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Coronavirus Medizin-Professorin: „Es ist sinnvoll, Großereignisse wie Messen abzusagen“

Das Coronavirus breitet sich aus. Susanne Herold, Leiterin der Abteilung Infektiologie am Uniklinikum Gießen, rät zu mehr Prävention und Vorsicht.
27.02.2020 - 18:20 Uhr Kommentieren
Die Medizinerin rät, Großveranstaltungen zu überdenken.
Prof. Susanne Herold, Universitätsklinikum Gießen

Die Medizinerin rät, Großveranstaltungen zu überdenken.

Frankfurt Die Ausbreitung des Coronavirus veranlasst immer mehr Firmen zu Einschränkungen bei Dienstreisen. Auch Großereignisse wie Messen stehen in der Diskussion. Die Medizinerin Susanne Herold, Professorin für Infektionskrankheiten der Lunge am Universitätsklinikum Gießen und Leiterin der Abteilung Infektiologie, gibt eine Einschätzung der aktuellen Gefährdungslage.

Frau Herold, Bundesgesundheitsminister Spahn sagt, dass wir mit einer Verbreitung der Coronavirus-Epidemie in Deutschland rechnen müssen. Wie ernst schätzen Sie die Lage ein?
Es ist davon auszugehen, dass sich mehr Menschen mit dem Virus infizieren. Zumal wir jetzt erstmals Fälle in Deutschland haben, bei denen wir die Infektionsketten nicht mehr hundertprozentig nachweisen können. Und das ändert die Lage.

Inwiefern?
Weil man davon ausgehen muss, dass es Infizierte gibt, die man eventuell nicht identifizieren kann, weil man eben den Weg des Virus nicht mehr so klar nachvollziehen kann. Das ist kein Grund zur Panik, wir müssen aber aufmerksam sein. Das Robert-Koch-Institut hat deshalb ja auch die Liste erweitert, in welchen Verdachtsfällen man einen Test auf das Coronavirus machen sollte.

Es gibt Forderungen, solche Tests breit in der Bevölkerung zu machen, um die Verbreitung einzudämmen.
Das ist aus meiner Sicht zurzeit nicht sinnvoll, das können die Kliniken auch gar nicht leisten. Wir haben aktuell noch die saisonale Grippewelle und eine Erkältungswelle. In den nächsten Wochen werden Millionen von Menschen Erkältungs- und Grippesymptome aufweisen, und der allergrößte Teil wird eine Influenza oder eine andere Erkältungskrankheit haben – jeden ohne weitere Falldefinition auf das Coronavirus zu testen würde das Gesundheitssystem überfordern und unnötig Kapazitäten binden. 

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    Viele Unternehmen schränken Dienstreisen ein. Die Firma Nestlé hat sogar einen Reisestopp bis Mitte März ausgesprochen. Würden Sie das zur Nachahmung empfehlen?
    Das müssen die Firmen letztlich selbst entscheiden und Nutzen und Risiko von Dienstreisen abwägen. Die Behörden haben Stand heute keine generelle Reisewarnung ausgesprochen, bis auf bestimmte Reiseziele wie zum Beispiel China oder Regionen in Norditalien. Ich würde aber auf jeden Fall empfehlen, vor jeder Reise zu prüfen, ob die Reise notwendig ist und wie die aktuelle Gefährdungslage am Zielort ist.

    Immer mehr Großereignisse wie Messen werden abgesagt.
    Das ist aus meiner Sicht auf jeden Fall eine sinnvolle Maßnahme. Denn bei Großereignissen mit vielen Menschen können sich die Viren natürlich besonders gut verbreiten.

    Sollte man im Umkehrschluss solche Veranstaltungen als Einzelner auch besser meiden?
    Das ist auf jeden Fall nicht falsch. Grundsätzlich kann man sich aber weiterhin aus dem Haus trauen und etwa zur Arbeit fahren. Wichtig ist eben, dass man die empfohlenen Hygienemaßnahmen einhält, nicht unbedingt an jeden Haltgriff in der U-Bahn fasst und falls doch, sich hinterher sehr sorgfältig die Hände mit Seife wäscht. Prinzipiell wird häufiges Händewaschen in der Erkältungszeit empfohlen, und besonders in der aktuellen Situation.

    Mehr: WHO warnt trotz Pandemie-Potenzial vor Panik – Corona-Fall in Kaiserslautern. Die Entwicklungen im Newsblog

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