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Coronavirus Hoffnungsträger im Wartestand: Curevacs Corona-Impfstoff verzögert sich offenbar weiter

Laut Gesundheitsminister Spahn rechnet die EU-Behörde Ema nicht mit einer Zulassung vor August. Curevac will noch im Juni weitere Zwischenergebnisse vorlegen.
08.06.2021 - 15:10 Uhr Kommentieren
Der Tübinger Corona-Impfstoff verzögert sich weiter. Quelle: dpa
Curevac-Zentrale

Der Tübinger Corona-Impfstoff verzögert sich weiter.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Covid-19-Impfstoff des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac verzögert sich offenbar weiter. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Montag in der Runde mit seinen Länderkollegen gesagt, die europäische Arzneimittelbehörde Ema rechne nicht mit einer Zulassung „vor August“, wie verschiedene Medien unter Berufung auf Teilnehmerkreise berichten. Die Ema selbst kommentiert den Zulassungsprozess für einzelne Impfstoffe nicht.

Curevac teilte auf Anfrage mit, dass man weitere Zwischenergebnisse zur Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten CVnCoV im Laufe des Juni erwarte. Sobald diese Daten vorlägen, würden sie der Ema im Rahmen des seit Februar laufenden rollierenden Zulassungsverfahrens zur Verfügung gestellt. Curevac hatte ursprünglich mit einem Zulassungsantrag für seinen Impfstoff noch im zweiten Quartal gerechnet.

Zu den Gesprächsinhalten und Interpretationen der nichtöffentlichen Gesundheitsministerkonferenz könne man sich nicht äußern, hieß es von Curevac weiter. Auch zum Zulassungsprozess innerhalb der Ema könne man keine Aussage machen. Die Behörde habe von Curevac im Rahmen des rollierenden Verfahrens bereits umfangreiche Daten zu dem Impfstoffkandidaten erhalten.

Curevac testet den Impfstoff seit Mitte Dezember in einer großen Studie mit rund 40.000 Teilnehmern in Europa und Südamerika. Etwa 25 Prozent der Probanden kommen aus Europa. Seit Anfang April ist die Studie voll rekrutiert.

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    Der Impfstoff basiert wie die zugelassenen Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna auf der neuen Technologie der Boten-RNA (mRNA), die den menschlichen Zellen die Information zur Bekämpfung von Krankheitserregern vermitteln soll. Allerdings konnten Biontech und Moderna ihre Zulassungsstudien noch vor dem Auftreten neuer Virusvarianten durchführen, die inzwischen die meisten Infektionen ausmachen.

    Grafik

    Laut Studienprotokoll sind bei dem Curevac-Impfstoff zwei Zwischenanalysen auch mit Blick auf die Wirksamkeit vorgesehen, sobald mindestens 56 und 111 Covid-Fälle bei den Studienteilnehmern aufgetreten sind. Die abschließende Auswertung ist bei 185 Infektionen vorgesehen.

    Ende Mai hatte Curevac mitgeteilt, dass das für die Studie eingesetzte unabhängige Datenüberwachungskomitee die Durchführung einer Zwischenanalyse mit 59 geprüften Covid-19-Fällen bestätigt habe. Dabei seien keine Sicherheitsbedenken für den Impfstoff registriert worden.

    In einem Gespräch mit dem Handelsblatt ging Curevac-Chef Franz-Werner Haas damals davon aus, dass sich die Zahl der ausgewerteten Covid-Fälle sehr schnell erhöhen werde, sodass in naher Zukunft auch eine statistisch aussagefähige Wirkungsanalyse möglich werde.

    Biontech und Moderna hatten im vergangenen Jahr jeweils nach etwa dreieinhalb Monaten erste Resultate vorgelegt. Anschließend dauerte es noch etwa vier bis sieben Wochen bis zu den ersten Zulassungen in den USA und Europa. Selbst wenn Curevac nun innerhalb weniger Tage aussagefähige Wirksamkeitsdaten vorlegen könnte, würde eine Zulassung nach den bisherigen Erfahrungen wohl frühestens im Juli erfolgen können.

    Die Europäische Union hat sich von dem Impfstoff des Unternehmens bis zu 405 Millionen Dosen gesichert. Die Zulassung durch die Ema vorausgesetzt, hatte das Bundesgesundheitsministerium noch im März mit insgesamt 24,5 Millionen Dosen von Curevac gerechnet. Mittlerweile wird der Hersteller nicht mehr in den auf der Homepage veröffentlichten Lieferprognosen für das laufende Jahr aufgeführt. Im vergangenen Jahr hatte sich der Bund über die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit 300 Millionen Euro an Curevac beteiligt, um die Entwicklung des Impfstoffs zu beschleunigen.
    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Rätselraten um Curevac: Warum der Covid-Impfstoff aus Tübingen auf sich warten lässt

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