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Datenzentrum BMW und Tencent treiben das autonome Fahren in China voran

BMW und der chinesische Tech-Riese Tencent bauen ein großes Datenzentrum für selbstfahrende Autos in China. Der Verkehr dort ist für die Technik eine besondere Herausforderung.
Update: 19.07.2019 - 12:27 Uhr Kommentieren
Die Münchner konnten in China mit ihren beiden Marken BMW und Mini im ersten Halbjahr um 16,8 Prozent zulegen. Quelle: AP
BMW auf der Automesse in Schanghai

Die Münchner konnten in China mit ihren beiden Marken BMW und Mini im ersten Halbjahr um 16,8 Prozent zulegen.

(Foto: AP)

Peking BMW und der chinesische Internetriese Tencent bauen in der Nähe von Peking ein großes Datenzentrum für selbstfahrende Autos. Tencent soll die in Testfahrten generierten Daten speichern, verwalten und die nötige Hardware zur Verarbeitung der Daten entwickeln. Das Zentrum „wird die eigenständige Entwicklung und Innovation von BMW in China unterstützen“, sagte BMW-China-Chef Jochen Goller.

Das neue Rechenzentrum in China wird eng mit einer ähnlichen Dateneinrichtung in München zusammenarbeiten. Der globale BMW-Chef für autonomes Fahren, Alejandro Vukotich, hob jedoch mit Verweis auf die strengen chinesischen Cyber-Sicherheitsgesetze hervor, dass weder die in China gesammelten Daten nach Europa noch umgekehrt transferiert würden. Stattdessen hätten beide Seiten Zugriff auf eine gemeinsam entwickelte Software, in die sie lokal generierte Algorithmen einspeisen.

Der scheinbar chaotische Verkehr in China ist eine besondere Herausforderung. Vukotich räumte ein, dass es ihm einst als „unlösbares Problem“ vorgekommen sei. Aber die vielen „Grenzsituationen“ haben nach seiner Darstellung einen großen Vorteil: „Wenn wir das Problem in China lösen, haben wir es auch für andere Märkte gelöst.“

BMW plant, voraussichtlich im Jahr 2021 in China halbautonome oder als L3 klassifizierte Autos einführen zu wollen. Bis 2024 will der Autobauer in Zusammenarbeit mit Daimler nahezu autonome Autos auf die Straßen bringen.

Bereits jetzt betreibe der Münchener Autohersteller mit mehr als 1000 Ingenieuren an drei Standorten die größten Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen außerhalb von München. Mit Tencent, das auch die weltweit populäre Allzweck-App WeChat betreibt, habe BMW einen „passenden Partner“ gefunden.

Zudem lobte BMW-China-Chef Goller das chinesische Umfeld: „Andere Länder reden über 5G, China baut es“, sagte er über den neuen schnellen Mobilfunkstandard. Beim autonomen Fahren müssen enorme Datenmengen verarbeitet werden, die bei der Echtzeit-Analyse von Straßen- und Verkehrsverbindungen anfallen. Der 5G-Standard verkürzt die Datenübertragungs- und Reaktionszeiten substanziell und macht autonomes Fahren erst möglich. Die Kunden von BMW in China seien mit 36 Jahren im Durchschnitt jünger und sehr technikaffin.

Tencent hinkte bisher bei der Entwicklung von selbstfahrendender Technologie dem derzeitigen chinesischen Marktführer Baidu, einem Suchmaschinenanbieter, hinterher. Dowson Tong, Leiter von Tencent Cloud und Smart Industries, teilte in einer Erklärung mit, dass sein Unternehmen hoffe, einen „neuen Maßstab“ für chinesische Technologieunternehmen bei der Zusammenarbeit mit internationalen Autoherstellern zu setzen.

Während die Pkw-Verkäufe im weltweit größten Automarkt in China seit Jahresanfang insgesamt um rund 9 Prozent zurückgingen, konnten die Münchner mit ihren beiden Marken BMW und Mini im ersten Halbjahr um 16,8 Prozent zulegen. Vor allem die lokale Fertigung des X3, das nun auch im Werk in Shenyang produziert wird, und der Mini hätten diesen positiven Schub verursacht, sagte Goller.

Mehr: Oliver Zipse wird neuer Chef des Autobauers. Der Produktionsvorstand ist bereits eine Art Außenminister von BMW. Auf ihn warten gewaltige Aufgaben.

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