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Deloitte-Umfrage Drei von vier britischen Finanzchefs fürchten den Brexit

Sie wollen weniger Leute einstellen, die Kosten senken und weniger für Fusionen ausgeben: Britische Finanzchefs fürchten den Brexit mehr denn je.
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Die Stimmung unter den Unternehmen Großbritanniens trübt sich ein. Quelle: AFP
Regen über London

Die Stimmung unter den Unternehmen Großbritanniens trübt sich ein.

(Foto: AFP)

DüsseldorfDer Brexit rückt näher, die Sorge wächst: Etwa neun Monate vor dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens macht sich in den Führungsetagen der Firmen auf der Insel zusehends Skepsis breit. In einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte unter 103 britischen Finanzchefs äußerten sich 75 Prozent mit Blick auf den Brexit pessimistisch. Im Frühjahr waren es noch 68 Prozent gewesen.

Sie befürchten, dass ihr Geschäftsumfeld langfristig Schaden nimmt. Auch herrscht der Umfrage zufolge weiter Unsicherheit darüber, wie der Zeitplan des Brexits und dessen Gestaltung aussehe.

Die Furcht vor dem Brexit erreicht damit den höchsten Wert seitdem Deloitte die Frage nach dem Austrittsvotum im Sommer 2016 erstmals in die vierteljährlichen Umfrage aufgenommen hatte. Zum wiederholten Mal sehen die britischen Finanzchefs den EU-Austritt als größte Gefahr für ihr Unternehmen. Als weitere Risiken empfinden sie demzufolge die schwache Binnennachfrage in Großbritannien, die Erhöhung der Zinsen in den USA und Großbritannien und der weltweit zunehmende Protektionismus.

Die Wirtschaft auf der Insel lahmt auch wegen der vergleichsweise hohen Inflation. Denn die Landeswährung Pfund schwächelt seit dem Brexit-Votum im Sommer 2016. Das macht Importe teurer und zehrt an der Kaufkraft der Briten.

Als Reaktion planen 40 Prozent der 103 befragten Finanzchefs, weniger Leute einzustellen. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als noch im Frühjahr. Rund 34 Prozent wollen ihre Kapitalausgaben zu reduzieren, im Frühjahr war es noch ein Viertel der Befragten.

Weniger Fusionen und Übernahmen

Auch die Fusions- und Übernahmeaktivitäten dürften durch das Risiko des Brexits in Mitleidenschaft gezogen werden: So planten 17 Prozent der befragten Finanzchefs ihr Engagement in diesem Bereich zurückfahren, im Vorquartal waren es noch 13 Prozent.

Die Ergebnisse der vierteljährlichen Befragung passen zu einer Studie der Lloyds Bank von voriger Woche. Diese ergab, dass die Zuversicht mit Blick auf die Geschäftsaussichten auf den niedrigsten Stand in diesem Jahr gesunken ist.

Die Politik lieferte zuletzt kaum Nachrichten, die die Investoren hätten optimistischer stimmen können. Bei dem am Freitag abgeschlossenen EU-Gipfel kritisierten die Staats- und Regierungschefs Europas Großbritannien für den mangelnden Fortschritt bei der Festlegung der irischen Grenze.

EU-Chefunterhändler Michel Barnier sagte, dass er detaillierten Vorschläge Großbritanniens für die Beziehungen zur Gemeinschaft nach dem Brexit erwarte. Auch warnte er erneut, dass die Zeit für eine Einigung knapp werde.

Etwas milder gestimmt scheint Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch wenn die Beziehungen mit den Briten künftig „weniger eng“ würden, bliebe klar, dass Deutschland auch nach 2019 mit Großbritannien bei der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik zusammenarbeiten werde.

Spannend für Firmenlenker und Investoren dürfte der Donnerstag werden. Dann empfängt Merkel die britische Premierministerin Theresa May im Kanzleramt. Schwerpunkt der Gespräche sollen die Brexit-Verhandlungen sein.

Mit Material von Reuters und dpa

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