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Coronakrise Volkswagen will Ende April in Deutschland wieder Autos bauen

Bei Volkswagen nähern sich die Vorbereitungen für einen Wiederanlauf der Produktion ihrem Abschluss. Ende April sollen die Bänder wieder laufen.
15.04.2020 Update: 15.04.2020 - 22:19 Uhr Kommentieren
Aktuell herrscht große Ruhe um das Wolfsburger Stammwerk von Volkswagen. Doch Ende April soll die Produktion dort wieder starten. Quelle: Bloomberg
Stille in Wolfsburg

Aktuell herrscht große Ruhe um das Wolfsburger Stammwerk von Volkswagen. Doch Ende April soll die Produktion dort wieder starten.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Bei Volkswagen in Deutschland sollen die großen fahrzeugproduzierenden Werke voraussichtlich in der übernächsten Woche wieder ihre Arbeit aufnehmen. Das verlautete am Mittwoch aus Konzernkreisen. Möglichster erster Produktionstag wäre demnach Montag, der 27. April. Zu den Werken, in denen die Fertigung wieder aufgenommen werden soll, gehören die Standorte Wolfsburg, Emden und Hannover.

Am Abend ergänzte der Konzern, dass schon eine Woche vorher (20. April) die Produktion in Zwickau und in der slowakischen Hauptstadt Bratislava aufgenommen wird. In Zwickau baut Volkswagen das wichtige neue Elektromodell ID.3, in der Slowakei die ertragsstarken SUV VW Touareg, Audi Q7 und Porsche Cayenne. Mit dem 27. April will VW Schritt für Schritt auch mit der Fertigung an anderen europäischen Standorten sowie in Nord- und Südamerika beginnen.

Bei Volkswagen hatten die Vorbereitungen für einen Produktionsstart bereits vor Ostern begonnen. Zusammen mit seinen Betriebsräten hatte das Unternehmen die Fertigungsbereiche identifiziert, in denen eine größere Infektionsgefahr durch das Coronavirus besteht. In der Fahrzeugproduktion gibt es Teilbereiche, in denen der vorgeschriebene Mindestabstand zwischen den Mitarbeitern von 1,5 Metern nicht immer eingehalten werden kann. Dort müssen die VW-Beschäftigten künftig Schutzkleidung wie etwa Gesichtsmasken tragen.

Ein Produktionsstart bei Volkswagen bedeutet nicht, dass der Wolfsburger Autokonzern sofort wieder Stückzahlen aus Vorkrisenzeiten erreichen wird. „Das geht erst ganz langsam wieder los“, sagt ein Insider. Die Produktionsbänder sollen mit geringerem Tempo laufen, damit die Mitarbeiter etwa immer wieder Zeit haben, um sich zu desinfizieren. Außerdem soll damit erreicht werden, dass die gesamten Fertigungsabläufe entzerrt werden, um das Infektionsrisiko insgesamt niedrig zu halten.

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    Der VW-Betriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh hatte schon am Wochenende gesagt, dass frühere Produktivitätsziele in der aktuellen Situation zurücktreten müssten. Die Prozesse und Abläufe seien so geändert worden, „dass der Schutz vor einer Übertragung des Virus an allererster Stelle steht“, betonte Osterloh. „Wir nehmen Umwege in Kauf, produzieren langsamer und bringen im Zweifel lieber ein Fahrzeug weniger.“ Die Gesundheit der Mitarbeiter müsse bei Volkswagen immer im Vordergrund stehen.

    Die Bänder ruhen in den deutschen VW-Werken seit dem 19. März. An einzelnen Standorten hatten sich die Reihen der Beschäftigten schon vor dem offiziellen Produktionsstopp gelichtet. Aus Furcht vor einer Infektion waren Teile der Volkswagen-Belegschaft nicht mehr zur Arbeit erschienen, hieß es dazu aus Unternehmenskreisen.

    Erfahrungen aus China

    In den deutschen Autowerken plant Volkswagen zunächst mit einer Ein-Schicht-Produktion mit einem deutlich kleineren Teil von Mitarbeitern. Sie sollen ihre ersten Erfahrungen damit sammeln, wie sich Autos unter verschärften Corona-Bedingungen produzieren lassen. Volkswagen hofft darauf, dass diese ersten Anläufe erfolgreich sind. Nach und nach sollen dann später wieder reguläre Stückzahlen in den deutschen Fabriken erreicht werden.

    Bei dieser Planung profitiert der VW-Konzern von seinen Erfahrungen in China. Auf dem Höhepunkt der Coronakrise in der Volksrepublik ruhte die Fertigung im Januar und im Februar in den chinesischen Fabriken. Dort dauerte es dann einige Wochen, bis alle Volkswagen-Werke die Arbeit aufnehmen konnten. 33 von 34 Werke arbeiten inzwischen wieder in China. Ein Vollschichtbetrieb ist allerdings noch nicht überall erreicht.

    In Deutschland und Europa muss Volkswagen in der aktuellen Situation wegen der eingebrochenen Nachfrage noch nicht wieder reguläre Stückzahlen produzieren. Außerdem sind die Zulieferketten in vielen Ländern Europas gerissen. Allein aus Spanien und Italien bezieht Volkswagen Bauteile von etwa 800 Zulieferern. Für die Versorgung der VW-Standorte sind außerdem Lieferanten in Osteuropa von besonderer Bedeutung.

    Volkswagen setzt darauf, dass die Zulieferketten in den kommenden Wochen wieder in gewohnter Stabilität aufgebaut werden können. Konzernchef Herbert Diess hatte in den vergangenen Wochen mehrfach die Bedeutung der EU hervorgehoben. Der Wiederbeginn der Produktion sei nur dann stabil zu erreichen, wenn auf der gesamten europäischen Ebene daran gearbeitet werde. Gesperrte Staatsgrenzen beispielsweise stoppten den ungehinderten Teilefluss.

    Positiv wird es in Wolfsburg gesehen, dass die Autohändler in Deutschland wieder ihre Betriebe öffnen sollen. Damit könne künftig garantiert werden, dass die neu produzierten Autos auch tatsächlich ihre Abnehmer finden würden.

    Mehr: Die Stunde null: Wie ein verantwortungsvoller Neustart der Wirtschaft gelingt.

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