führte zu einem Ebit von minus 343 Millionen Euro.

    „So sozial verträglich wie möglich“

    „Wir haben in den letzten Jahren bereits viel unternommen und unsere Kostenbasis kontinuierlich verbessert. Im Zuge dessen haben wir seit August 2018 auch unsere weltweite Belegschaft um rund 5400 Stellen reduziert“, sagt Konzernchef Breidenbach. Ein Großteil dieser Stellen wurde im Ausland abgebaut. Nun aber würden laut einem Hella-Sprecher auch deutsche Standorte in den Fokus rücken.

    Vom Personalabbau, der laut Hella „so sozial verträglich wie möglich“ umgesetzt werden solle, erhofft sich das Management um Rolf Breidenbach nun ein jährliches Einsparpotenzial von 140 Millionen Euro. Der größte Teil davon wird voraussichtlich ab dem Geschäftsjahr 2022/2023 wirksam. Die Kosten für diese Restrukturierungsmaßnahme dürften bei etwa 240 Millionen Euro liegen.

    Trotz der Corona-bedingten Unsicherheiten gibt Hella einen Ausblick für das kommende Geschäftsjahr 2020/2021. Beim Umsatz erwartet der MDax-Konzern keine große Erholung. Dieser soll im Bereich zwischen 5,6 und 6,1 Milliarden Euro liegen. Die Ebit-Marge schätzt der Zulieferer auf vier bis sechs Prozent.

    Mehr: In diesen Branchen ist die Furcht vor der Pleite am größten.

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