Daimler Autobauer bleibt in Brasilien pessimistisch

In Brasilien läuft es nicht gut für Daimler – und das bleibt auch erstmal so. Dennoch wurden im Ausgleich für Lohn- und Arbeitszeitkürzungen Kündigungen zurückgenommen. Der Vorstand will im Land „überwintern“.
Daimler stellt sich in Brasilien auf harte Jahre ein. Quelle: Reuters
Markt im Abschwung

Daimler stellt sich in Brasilien auf harte Jahre ein.

(Foto: Reuters)

HamburgDaimler stellt sich im Lkw-Geschäft in Brasilien auf eine mehrjährige Krise ein. „Ich erwarte in den nächsten Jahren keine grundlegende Erholung“, sagte der zuständige Daimler-Vorstand Wolfgang Bernhard am Donnerstagabend im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. Er gehe davon aus, dass sich die Lage dort eher weiter verschlimmern werde, bevor es wieder aufwärts gehe.

Brasilien leide unter einer hausgemachten Krise. Eine große Frage sei, ob die Regierung wieder handlungsfähig werde. „Die Skandale lähmen alles“, fügte Bernhard hinzu. Große Infrastrukturprojekte lägen deshalb darnieder. Als Folge breche die Lkw-Nachfrage ein. Im ersten Halbjahr war der Absatz dort um 44 Prozent eingesackt.

Daimler hatte wegen der Absatzkrise vor Kurzem mit der Arbeitnehmervertretung Kürzungen bei Arbeitszeit und Bezahlung im Werk Sao Bernardo in der Nähe von Sao Paulo vereinbart. Im Gegenzug nahm der Stuttgarter Konzern die bereits ausgesprochene Kündigung von 1500 der insgesamt rund 10.000 Mitarbeiter in Sao Bernardo zurück. „Wir richten uns darauf ein, zu überwintern“, sagte Bernhard. Es werde jedoch vermutlich bis zu drei Jahre dauern, bis der Markt wieder anspringe.

Auch in China befinde sich der Markt im Rückwärtsgang. Weil der Staat derzeit wichtige Infrastrukturprojekte nicht angehe, schrumpfe die Lkw-Nachfrage in diesem Jahr voraussichtlich um 30 bis 40 Prozent.

Während sich in Brasilien und China kurzfristig keine Besserung abzeichnet, läuft es für Daimler in den USA und Europa sehr gut. In beiden Regionen erwartet der Lkw-Weltmarkführer in diesem Jahr ein Marktwachstum von jeweils bis zu 15 Prozent. Dadurch schaffe es Daimler, schwächere Märkte in anderen Regionen auszugleichen. „In diesem Umfeld gelingt es uns immer besser, gute Ergebnisse zu erzielen“, fügte Bernhard hinzu.

Das sind die Gewinner im deutschen Automarkt
Platz 10 – Volvo – 20.500 verkaufte Fahrzeuge* (+10,9 Prozent)
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Der neue Riesen-SUV XC90 (Foto) füllt die Auftragsbücher. Und auch insgesamt schlagen sich die Schweden im Jahresvergleich deutlich besser.

*Stand: 1. Halbjahr 2015, Quelle: KBA

Platz 9 – Nissan – 41.500 verkaufte Fahrzeuge (+12,8 Prozent)
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Der kompakte Qashqai (Foto) der Japaner gehört in seinem Segment zu den Bestsellern. Aber auch Kleinwagen von Nissan wie der Micra schlagen sich im Branchenvergleich gut.

Platz 8 – Suzuki – 18.900 verkaufte Fahrzeuge (+18,8 Prozent)
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Die Japaner punkten mit einem ordentlichen Preisleistungsverhältnis und gefälligen Modellen wie dem Swift (Foto). So gewinnen sie weitere Marktanteile in Deutschland – wenn auch auf einem niedrigen Niveau.

Platz 7 – Land Rover – 11.100 verkaufte Fahrzeuge (+19,9 Prozent)
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Die Briten profitieren vom grassierenden SUV-Boom. Die schweren Jungs von der Insel verkaufen sich auch in Deutschland blendend.

Platz 6 – Porsche – 18.600 verkaufte Fahrzeuge (+22 Prozent)
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Der Sportwagenbauer hat mit dem kompakten Macan (Foto) einen neuen Bestseller im Angebot und ist dabei auch noch außergewöhnlich profitabel. Mittlerweile erwirtschaften die Schwaben sogar mehr Gewinn als die Kernmarke von VW.

Platz 5 – Mini – 23.600 verkaufte Fahrzeuge (+24,9 Prozent)
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Das neue Gesicht des Klassikers entwickelt sich zum Verkaufsschlager. Der Mini wurde gerade runderneuert. Damit schlagen sich die Briten auch bei den Zulassungen außergewöhnlich gut.

Platz 4 – Lexus – 889 verkaufte Fahrzeuge (+32,1 Prozent)
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Die Nobelmarke von Toyota ist weiterhin ein absoluter Exot in Deutschland. So lange das Volumen nicht weiter deutlich steigt, wird wohl niemand außer den Japanern die jüngsten Erfolge, wie den SUV NX, wirklich zur Kenntnis nehmen.

Nach der Einigung im Atomstreit mit dem Iran will Daimler dort möglichst bald wieder ins Lkw-Geschäft einsteigen. „Wir werden unsere Aktivitäten, die wir über viele Jahre haben ruhen lassen, wieder zum Leben erwecken“, kündigte Bernhard an. Daimler habe nach wie vor einen sehr guten Ruf in dem Land. Noch heute prägten Fahrzeuge von Mercedes-Benz das Straßenbild. „Der Iran ist für uns eine große Chance“, sagte Bernhard.

  • rtr
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