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Daimler schließt Ausstieg nicht mehr aus Mitsubishi im Elchtest

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Entsprechend ungern sah sich Eckrodt mit der Erwartungshaltung einer Sanierung à la Carlos Ghosn konfrontiert. Der heute 61-jährige Eckrodt war zudem gefangen in der Mitsubishi-Gruppe, musste trotz des Daimler-Hauptanteils von inzwischen 37 Prozent Rücksicht nehmen auf die anderen Anteilseigner, vor allem Mitsubishi Heavy und das Mitsubishi Handelshaus. So war es schwierig, die Zuliefer- und Verkaufsverträge mit Mitsubishi-Unternehmen zu kündigen, während Ghosn die Rasenmähermethode anwenden konnte.

Dennoch verbreitete Eckrodt bald große Zuversicht. Die Wende, „der Turn-around“ sei da, sagte er, und nicht nur in Stuttgart glaubten sie dem Manager. Drastische Kostensenkungen, Fabrikschließungen und Personalkürzungen führten Mitsubishi im Geschäftsjahr 2001/2002 zurück in die Gewinnzone. Und im vergangenen Mai präsentierte Eckrodt gar den höchsten Gewinn in der Firmengeschichte. Die neue, schicke Firmenzentrale im Tokioter Stadtteil Shinagawa wurde bezogen.

Kaum jemand ahnte zu dieser Zeit, dass die Gewinne auf Treibsand gebaut waren. Die hohen US-Verkäufe waren nur mit ungesicherten Konsumentenkrediten möglich gewesen (siehe Kasten rechts). „Mit den US-Gewinnen konnten wir überleben. Wir wollten diese Erfolgsstory fortsetzen“, sagte ein sichtlich angeschlagener Eckrodt vergangene Woche entschuldigend, als er zum dritten Mal die Verlustprognose hochsetzen musste.

Das US-Management ist mittlerweile gefeuert, doch immer noch scheint unbegreiflich, warum in Tokio nicht schneller gegengesteuert wurde. Weitere Köpfe dürften rollen, als ein heißer Kandidat für das Ausscheiden gilt der Chef des Auslandsgeschäfts, Steven Torok.

Rund 45 000 Mitarbeiter hat Mitsubishi weltweit, der Umsatz soll im Geschäftsjahr 2003/04 auf umgerechnet 19 Milliarden Euro sinken. Mitsubishi verkauft rund 1,12 Millionen Autos im Jahr, gerade mal halb so viel wie Nissan. Für das Ende März ablaufende Geschäftsjahr ist ein operativer Verlust von 800 Millionen Euro angekündigt.

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