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Designer-Leitungswasser Wie aus "Kraneberger" Lifestyle-Wasser wird

Der Verzehr von Wasser gilt als chic. Auch der Verkauf des Produkts gilt als einer der großen Wachstumsbereiche in der Nahrungsmittelbranche. Dabei ist die Herstellung - wie bei der Dasani-Produktion - äußerst einfach.
  • Andreas Hoffbauer (Handelsblatt)
Dasani: Das Leitungswasser aus dem Hause Coca-Cola.

Teures Wässerchen: Das Coca-Cola Leitungswasser.

HB LONDON. Das größte Geheimnis von Coca-Cola ist das Rezept. Die Zutaten für das stille Wässerchen Dasani, das der US-Konzern kürzlich auf den britischen Markt gebracht hat, sind dagegen simpel - es ist Leitungswasser. Abgefüllt wird Dasani nämlich in einer Anlage im kleinen Örtchen Sidcup, südöstlich von London. Und die Getränkefabrik wird wie die gesamte Region von der RWE-Tochter Thames Water beliefert. Das hat eine Konzernsprecherin erfrischend unbedarft eingestanden.

Dann fingen Journalisten an zu rechnen: Der halbe Liter Alltagswasser kostet 0,03 Pence. Dasani wird in blauen Designer-Fläschchen für 95 Pence (1,40 Euro) angeboten. "Eine Spanne von 3 000 Prozent", haben die Schlagzeilen freudigen englischen Zeitungen errechnet. Und das ist selbst für die Briten zu viel, die sonst in Sachen Managergehälter und Gewinnmaximierung einiges gewohnt sind. Ein Sturm der Entrüstung weht über die Insel. Wie viel ist unser Wasser wert? Das Urteil : "Ripp-Off"- Betrug!

Landauf, landab veranstalten Zeitungen, TV- Teams und Radiosender auf den Straßen Blindverkostungen. "Niemand spürt den Unterschied zwischen Dasani und Leitungswasser - nur die Haushaltskasse", wettern Verbraucherschützer. Aber es hagelt nicht nur Hohn und Spott. Die Lage ist ernst. Die Natural Mineral Waters Association hat eine Untersuchung gefordert, und die Foods Standards Agency hat sich eingeschaltet. Beamte der Aufsicht haben schon bei den lokalen Behörden in Sidcup angeklopft und um Amtshilfe gebeten. Denn Dasani wird als "pures" Wasser angeboten. "Das Label verspricht reines Wasser, obwohl wir in Wirklichkeit von Leitungswasser reden", erklärt der Mineralwasserverband.

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