Daimler-Chef Zetsche widerspricht Kritik der Arbeitnehmer

Daimler-Chef Dieter Zetsche kassierte für sein Sparprogramm harte Kritik von den Arbeitnehmern. In seinem ersten großen Interview nach der Kontroverse um seine Vertragsverlängerung verteidigt Zetsche seinen Kurs.
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Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche wehrt Kritik am Sparkurs ab. Quelle: AFP

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche wehrt Kritik am Sparkurs ab.

(Foto: AFP)

DüsseldorfDaimler-Chef Dieter Zetsche hat nach der Kritik der Arbeitnehmer eine grundlegende Kurskorrektur beim geplanten Sparprogramm für den Konzern abgelehnt. „Wenn ich solche Gedanken erwägen würde, dann hätte ich das sinnvollerweise im vergangenen Jahr getan, um mir Ärger zu ersparen“, sagte Zetsche dem Handelsblatt (Freitagausgabe) in seinem ersten großen Interview nach der Kontroverse um seine Vertragsverlängerung. „Offensichtlich war uns der Fortschritt des Unternehmens wichtiger. Das gilt jetzt natürlich umso mehr.“

Der Autokonzern ist mit seiner Kernmarke Mercedes inzwischen in wichtigen Kennziffern auf den dritten Platz hinter BMW und Audi abgerutscht und will mit neuen Modellen und milliardenschweren Kosteneinsparungen bis 2020 die Spitzenposition zurückerobern. Zetsche stellte deutliche Fortschritte auf diesem Weg noch in der Phase seines neuen bis 2016 laufenden Vertrages in Aussicht.

„Bei aller Nachhaltigkeit unserer Pläne sind vier Jahre ohne Zweifel ein langer Zeitraum – und in diesem Zeitraum wollen wir nennenswert vorankommen“, betonte er. „Ob wir dann schon mehr Autos verkaufen als unsere Wettbewerber, werden wir sehen.“ Aber der Konzern werde weiter sein als heute.

Zetsche sucht damit die Offensive. Der Vertrag des bald 60-Jährigen Daimler-Chefs war vor rund zwei Wochen erst nach harten Diskussionen zwischen Arbeitnehmern und Kapitalvertretern im Aufsichtsrat um drei statt um fünf Jahre verlängert worden. Die Arbeitnehmer um Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm wollten den Vertrag des Topmanagers ursprünglich gar nicht verlängern. Die Arbeitnehmervertreter bemängeln insbesondere seinen Kommunikationsstil.

Zetsche gab sich im Interview jedoch unbeirrt. Er sage nicht, dass er keine Fehler mache, sagte er. „Aber ich glaube nicht, dass ich ein Problem habe, mit den Kollegen oder den Mitarbeitern zu kommunizieren.“ Auch sein persönliches Verhältnis zu Gesamtbetriebsratschef Klemm sieht Zetsche nicht als zerstört an. „Wir sind Profis und gehen mit so etwas professionell um“, sagte der Daimler-Chef. „Ich habe mit Herrn Klemm auf der Aufsichtsratssitzung und auch danach gesprochen. Wir müssen jetzt zur Tagesordnung zurückkehren.“

Der Daimler-Boss zeigte sich zugleich aufgeschlossen, künftig auch die Top-Ebene des Vorstands im Konzern für ausländische Manager zu öffnen. Es sei sicherlich wünschenswert, dass sich die Internationalität der Kundschaft im Management widerspiegele – und das müsse sich durch alle Ebenen ziehen, sagte Zetsche. Daimler habe bereits angefangen, in den Landesgesellschaften mehr und mehr Verantwortung in die Hände lokale Manager zu legen. „Das sind natürlich Potenziale, die wir später nutzen können, um ihnen in Deutschland Verantwortung für das Gesamtgeschäft zu übertragen – auch im Vorstand“, kündigte Zetsche an.

  • hz
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8 Kommentare zu "Daimler-Chef : Zetsche widerspricht Kritik der Arbeitnehmer"

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  • Gute und junge Manager wollen genauso viel Geld wie die alten, das wird den Unterschied nicht machen. Aber eines ist sicher: Bei Sparmaßnahmen denkt Zetsche nicht an sein Gehalt und seinen Jahresbonus, da wird er für kämpfen!

  • Dieses Mitglied der Gaißbock- Connection ( zusammen mit Schremp und anderen ) hat Milliarden Verluste mit dem Chrysler-Ausflug erzeugt !
    Das einzige, was diese Gauner erreicht haben, waren die Millionen -Gehälter für sich samt ihrer Inkompetenz !

    Diese Manager sind eine Schande für die ganze Republik !

  • Wieder überzahlte "Top"-Manager ohne Substanz. Mein Gott wie lange können sich solche Typen noch auf den Stühlen halten. Immer leere Worte und Leute auf die Strasse setzen, mehr fällt niemanden ein. Die unzähligen Millionen die diese Nichtsnutze kosten würden vielen Angestellten und Arbeitern Haus und Heim sichern. GAnz sicher fänden sich junge und gute MAnager die zu vernünftigen Gehältern ein bessere Arbeit abliefern würden. Allerdings muss dann vorgängig die ganze obsolete Altlast aus den Teppichetagen entfernt werden.

  • Diesem Mann samt seinem Leib- und Magenfreund und "Chefstylist" Gordon Wagener (der heißt so, weil er der Stylist von Chefs Gnaden ist) ist leider nicht zu helfen. Die beiden Herren haben bereits die jüngere Vergangenheit von Mercedes vulgarisiert, sie werden das Unternehmen noch ruinieren.

  • Er kann keine Kritik ertragen? Er hat doch die Millionen Verluste, von ihm vorsätzlich herbeigeführt, zu verantworten. Männer stellen sich der verantwortung, so sie ein gewissen haben. Er ist für die Arbeitsplatzverluste verantwortlich!

  • [...]

    ATHEIST SICH Gott
    SOUVERÄN
    Frank Frädrich WILL AUCH WAHRHEITEN WISSEN WELCHE NURNOCH 4 IM ZUSAMMENHANG WISSEN

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Es wäre richtig gewesen den Vertrag von Zetsche nicht zu verlängern. Als Sanierer von Chrysler hat er genauso versagt wie als Chef von Daimler. Die Aktionäre haben viel Geld verloren, Herr Zetsche dagegen ist mit einem amerikanischen Managergehalt belohnt worden. In seiner Zeit sind BMW und Audi an Mercedes vorbeigezogen. Was also will er denn in den nächsten jahren besser machen?
    Ich sage da nur - er kann`s nicht!!

  • Aber für das Formel 1 und DTM Engagement haben sie immer noch genug Geld bei Daimler!

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