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Coronavirus Sheriff schließt Tesla-Fabrik in Kalifornien

Tesla-Chef Musk hält die Maßnahmen wegen des Coronavirus für übertrieben – und durfte sein Werk trotz einer weitgehenden Ausgangssperre offenhalten. Doch das ändert sich nun.
17.03.2020 Update: 18.03.2020 - 04:34 Uhr Kommentieren
Tesla-Mitarbeiter, die sie sich „auch nur ein kleines bisschen krank oder unwohl fühlen“ sollen auf Geheiß des Tesla-Chefs zuhause bleiben. Elon Musk will aber weiter zur Arbeit kommen. Quelle: AP
Elon Musk

Tesla-Mitarbeiter, die sie sich „auch nur ein kleines bisschen krank oder unwohl fühlen“ sollen auf Geheiß des Tesla-Chefs zuhause bleiben. Elon Musk will aber weiter zur Arbeit kommen.

(Foto: AP)

San Francisco Seine Meinung zur Coronakrise hat Elon Musk bereits deutlich gemacht: Am 6. März twitterte der Tesla-Chef, die „Coronavirus-Panik“ sei „dumm“. Auch die steigende Zahl der Fälle, die globale Ausbreitung und die Maßnahmen gegen die tödliche Viruserkrankung haben den Unternehmer seitdem nicht beeindruckt.

Am Montag legte Musk noch einmal nach: „Die Gefahr der Panik ist immer noch viel größer als die Gefahr von Corona“. Man verwende zu viele medizinische Ressourcen auf die Eindämmung von Corona, die dann woanders fehlten.

Musk ist Chef und größter Aktionär des Elektroautobauers Tesla, dessen erste Fabrik mit 10.000 Mitarbeitern im vom Coronavirus besonders betroffenen Nordkalifornien liegt. Während andere Silicon-Valley-Unternehmen wie Facebook oder Google ihre Mitarbeiter in den großen Bürokomplexen in Menlo Park und Mountain View schon vor Wochen nach Hause geschickt haben, produziert Tesla in Fremont weiter.

Die Situation in der Region spitzt sich aber zu: Seit Dienstag haben die sechs Landkreise im und um das Silicon Valley eine weitgehende Ausgangssperre für ihre sieben Millionen Bewohner verhängt, die nur Arbeitnehmer in „unentbehrlichen Branchen“ ausnimmt – etwa Krankenschwestern oder Kassierer in Lebensmittelläden oder Tankstellen.

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    Die Gegend reagiert drastischer als fast jede andere in den USA. Mit derzeit knapp 300 bestätigten Fällen ist sie allerdings auch eine der am stärksten betroffenen des Landes. Das Tesla-Werk blieb weiter geöffnet.

    Doch das soll sich nun ändern. Tesla sei nicht von der neuen Coronavirus-Schutzanordnung in der San Francisco Bay Area ausgenommen, sagte ein Sprecher des örtlichen Sheriff-Büros am späten Dienstag (Ortszeit). Da das Unternehmen „kein wesentliches Geschäft im Sinne der Alameda County Health Order“ sei, könne Tesla zwar „die Mindestgrundoperationen aufrechterhalten, müsse den normalen Betrieb in seiner Fabrik in Fremont aber für drei Wochen einstellen“.

    In Alameda County hatte bisher eine Ausnahme für Arbeiter im Tesla-Werk gegolten, wie die „Los Angeles Times“ gemeldet hatte. Warum es unentbehrlich sein soll, dass mitten in einer Gesundheitskrise Tausende Arbeiter in einem Autowerk aufeinandertreffen, dafür hat selbst ein Landkreis-Sprecher gegenüber der „LA Times“ keine rechte Erklärung. „Das ist eine gute Frage. Das ist eine völlig neue Situation für uns“, sagt ein Sprecher dort.

    In der Liste unentbehrlicher Branchen, die Alameda County auf seine Internetseite gestellt hat, tauchen zwar „Autoteile, -reparaturen und damit verbundene Einrichtungen“ auf. Ob der Bau von Neuwagen aber dazu zählt, ist fraglich. Beim letzten öffentlichen Update vergangenen Donnerstag hatte der Landkreis, der gegenüber vom Silicon Valley an die San Francisco Bay grenzt, 18 bestätigte Corona-Fälle – wegen dem Mangel an Tests in den USA wird aber von einer gewaltigen Dunkelziffer ausgegangen.

    Laut mehreren Berichten hat Musk seine Mitarbeiter am Montagabend in einer E-Mail aufgefordert, zuhause zu bleiben, wenn sie sich „auch nur ein kleines bisschen krank oder unwohl fühlen“. Er selbst werde aber zur Arbeit kommen.

    Während Autobauer wie VW, Porsche und Daimler Werke von Zuffenhausen bis Chattanooga schließen, konnte Tesla sein Hauptwerk noch offenhalten. Auch deshalb konnte Tesla das erste Model Y einige Monate vor Plan ausliefern, wie Musk am Montag verkündete – für Tesla, das Musks ambitionierte Zeitpläne jahrelang eher selten einhielt, ein ungewöhnlicher Erfolg.

    Erfolge braucht Tesla allerdings auch. Nach einer beeindruckenden Rally wegen Auslieferungsrekorden und guter Geschäftszahlen hat die Tesla-Aktie seit dem Corona-Ausbruch den Großteil ihrer Gewinne aus diesem Jahr schon wieder abgegeben. Und mit der aktuellen Anweisung des Sherriffs dürfte die Hoffnung auf diesen Erfolg wieder schwinden.

    Mehr: Tesla will in neuer US-Gigafactory den Cybertruck und das Model Y bauen

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