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Coronavirus Hyundai stoppt Ende der Woche gesamte Produktion in Südkorea

Hyundai stoppt wegen des Coronavirus die ersten Produktionsbänder, weil Bauteile aus China fehlen. Europas Autobauer dürften diese Probleme auch bald zu spüren bekommen.
05.02.2020 - 03:20 Uhr Kommentieren
Der koreanische Autohersteller leidet bereits massiv unter den Einschränkungen durch die Ausbreitung des Coronavirus. Quelle: Xinhua / eyevine / laif
Hyundai-Wert in Cangzhou

Der koreanische Autohersteller leidet bereits massiv unter den Einschränkungen durch die Ausbreitung des Coronavirus.

(Foto: Xinhua / eyevine / laif)

Seoul Südkoreas Autokonzern Hyundai Motor ist eines der Unternehmen außerhalb Chinas, das besonders heftig von der Ausbreitung der der Coronavirus-Epidemie betroffen ist. Die Produktion von Modellen seiner Premiummarke Genesis sei vorerst stoppt, weil der Nachschub von einzelnen Bauteilen aus China abreißt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Am Freitag soll auch die Produktion in sechs weiteren heimischen Werken wegen fehlender Bauteile kurzfristig eingestellt werden. Damit wären alle koreanischen Fabriken Hyundais betroffen. Bei der Tochter Kia hingegen werden bisher nur einzelne Produktionslinien der acht lokalen Werke knapp. In den meisten Kia-Fabriken läuft daher die Produktion noch weiter.

Die Koreaner sind wegen ihrer räumlichen Nähe zu China ein Frühwarnsystem für die globale Lieferkette der Autoindustrie. Hersteller in den USA und Europa werden durch die längeren Transportwege erst später betroffen.

Hyundai geht bisher davon aus, dass die Produktion nur kurz pausieren muss. Bereits kommende Woche sollen zusätzliche Lieferungen der betroffenen Bauteile von heimischen Lieferanten den Mangel beheben. Aber je länger in China die Fabriken wichtiger Zulieferer wegen der Viruswelle geschlossen bleiben, umso wahrscheinlicher werden größere Produktionsausfälle – und das nicht nur für die koreanische Autobranche.

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    Die globale Autoindustrie hat in den vergangenen 20 Jahren Chinas Autohersteller in ihre Lieferketten integriert. Eine Statistik der japanischen Außenhandelsorganisation Jetro zeigt den Trend auf: Seit der Sars-Epidemie 2002 hat sich der Import von Bauteilen aus China auf fast drei Milliarden Euro verzehnfacht. Insgesamt hat China laut Bloomberg 2018 Autoteile im Wert von etwas mehr als 70 Milliarden Dollar exportiert. Ein Fünftel gingen in die USA. Deutschland und Japan belegen mit zweistelligen Anteilen ebenfalls Spitzenplätze.

    Japans Autoindustrie hat die Anfälligkeit der Lieferketten gespürt

    Ein Grund dafür ist die wachsende Größe und Qualität der chinesischen Autoindustrie, ein anderer sind die niedrigen Kosten. Gerade Japans Unternehmen versuchten nach negativen Erfahrungen daheim mit der Hinwendung Richtung China auch, ihr Netz an Zulieferern auszubauen und so krisenfester zu werden.

    Denn 2007 stellte Japans Autoindustrie bei einem Erdbeben in der Präfektur Niigata fest, dass die Lieferketten störungsanfällig sind: Die Autobauer bestellten zwar ihre Kolben bei mehreren Großlieferanten. Aber diese wiederrum bezogen die Kolbenringe von nur einem kleinen Hersteller in Niigata, dessen Fabrik durch das Erdbeben schwer beschädigt worden war. Die Folge: In fast allen japanischen Autofabriken stoppte die Produktion.

    Daher versuchen die Japaner schon lange, sich auf mehrere Lieferanten für ihre Bauteile zu stützen. Das Kalkül: Wenn ein Lieferant ausfällt, kann der andere einspringen.

    Ähnliche Erfahrungen wie damals den Japanern drohen nun einzelnen Autobauern – oder zumindest deren Zulieferern. Einige japanische Zulieferer warnen bereits, dass sie nicht alle Bauteile aus China kurzfristig aus anderen Quellen beziehen könnten. Und selbst wenn ein Ersatz möglich wäre, könnte es global zu Lieferengpässen kommen, wenn weitere Fabriken in China aus Angst vor dem Coronavirus möglicherweise sogar länger schließen müssten. Dann würde nicht nur ein einzelner Autobauer andere Lieferanten um mehr Nachschub bitten, sondern die globale Autoindustrie.

    Ein weiteres Risiko ist die Sorge, dass eine globale Pandemie auch andere Produktionsstandorte treffen könnte wie beispielsweise Thailand. So hat sich eine Koreanerin offenbar auf einer Thailand-Reise mit dem Virus infiziert, gab Südkoreas Seuchenkontrollamt (KCDC) am Dienstag bekannt. Das ist in Südkorea bereits der zweite Fall, in dem sich eine Person in einem anderen Land als China infiziert hat. Zuvor erkrankte ein Chinese, der in Japan chinesische Touristengruppen betreut hatte.

    Mehr: Der Durchbruch des E-Autos ist schon häufiger vorausgesagt worden. Im neuen Jahr dürfte es aber so weit sein. Diese Stromer sollte man kennen.

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