Dämpfer für den Branchenprimus Absatzkrise erreicht VW

Ein ungewohntes Bild bei Volkswagen: Im März sank der Absatz der Kernmarke VW - zum ersten Mal seit fast dreieinhalb Jahren. Auch für den erfolgsverwöhnten Konzern werden die Zeiten rauer. Schuld ist die Absatzkrise.
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VW-Werk in Wolfsburg: Die Marke verkaufte weniger Autos. Quelle: dpa

VW-Werk in Wolfsburg: Die Marke verkaufte weniger Autos.

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WolfsburgDie Absatzkrise auf dem europäischen Automarkt macht auch Branchenprimus Volkswagen zunehmend zu schaffen. Die Konzern-Kernmarke VW musste im März ein Absatzminus einstecken, vor allem wegen Rückgängen auf dem Heimatkontinent. Die weltweiten Auslieferungen sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,8 Prozent auf 532 400 Fahrzeuge, wie VW am Dienstag in Wolfsburg mitteilte. Vor allem in Westeuropa stand ein kräftiges Minus zu Buche, während die Marke in China und den USA weiter zulegte.

Der Rückgang im März ist das erste Absatzminus der Marke VW in einem Monat im Vergleich zum Vorjahresmonat seit fast dreieinhalb Jahren. Zuletzt waren die Auslieferungen im Dezember 2009 gesunken, wie ein VW-Sprecher sagte. Seit Januar 2010 ging es dann kontinuierlich bergauf. Die Marke VW, zu der etwa die Modelle Golf, Polo und Passat gehören, ist die Kernmarke im VW-Konzern. Weitere Marken sind zum Beispiel Audi, Porsche, Seat und Skoda.

„Wie erwartet werden die Märkte teils deutlich schwieriger“, erklärte VW-Vertriebsvorstand Christian Klingler. Im ersten Quartal stand insgesamt noch ein Absatzplus von 5,2 Prozent. Allerdings hat sich das Wachstum damit deutlich verlangsamt - in den ersten zwei Monaten des Jahres betrug das Plus noch 9,1 Prozent.

Die Absatzkrise in Europa erfasst VW immer mehr. Die Auslieferungen der Marke Volkswagen Pkw in Gesamteuropa gingen im ersten Quartal um 10,3 Prozent zurück, damit lag das Minus höher als in den ersten beiden Monaten. In Westeuropa - ohne Deutschland - fiel der Absatz um 10,2 Prozent, auf dem deutschen Heimatmarkt sogar um 15,1 Prozent. Allerdings gab es wegen des vergleichsweise frühen Ostertermins im März auch weniger Arbeitstage.

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Der Automarkt in Westeuropa liegt allerdings bereits seit Monaten am Boden, angesichts der Schuldenkrise sind die Verkäufe vor allem in südeuropäischen Ländern eingebrochen. Auch in Deutschland ist die private Nachfrage seit einiger Zeit auf Talfahrt.

Volkswagen steckt die Absatzkrise in Europa im Vergleich zu anderen, kriselnden Massenherstellern wie PSA Peugeot Citroën oder Opel aber bislang deutlich besser weg. Das liegt vor allem an der starken globalen Aufstellung des VW-Konzerns - die Zuwächse in Übersee gleichen die Rückgänge in Europa mehr als aus. So konnte die Kernmarke Volkswagen Pkw auch im März sowie im ersten Quartal insgesamt ihre Auslieferungen in Asien und Nordamerika deutlich steigern. Der Absatz im größten Einzelmarkt China etwa wuchs seit Jahresbeginn um fast ein Viertel. Im wichtigen Markt in Brasilien dagegen sank die Zahl der Auslieferungen.

Auf dem europäischen Markt tobt angesichts der Absatzkrise seit längerem eine Rabattschlacht. Diese drückt wegen hoher Vertriebskosten die Margen. VW hat als Ziel für das laufende Jahr ausgegeben, das hohe operative Ergebnis des Vorjahres zu halten. Konzernchef Martin Winterkorn hatte das Jahr 2013 als „Jahr der Bewährung“ für die gesamte Branche bezeichnet: „Der Wettbewerbsdruck ist hoch und steigt weiter.“

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  • gestern war VW noch der Überflieger! auf der Messe

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