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Datagroup-Chef Max Schaber IT-Dienstleister zu Fachkräften – „Unternehmen bewerben sich bei Mitarbeitern“

Der Wettbewerb um IT-Fachkräfte ist hart, wie der Chef des IT-Dienstleisters Datagroup berichtet. Arbeitgeber müssen inzwischen eine Menge bieten.
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Seit den 1980er Jahren in der IT-Branche. Quelle: Datagroup
DataGroup-Chef Max Schaber

Seit den 1980er Jahren in der IT-Branche.

(Foto: Datagroup)

Pliezhausen Als Manager eines IT-Dienstleisters ist Datagroup-Chef Max Schaber vom Fachkräftemangel doppelt betroffen: Sein Unternehmen bekommt lukrative Aufträge, verliert aber auch Mitarbeiter an Kunden. Im Interview spricht er über die neue Realität am Stellenmarkt.

Herr Schaber, warum sind Ihre Angestellten bei Ihnen und nicht bei Google oder Zalando?
Das ist eine gute Frage. Wir haben sehr gute Arbeitsbedingungen, ein gutes Betriebsklima, interessante Aufgaben. Aber wir haben in den vergangenen Jahren auch sehr viele Unternehmen zugekauft, 21 Stück seit 2006. Damals hatten wir 120 Mitarbeiter, heute haben wir mehr als 2000. Mit dieser Strategie konnten wir dem Fachkräftemangel ganz gut trotzen.

Aber Sie müssen die hinzugekauften Mitarbeiter auch halten.
Ein ganz wichtiger Aspekt dabei ist sicher, dass unsere Mitarbeiter bei uns überwiegend Aufgaben bekommen, die sie eigenverantwortlich von A bis Z erledigen dürfen. Wir sind nur in einigen Bereichen arbeitsteilig, was uns von vielen international aufgestellten Unternehmen unterscheidet und für eine große Zufriedenheit der Mitarbeiter sorgt.

Suchen Sie auch noch klassisch per Stellenanzeige?
Auch. Was sich auf jeden Fall geändert hat, ist: Keiner kauft mehr die Katze im Sack. Das mag früher anders gewesen sein, aber heute schaut sich jeder neue Mitarbeiter den Arbeitsplatz genau an. Es werden zwei, drei Gespräche im Vorfeld geführt, man stellt den Kandidaten die Führungskräfte und Kollegen vor. Das Unternehmen bewirbt sich bei den Mitarbeitern. Nicht umgekehrt.

Wie erleben Sie den Fachkräftemangel als Dienstleister?
Der Mangel ist tatsächlich so groß, dass es auch vorkommt, dass Mitarbeiter zu wesentlich besseren Konditionen zu Kunden wechseln. Aber auch der andere Weg ist möglich: Kundenmitarbeiter erleben uns als interessanten Arbeitgeber und wechseln zu uns. Oder wir erleben auch, dass viele Unternehmen die internen Mitarbeiter ihrer IT-Abteilungen für Digitalisierungsprojekte einsetzen und klassische Betriebsaufgaben ihrer IT an uns abgeben.

Sie sind seit den 1980er-Jahren in der IT-Branche tätig und sind somit quasi von Anfang an mit dabei. Hat aus Ihrer Sicht Deutschland den Anschluss verloren?
So hart würde ich es nicht formulieren, aber wir sollten unbedingt Gas geben. Die IT-Branche wächst unglaublich schnell. Dass wir nicht genügend Kräfte haben, die nachwachsen, ist dabei ein großes gesellschaftliches Problem, um das sich die Politik zu wenig kümmert. Ich lerne auf Berufsanfängertagen viele Eltern kennen, die haben überhaupt keine Ahnung, was ein Informatiker für Karrierechancen hat. Dabei liegt der Beruf in der Einkommensskala ganz weit vorn.

Wo müsste man Ihrer Meinung nach ansetzen?
Beim Lehrplan in der Schule. Dort müsste nicht nur das Fachwissen, sondern auch gesellschaftlicher Kontext gelehrt werden: Was macht eigentlich ein Ingenieur oder ein Softwareentwickler? Wie kann der zur Bildung von Werten beitragen? Junge Menschen wollen ja etwas gestalten, erschaffen. Das muss gefördert werden.

Herr Schaber, vielen Dank für das Interview.

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