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C&A-Zulieferer Proteste nach Großbrand in Bangladesh

Erneut starben bei einem Fabrikbrand mehr als hundert Menschen. Es ist bereits der dritte Vorfall in den letzten drei Monaten. Und wieder produzierte auch ein deutsches Unternehmen dort.
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Fabrikarbeiter protestieren am Montag nachdem am Samstagabend mehr als hundert ihrer Kollegen bei einem verheerenden Fabrikbrand ums Leben gekommen sind. Quelle: Reuters

Fabrikarbeiter protestieren am Montag nachdem am Samstagabend mehr als hundert ihrer Kollegen bei einem verheerenden Fabrikbrand ums Leben gekommen sind.

(Foto: Reuters)

Nach dem verheerenden Großbrand in einer Textilfabrik ist es in Bangladesch am Montag zu teils gewaltsamen Protesten Tausender Arbeiter gekommen. Die Demonstranten bewarfen Fabrikgebäude mit Steinen, zerstörten Autos und blockierten eine Hauptstraße im Industrieviertel Savar, in dem das tödliche Feuer vom Samstag ausgebrochen war. Rund 200 Fabriken wurden wegen der Proteste den Tag über geschlossen.
Bei dem Großbrand kamen 112 Menschen ums Leben. Nach dem Ende der Löscharbeiten barg die Feuerwehr nach Behördenangaben bislang mindestens hundert Leichen. Weitere zwölf Menschen, die sich schwer verletzt hatten, als sie in Panik aus dem brennenden Haus sprangen, starben den Angaben zufolge später im Krankenhaus.

Die 2009 erbaute Fabrik gehört zur Tuba Group, die laut Unternehmenshomepage unter anderem für C&A, Carrefour und Walmart produziert. Auch andere deutsche Unternehmen wurden demnach von dort beliefert. Die Kapazität der Unglücksfabrik lag diesen Angaben zufolge monatlich bei einer Million T-Shirts, 800.000 Polo-Shirts und 300.000 Fleecejacken.

C&A-Sprecher Thorsten Rolfes bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag in Düsseldorf, die Fabrik sei beauftragt gewesen, 220 000 Sweatshirts herzustellen und von Dezember 2012 bis Februar 2013 an C&A in Brasilien zu liefern. „Unser Mitgefühl gilt den Opfern dieses furchtbaren Unglücks sowie deren Familien und Angehörigen“, sagte Rolfes als Sprecher von C&A Europa.

Fabrik habe EU-Sicherheitsstandards eingehalten

Die Textilindustrie ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor Bangladeschs. Die meisten Exporte gehen nach Europa. Allein Deutschland importierte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2011 Bekleidung im Wert von 3 Milliarden Euro aus dem asiatischen Entwicklungsland.

In Bangladesch gibt es rund 4.000 Textilfabriken. Die Gewerkschaften des Landes üben seit langem Kritik an den mangelnden Sicherheitsvorkehrungen in den Betrieben.

Als das Feuer in der Fabrik in Bangladesch am Samstagabend ausbrach, nähten nach Behördenangaben rund 1000 Arbeiter und Arbeiterinnen in der Fabrik. Die Flammen griffen so schnell auf die oberen Stockwerke über, dass einige von ihnen in Panik aus den Fenstern sprangen. Ein Untersuchungskomitee wurde eingesetzt, um die Brandursache zu erkunden. Einer der Überlebenden sagte dem privaten Fernsehsender Channel I, das Feuer sei dem elektrischen Hauptschalter entsprungen: „Ein Kurzschluss könnte das Feuer verursacht haben.“

Ein Sprecher der betroffenen Fabrik Tazreen Fashion Limited erklärte vor Kameras, der Betrieb habe Standards der Europäischen Union eingehalten. So habe es etwa vier alternative Treppenaufgänge gegeben, doch die Arbeiter seien in der Panik zum Hauptausgang gestürmt und nur wenige hätten diese Notausgänge benutzt.

 


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  • dpa
  • dapd
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