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Coronakrise Continental verschiebt Hauptversammlung und wird von Moody's abgestraft

Der Zeitplan für die Abspaltung der Antriebssparte gerät damit durcheinander. Die Ratingagentur senkt den Ausblick. Die Telekom hält dagegen an ihrem Aktionärstreffen fest.
13.03.2020 Update: 13.03.2020 - 17:41 Uhr Kommentieren
Als erster Dax-Konzern verschiebt der Zulieferer seine Hauptversammlung. Quelle: dpa
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Als erster Dax-Konzern verschiebt der Zulieferer seine Hauptversammlung.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Das Corona-Virus bringt die Pläne von Continental durcheinander. Der Autozulieferer verschiebt als erster Dax-Konzern seine Hauptversammlung (HV), die am 30. April stattfinden sollte. „Die Veranstaltung wird innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist von acht Monaten nach Beginn des Geschäftsjahres stattfinden. Der genaue Termin wird zu gegebener Zeit bekannt gegeben“, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns.

Grund für die Verschiebung der HV sei das Verbot von Großveranstaltungen in Niedersachsen infolge der Coronavirus-Pandemie. Der Continental-Vorstandsvorsitzende Elmar Degenhart zeigte Verständnis für die behördliche Anordnung: „So sehr wir die Verschiebung unserer Hauptversammlung bedauern, so sehr unterstützen wir das Bestreben der Behörden, die Ausbreitung der Coronavirus-Infektion einzudämmen. Wir bitten alle Beteiligten um Verständnis für die Verschiebung unserer Jahres-Hauptversammlung in einer solchen Ausnahmesituation.“

Continentals Beschluss dürfte Signalwirkung auf die anderen Dax-Konzerne haben, die ebenfalls in den kommenden Wochen Hauptversammlungen einberufen. Am frühen Abend hat auch Daimler entschieden, seine für den 1. April geplante Aktionärsversammlung auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Die Deutsche Telekom hingegen hält zunächst an ihren Plänen fest.

Für Continental ist es ein bittere Entscheidung, da die Aktionäre auf der Hauptversammlung über die Zukunft der Antriebssparte Vitesco Technologies abstimmen sollten. Die ehemals als Continental Powertrain bekannte Sparte sollte im Rahmen eines Spin-offs ab September ein eigenständiges Unternehmen werden.

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    Kurz nach Bekanntgabe der Verschiebung der Hauptversammlung folgte die nächste Hiobsbotschaft: Die Ratingagentur Moody's hat das Rating von Conti herabgestuft von Baa1 auf Baa2 und verpasst dem Konzern eine negativen Ausblick. Moody's begründet die Herabstufung mit dem sich immer stärker verschlechterndem wirtschaftlichen Umfeld für europäische Autozulieferer.

    Dabei steige laut Matthias Heck, bei Moody's als Analyst für Continental zuständig, besonders beim Zulieferer aus Hannover der Druck auf die Gewinnmargen und die Finanzen insgesamt. Die Entwicklung des Autosektors berge laut Heck 2020 und darüber hinaus größere Unsicherheiten. Das Coronavirus wiederum beeinträchtige die Konsumentenstimmung. Insgesamt dürfte es für Conti daher herausfordernd sein, selbst das auf Baa2 gesenkte Rating zu halten. Moody's attestiert dem Zulieferer daher einen negativen Ausblick.

    Ein schlechteres Rating erschwert Konzernen die Finanzierungsmöglichkeiten. Conti muss daher unter Umständen höhere Finanzierungskosten einplanen.

    Aufsichtsrat tagt am Dienstag

    Von Konzernseite heißt es, dass sich mit der Verschiebung der Zeitpunkt für die Beschlussfassung von Aufsichtsrat und Hauptversammlung über die geplante Abspaltung des Antriebgeschäfts mit anschließender Börsennotierung ändere. Auch die Abstimmung über die vorgeschlagene Dividende von vier Euro pro Aktie verschiebt sich auf unbestimmte Zeit.

    Am Dienstag kommt der Aufsichtsrat von Continental zusammen. Dort sollte in einer Abstimmung der Weg für die Vitesco-Abspaltung von Kontrolleursseite freigemacht werden. Die Hauptversammlung hätte Ende April die Entscheidung finalisiert. In der Aufsichtsratssitzung dürfte nun neben der Abstimmung auch die Verschiebung der HV und der geänderte Zeitplan für Vitescos Abspaltung auf der Tagesordnung stehen.

    Die Antriebssparte ist ein zentraler Baustein im Umbauplan des Dax-Konzerns. Continental strebt eine Holding-Struktur an, wobei für Vitesco ursprünglich ein Teilbörsengang vorgesehen war. Der sollte im vergangenen Jahr stattfinden. Doch schwächelnde Finanzmärkte machten den IPO-Plänen einen Strich durch die Rechnung. Im Spätsommer 2019 entschied sich Conti dann für einen Spin-off.

    Die Verschiebung der Hauptversammlung könnte Contis Umbaupläne durchkreuzen. An der Abspaltung und der anschließenden Börsennotierung von Vitesco zum nächstmöglichen Zeitpunkt will Conti dennoch festhalten. Die Aktivitäten im Zusammenhang mit der geplanten Abspaltung würden unverändert fortgeführt, teilt Conti mit.

    Telekom ruft Aktionäre zum Fernbleiben auf

    In Zeiten von Corona regte Konzernchef Degenhart eine Anpassung des rechtlichen Rahmens für Hauptversammlungen an. „Seit Jahren übertragen wir unsere Hauptversammlung vollständig im Internet und bieten dabei den Teilnehmern die elektronische Form der Stimmabgabe aus der Ferne an. In Zeiten zunehmender Digitalisierung wäre es aus unserer Sicht nur konsequent, Hauptversammlungen ins Netz zu verlagern“, erklärt der Continental-Chef.

    Die Deutsche Telekom will dagegen ihre Hauptversammlung in Bonn in zwei Wochen abhalten zu wollen. In einem Brief wandten sich am Freitag Konzernchef Timotheus Höttges und Aufsichtsratschef Ulrich Lehner direkt an die Aktionäre. Sie argumentierten darin, dass es sich um eine „aktienrechtliche Pflichtveranstaltung“ handle, insbesondere um die Dividendenausschüttung zu beschließen. Die Telekom will 60 Cent je Aktie für das vergangene Jahr ausschütten.

    Allerdings rief die Telekom ihre Aktionäre auf, wegen eines möglichen Infektionsrisikos durch das Coronavirus nicht persönlich an der Veranstaltung am 26. März teilzunehmen. „Wir bitten Sie daher dringend, auf eine Teilnahme vor Ort zu verzichten“, schrieben Höttges und Lehner. Aktionäre sollen ihre Stimme besser per Online- oder Briefwahl abgeben. Der gesamte Ablauf der Veranstaltung werde zudem live im Internet übertragen.

    Die Telekom kündigte an, auf das sonst übliche Rahmenprogramm mit Erläuterungen zu Technik und der Ausstellung neuer Produkte zu verzichten, die Redezeit werde auf ein Minimum verkürzt und das Verpflegungsangebot auf ein Mindestmaß reduziert. „Den Ablauf der Hauptversammlung werden wir auf das rechtlich absolut Notwendige beschränken“, hieß es weiter in dem Schreiben von Höttges und Lehner.

    Als Reaktion auf das Schreiben hätten bereits erste Aktionäre angekündigt, nicht mehr an der Veranstaltung teilnehmen zu wollen, sagte ein Telekom-Sprecher. Zudem befinde sich der Konzern in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden. In den vergangenen Jahren hatten rund 2500 Aktionäre an der Telekom-Hauptversammlung teilgenommen.

    Mehr: Der Zulieferer ist von der Erfolgsspur abgekommen und muss sein Sparprogramm verschärfen. 2019 gab es einen Milliardenverlust.

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