Defekte Zündschlösser Klage gegen GM könnte Continental treffen

Der Rechtsstreit um defekte Zündschlösser richtet sich nicht mehr nur gegen General Motors. Wegen eines möglichen Fehlers an den Airbags haben die Kläger nun einen deutschen Autozulieferer im Visier.
Update: 18.04.2014 - 16:45 Uhr Kommentieren
Der für seine Reifen bekannte Continental-Konzern stellt auch Airbag-Systeme her. Deren Rolle im Zündschloss-Skandal bei GM steht nun zur Debatte. Quelle: dpa

Der für seine Reifen bekannte Continental-Konzern stellt auch Airbag-Systeme her. Deren Rolle im Zündschloss-Skandal bei GM steht nun zur Debatte.

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New YorkIm Rückruf-Skandal bei General Motors (GM) droht nun auch dem deutschen Autozulieferer Continental Ärger. In einer bei einem Bundesgericht im US-Bundesstaat Kalifornien eingereichten Klage wird die Conti-Tochter Continental Automotive Systems US beschuldigt, von ihr für den amerikanischen Konzern produzierte Airbags hätten nicht funktioniert.

Hintergrund ist ein Zündschlossdefekt in GM-Fahrzeugen: Stößt der Fahrer etwa an den Zündschalter, geht unter Umständen der Motor aus. Auch Servolenkung, Bremskraftverstärker und Airbags fallen dann aus. Der Fehler wird mit 13 Todesfällen in Verbindung gebracht. 2,6 Millionen Autos der Opel-Mutter wurden zurückgerufen.

Nach Darstellung der Kläger stellte Conti Airbagsysteme für die betroffenen Wagen her. Demzufolge gehören dazu auch Sensoren, die bestimmen sollen, ob und wann ein Airbag bei einem Unfall aufgeblasen wird. Das System von Continental sei fehlerhaft, weil es sich ausschalte, wenn der Zündschlüssel in eine andere Position gebracht werde, heißt es in der Klageschrift. Der Anwalt Adam Levitt erklärte, Continental habe anscheinend bereits im Jahr 2005 von dem Fehler gewusst. Damals habe es ein Treffen mit GM gegeben, um nach einem Unfall zu ermitteln. Continental habe weder die Airbags überarbeitet noch die zuständige Behörde oder die Öffentlichkeit gewarnt, erklärte der Jurist.

Immer neue Pannen sorgen für Rückrufe
Takata
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Beim größten Rückruf in der US-Automobilgeschichte hat der japanische Zulieferer Takata wegen defekter Airbags den Rückruf von insgesamt fast 34 Millionen Autos in den USA veranlasst. Das Unternehmen verdopple damit die Anzahl der in die Werkstätten beorderten Fahrzeuge, teilten die US-Behörden am Dienstag mit. Takata räumte demnach erstmals ein, dass die in elf Automarken eingebauten Airbags des Unternehmens fehlerhaft sind. Von der Rekord-Rückrufaktion in den USA sind laut US-Verkehrsminister Anthony Foxx elf Hersteller betroffen: BMW, Fiat, Chrysler, General Motors, Ford, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Subaru, Toyota und vor allem Honda.

Hyundai Sonata
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Toyota und Nissan rufen im Mai 2015 wegen Problemen mit Airbags weltweit etwa 6,5 Millionen Fahrzeuge zurück. Die Luftkissen des Zulieferers Takata sollen wegen eines möglichen Defekts vorsichtshalber ausgetauscht werden. Es gehe erneut um die Gasgeneratoren, mit denen die Airbags aufgeblasen werden. Berichte über Unfälle oder Verletzungen habe es nicht gegeben, teilten sowohl Toyota als auch Nissan mit.

Toyota bestellt knapp fünf Millionen Fahrzeuge wieder ein, darunter die Modelle Corolla und Vitz. Nissan holt rund 1,56 Millionen Autos in die Werkstätten.
Seit 2008 sind bereits mehr als 20 Millionen Fahrzeuge mit Takata-Airbags von Rückruf-Aktionen betroffen, darunter auch Autos von Herstellern außerhalb Japans wie BMW und Ford.

Smart Fortwo
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Anfang Mai 2015 ruft Daimler in China 19.000 Autos in die Werkstätten. Betroffen sind rund 10.500 Fahrzeuge der Mercedes-Benz A- und B-Klasse sowie rund 8500 kompakte Stadtautos Smart Fortwo. Bei der A- und B-Klasse handele es sich um ein Problem mit der Seitenwelle, sagte ein Daimler-Sprecher. Dadurch könne das Fahrzeug nicht mehr lenkbar sein. Fälle, in denen das passiert sei, seien aber noch nicht bekannt. Die Kunden würden vorsorglich benachrichtigt. Beim Smart entspreche die Verschraubung an einer Lenkung nicht den Vorgaben. Das habe zwar keine Auswirkungen auf die Lenkbarkeit, das Problem werde aber vorsorglich ebenfalls behoben.

Daimler
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Daimler hat am 16. Februar in Deutschland und China den Rückruf von 150.000 Fahrzeugen wegen möglicher Sicherheitsprobleme gestartet. Untersuchungen hätten ergeben, dass sich unter Umständen Auto-Teile lösen und ein Feuer verursachen könnten, teilte die zuständige chinesische Aufsichtsbehörde am Montag mit.

Daimler bestätigte die Rückrufaktion. In China seien 127.000 Fahrzeuge betroffen, in Deutschland rund 22.000 Autos. Informationen über weitere Länder lägen noch nicht vor, sagte ein Daimler-Sprecher. Bei den Fahrzeugen könnten Sicherheitsrisiken nicht ausgeschlossen werden. Bislang gebe es aber noch keine Berichte über Unfälle oder Schäden.

Der Fehler liege bei einer Dichtung an einer Trennwand im Motorraum, sagte der Sprecher. Es bestehe die Gefahr, dass diese sich löse. Betroffen seien zwischen 2012 und 2014 hergestellte Fahrzeuge der CLS- und der E-Klasse. Die Teile würden kostenlos ausgetauscht.

Mercedes E-Klasse
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Nach Europa und China folgt nun nur eine Woche später ein weiterer Rückruf in den USA: Mercedes muss hier noch einmal 147.000 Wagen zurückrufen. Grund dafür ist eine mögliche Brandgefahr der Autos.

Porsche
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Porsche ruft den chinesischen Aufsichtsbehörden zufolge in der Volksrepublik mehr als 14.500 Fahrzeuge zurück. Grund seien Fehler an den Nockenwellen der Autos, teilte die nationale Qualitätsprüfstelle auf ihrer Internetseite mit. Betroffen sind demnach unter anderem mehrere Importmodelle des Sportwagens Panamera sowie zwei des Geländewagens Cayenne.

Die Autos seien zwischen April 2009 und September 2011 gebaut worden. Die chinesische Behörde erklärte, die Fahrzeuge stellten ein Sicherheitsrisiko dar, Porsche tausche das fehlerhafte Bauteil kostenlos aus. Die Volkswagen -Tochter hatte im vergangenen Jahr ihren Absatz in China kräftig gesteigert.

Jeep
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Der Autohersteller Fiat Chrysler ruft wegen möglicher technischer Probleme mit den Seiten-Airbags weltweit Geländewagen zurück. Bei insgesamt 228.181 Jeep Cherokees von 2014 und 2015 solle ein Software-Upgrade durchgeführt werden, teilte das Unternehmen mit.

Mit gut 168.000 Fahrzeugen entfalle der Großteil auf die USA. Der Konzern wisse von keinen Unfällen im Zusammenhang mit dem Problem.

Continental erklärte, die Systeme entsprächen dem Stand der weltweiten Technik. Sie erfüllten voll und ganz die exakten Spezifikationen der Kunden, sagte eine Sprecherin am Freitag. Die Klageschrift sei Continental noch nicht zugegangen, daher könne der Konzern zu Einzelheiten keine Stellung nehmen.

Zündschloss-Probleme wohl auch bei Cadillac

Continental ist nicht der erste Zulieferer, gegen den in dem Fall geklagt wird. Auch der Zündschalter-Hersteller Delphi Automotive ist betroffen. Wie aus Delphi-Unterlagen an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hervorgeht, gab es auch Probleme mit den Zündschlössern bei Fahrzeugen der Luxusmarke Cadillac. Demzufolge berichteten darüber GM-Ingenieure vor mehr als acht Jahren. Testfahrer hätten den Motor während der Fahrt aus Versehen mit den Knien abgestellt. Weder von GM noch von der Verkehrsaufsicht waren zunächst Stellungnahmen zu erhalten.

GM hat wiederholt erklärt, die wegen der Zündschlossprobleme zurückgerufenen Autos könnten weiterhin sicher gefahren werden, sofern sich nur der Zündschlüssel am Schlüsselbund befindet. Dies sei durch mehr als 80 Tests belegt. Dabei sei allerdings nicht geprüft worden, ob eine Berührung des Zündschlüssels mit den Knien den Motor abwürgen könnte, räumte ein Konzernsprecher ein. Opferanwälte und Verbraucherschützer waren am Donnerstag vor einem texanischen Gericht mit ihrem Antrag gescheitert, den Betrieb der Fahrzeuge solange zu untersagen, bis Reparaturen vorgenommen wurden. Viele Kläger werfen GM vor, von dem Problem mehr als ein Jahrzehnt gewusst zu haben.

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