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Daimler-Finanzchef Uebber im Interview „Es gab sicher rentablere Anlagenformen“

Im Interview mit dem Handelsblatt erläutert Daimler-Finanzchef Bodo Uebber die Chancen und Risiken des Verkauf der US-Tochter Chrysler. Dabei redet er auch über ein Detail des Geschäfts, das bislang unbekannt war, gleichwohl es positiv für die Stuttgarter ist. Und er sagt, warum das Unternehmen über eine milliardenschwere Bürde zuerst geschwiegen hat.
  • Die Fragen stellten Martin Buchenau, Bernd Ziesemer
Daimler-Finanzchef Bodo Uebber geht im Gespräch mit dem Handelsblatt in die Details des Chrysler-Verkaufs. Foto: ap Quelle: ap

Daimler-Finanzchef Bodo Uebber geht im Gespräch mit dem Handelsblatt in die Details des Chrysler-Verkaufs. Foto: ap

(Foto: ap)

Handelsblatt: Herr Uebber, Sie waren ja im vergangenen Herbst der erste im Vorstand, der eine Trennung von Chrysler angedeutet hatte, auch wenn Sie danach wieder zurückgepfiffen wurden. Fühlen Sie sich im nachhinein bestätigt?

Uebber: Ich wurde gefragt, ob ich eine Trennung von Chrysler auf alle Zeiten ausschließen kann. Das konnte ich nicht. Dies bedeutete aber nicht, dass dieses Thema damals schon auf der Tagesordnung stand. Wir haben daher am Abend desselben Tages klargestellt, dass dieses Geschäftsfeld nicht zur Veräußerung steht, weil das zu dem Zeitpunkt die Entscheidungslage war. Erst später hat der Prozess eingesetzt, der schließlich zur Ankündigung im Februar führte, dass wir nun alle Optionen prüfen und dann am 14. Mai die Entscheidung getroffen werden konnte, die Mehrheit an Cerberus abzugeben.

Hatten Sie nach der Ankündigung im Februar eigentlich noch eine andere Wahl als die Trennung von Chrysler?

Ja. Aber natürlich wurde es im Laufe der Zeit schwieriger, für Chrysler zu anderen Lösungen zu kommen. Nicht nur, weil die Erwartungen des Finanzmarktes eindeutig waren, sondern auch, weil die Gespräche mit den interessierten Investoren immer konkreter wurden und sich für uns immer günstiger entwickelten.

Wenn Sie aus heutiger Sicht eine Überschrift für den Deal finden sollten, welche würde Sie wählen?

Wir haben eine sehr gute Lösung für alle Parteien erreicht. Wir haben eine gute Heimat für Chrysler gefunden. Daimler hat seine Verpflichtungen und Risiken, die wir mit Chrysler trugen, so weit wie möglich minimiert. Und wir haben die Transaktion in einem sehr akzeptablen Zeitraum durchgezogen.

Milliardär Roman Abramowitsch zahlte im Frühjahr rund 300 Mill. Dollar für die Scheidung von seiner Frau Irina. Lässt sich ungefähr beziffern, was Daimler die Ehe mit Chrysler gekostet hat?

Das lässt sich nicht beantworten, da es für Chrysler keine separate Bilanz gab. Die Chrysler Group trug von 1998 bis 2006 rund 11 Mrd. Euro zum Operating Profit des Konzerns bei, und zwar netto, also nach Abzug aller Verluste und Restrukturierungsaufwendungen. Aber wie rechnen Sie beispielsweise Synergien ein? Und wie berücksichtigen Sie Milliardeninvestitionen, die wir in den neun Jahren in die Chrysler-Fabriken gesteckt haben und mit denen ganz erhebliche Produktivitäts- und Qualitätsverbesserungen erreicht worden sind? Ich kann Ihnen nur folgende Zahlen nennen: Einen Tag vor der Fusion mit DaimlerBenz wurde Chrysler mit 26 Mrd. Dollar an der Börse bewertet, DaimlerBenz mit 41,8 Mrd Euro, heute beträgt die Marktkapitalisierung rund 70 Milliarden Euro; und wir werden nun Belastungen von schätzungsweise netto drei bis vier Milliarden Euro durch die Trennung haben.

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