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Daniel O'Day Wie der Chef eines Biotech-Konzerns zum Hoffnungsträger in der Coronakrise wird

Erst ein Jahr ist Daniel O‘Day, der Chef des US-Biotech-Konzerns Gilead, im Amt. Sein Medikament Remdesivir könnte im Kampf gegen das Coronavirus helfen.
16.03.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Wie der Gilead-Chef zum Hoffnungsträger in der Coronakrise wird Quelle: Gilead Sciences
Daniel O`Day

Der Gilead-Chef hat sich innerhalb kürzester Zeit ins Rampenlicht katapultiert.

(Foto: Gilead Sciences)

New York Schaffe es, Daniel. Enttäusche uns nicht!“ Die Forderung kam von US-Präsident Donald Trump höchstpersönlich. Gemeint hatte er damit Daniel O’Day, den Vorstandsvorsitzenden des Biotech-Unternehmens Gilead Sciences. Denn dessen antivirales Medikament Remdesivir ist ein Hoffnungsträger im Kampf gegen das Coronavirus.

Gemeinsam mit anderen CEOs der US-Pharma- und Biotech-Branche war O’Day vor zwei Wochen nach Washington gereist. Eigentlich wollte Trump die Pharmavertreter wegen ihrer hohen Preise tadeln. Doch dann realisierte der Präsident noch während des Treffens, dass die anwesenden Manager dabei helfen könnten, die Corona-Krise einzudämmen. „Das ist alles sehr aufregend“, sagte Trump nach Angaben von Teilnehmern zu O’Day, als dieser ihm erklärte, dass sein Unternehmen womöglich bereits ein Mittel gegen die vom Coronavirus übertragene Krankheit Covid-19 hat.

Es ist die globale Corona-Krise, die O’Day, den hageren Manager, nur ein Jahr nach seinem Amtsantritt bei dem kalifornischen Biotech-Unternehmen Gilead innerhalb kürzester Zeit ins Rampenlicht katapultiert. Gileads Medikament Remdesivir, das sich gerade in der zweiten klinischen Testphase befindet, war ursprünglich im Kampf gegen Ebola entwickelt worden. Während es aber da eine nur zweifelhafte Wirkung zeigte, wurde es bei der Atemwegskrankheit Sars bereits deutlich erfolgreicher eingesetzt.

Ähnlich wie auch verschiedene Aidsmedikamente blockiert Remdesivir ein Enzym, das Viren zur Vermehrung benötigen. In Tierversuchen hat die Substanz nach Angaben von ‧Gilead eine relativ breite antivirale Wirkung gezeigt, unter anderem auch gegen die mit Sars verwandten Erreger der Mers-Infektionen. Dies wiederum werten die US-Forscher als Indiz dafür, dass das Mittel auch gegen den Erreger des Coronavirus wirken könnte.

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    Sowohl in China als auch in den USA und in Europa testen Krankenhäuser das Mittel nun an Freiwilligen, die an Covid-19 erkrankt sind. Es besteht die Hoffnung, dass es bei frühem Einsatz den Krankheitsverlauf abschwächen kann.

    O’Day hatte mit der Entwicklung des Medikaments nichts zu tun. Doch der 56-Jährige könnte davon immens profitieren. Denn er weiß, wie man ein Pharmaunternehmen erfolgreich leitet. Als studierter Biologe arbeitete er mehrere Jahrzehnte lang beim Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche, bevor er dann zu Gilead wechselte. Während seiner Zeit bei Roche machte er auch seinen MBA an der renommierten Columbia Universität und stieg später zum CEO der für die Schweizer so wichtigen Pharmasparte auf.

    Auf der Suche nach vielversprechenden Produkte anderer Hersteller

    Für den gebürtigen Texaner irischer Abstammung ist die derzeitige Aufmerksamkeit eher ungewohnt. O‘Day meidet normalerweise das Rampenlicht und hat bisher bei Gilead eher mit Zukäufen denn mit extravaganten Auftritten von sich reden gemacht. Zuletzt hatte das Unternehmen schließlich unter rückläufigen Umsätzen bei Hepatitis- und Aidsmedikamenten zu kämpfen, auch weil die Konkurrenz in diesem Bereich die Preise drückte. Deshalb hält O’Day auch Ausblick nach anderen Herstellern mit vielversprechenden Produkten.

    Anfang März hatte der Gilead-Chef knapp fünf Milliarden Dollar gezahlt, um das noch junge Biotech-Unternehmen Forty Seven zu übernehmen, das an vielversprechenden Blutkrebsmedikamenten arbeitet. Im vergangenen Jahr gab er bereits knapp vier Milliarden Dollar für eine Partnerschaft mit dem belgischen Biotech-Unternehmen Galapagos NV aus und beteiligte sich zudem mit 22 Prozent an Galapagos. Der Umsatz von ‧Gilead beträgt rund 20 Milliarden Dollar jährlich.

    Jetzt könnte durch die weltweite Coronakrise der größte Umsatzschub für Gilead anstehen. „Das Durchhaltevermögen meiner irischen Vorfahren ist für mich eine berufliche und persönliche Motivation“, sagte O‘Day vor ein paar Jahren bei einem Dinner der „Irish America“-Gesellschaft. Durchhaltevermögen ist derzeit besonders gefragt.

    Mehr: Der US-Präsident wirkt in der Coronakrise gnadenlos überfordert. Sein mangelhaftes Krisenmanagement erschwert den weltweiten Kampf gegen das Virus.

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