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Deutsche Umwelthilfe BMW wittert „gezielte Kampagne“

Mit scharfen Worten weist BMW-Vorstand Klaus Fröhlich Kritik der Deutschen Umwelthilfe zurück. Die Organisation wirft dem Konzern geschönte Abgaswerte vor – und fordert den Zulassungsentzug für ein Diesel-Modell.
05.12.2017 Update: 05.12.2017 - 15:39 Uhr 3 Kommentare

Vorwürfe der Umwelthilfe – Hat auch BMW manipuliert?

München/Berlin Die Deutsche Umwelthilfe will die Typzulassung eines von ihr getesteten BMW-Modells wegen angeblich zu hoher Abgaswerte überprüfen lassen. Man habe eigene Messergebnisse dem geschäftsführenden Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) und dem Kraftfahrtbundesamt zukommen lassen, sagte DUH-Chef Jürgen Resch am Dienstag in Berlin. Sollten sich die Messungen bestätigen, fordert Resch einen Entzug der Typzulassung „und gleichzeitig einen amtlichen Rückruf für alle Fahrzeuge zu veranlassen, die eine ähnliche Abgasreinigung haben.“ Es geht um einen BMW 320d aus dem Jahr 2016.

BMW wehrte sich gegen die Vorwürfe. „Wenn ein Tester bewusst und zielgerichtet untypische Fahrweisen im Randbereich erzwingt, um plakative Emissionswerte zu konstruieren, dann hat das Züge einer gezielten Kampagne“, sagte Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich. Der Autobauer teilte mit, dass Fahrzeuge von BMW grundsätzlich den gesetzlichen Vorschriften entsprächen und nicht manipuliert seien. BMW werde sich gegen „falsche Berichterstattung“ mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr setzen.

Einem technisch identischen Modell habe schon 2015 der TÜV Süd nach unabhängiger Prüfung ein „sehr robustes Abgasverhalten“ und Stickoxid-Werte „innerhalb der technisch erklärbaren sowie erwartbaren Toleranz“ bescheinigt. Zudem habe das Kraftfahrtbundesamt erst im vergangenen Sommer den Antrieb des 320d überprüft und „für gut befunden“.

Die Abgas-Messeinrichtung auf einem Bild, das die Deutsche Umwelthilfe zur Verfügung gestellt hat. Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH)
Getesteter BMW

Die Abgas-Messeinrichtung auf einem Bild, das die Deutsche Umwelthilfe zur Verfügung gestellt hat.

(Foto: Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH))

Die DUH veröffentlichte am Montag eigene Messergebnisse und ließ diese nach eigenen Angaben auch dem Bundesverkehrsministerium und dem Kraftfahrtbundesamt zukommen. Resch sagte, es bestünden „sehr starke Indizien für das Vorhandensein einer Abschalteinrichtung“, die schon im „mittleren Drehzahlbereich“ im alltäglichen Fahrbetrieb die Abgasreinigung herunterregele. Das sei aus DUH-Sicht nicht mit dem Schutz des Motors begründbar und damit rechtlich nicht zulässig

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    Zuvor hatten die ZDF-Sendung „Wiso“, die an den DUH-Messungen beteiligt war, sowie die Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ (Dienstag) berichtet. Die Messungen der DUH hätten ergeben, dass die Emissionen von Stickoxiden (NOx) bei einem neuen BMW 320 Diesel bei Messungen auf der Straße bis zu sieben Mal so hoch lagen wie im Labortest nach dem Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ).

    Bei Überprüfungen der Motorsteuerung auch mit Hilfe externer Experten habe sich herausgestellt: Die Software war offenbar so programmiert, dass die Abgasrückführung bereits ab einer Drehzahl von 2000 Umdrehungen pro Minute reduziert und ab 3500 Umdrehungen komplett abgeschaltet wird. Eine solche Drehzahl werde bereits bei 47 Stundenkilometern im zweiten Gang, bei 70 km/h im dritten Gang, 87 km/h im vierten Gang oder 112 km/h im fünften Gang erreicht. „Nach Rechtsauffassung der DUH sind solche Abschalteinrichtungen, die dauerhaft aktiviert werden, nicht legal“, betonte Resch.

    „Motorschutzgründe“ können nach Ansicht der DUH nicht vorgebracht werden, da die Abgasreinigung in allen normalen Betriebssituationen in vollem Umfang funktionieren müsse: „Wenn man das Fahrzeug auf dem Prüfstand misst, ist es ein sauberes Fahrzeug. Auf der Straße ist es aber deutlich schmutziger“, sagte der Projektleiter für die Abgasmessungen, Axel Friedrich: „Wir vermuten, dass eine Art der Abspeicherung der Kenndaten für den Prüfstand enthalten ist. Es ist nicht unsere Aufgabe dies zu untersuchen, sondern Aufgabe des Kraftfahrtbundesamtes.“ BMW trage bislang nichts dazu bei, Aufklärung zu leisten.

    Das Bundesverkehrsministerium lässt von der Umwelthilfe erhobene Vorwürfe überprüfen. „Das Kraftfahrt-Bundesamt ist unmittelbar nach Bekanntgabe der Vorwürfe von der Untersuchungskommission des BMVI beauftragt worden, den Vorwürfen nachzugehen“, teilte das Ministerium in Berlin am Dienstag auf Anfrage mit. Eine Sprecherin des Kraftfahrbundesamtes wollte sich auf Reuters-Anfrage nicht zu dem Vorgang äußern.

    BMW forciert Wandel zur E-Mobilität
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    3 Kommentare zu "Deutsche Umwelthilfe: BMW wittert „gezielte Kampagne“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das ist doch klar - die DUH braucht mal wieder Geld. Nachdem ja die Grünen mit Jamaika gescheitert sind. - Wer will mit diesen Spassbremsen schon zusammenarbeiten. Geht es jetzt hier wieder los.. Oder haben Sie irgendwas gelesen wären der Verhandlungen. Kein Wort. Kein Satz auf Hofreiters und Göhring-Eckerst Facebook Account. Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. Wird wieder über die DUH gehetzt. Damit der Herr Reschke seine Jacht am Bodensee behalten kann...
      Und wer hats verbockt - der liebe Jürgen.. zweimal dabei bei Verhandlungen zweimal jämmerlich gescheitert...

    • Unter 15 Grad und bei minimal höhere Last funktioniert die Abgasreinigung nicht. Da hätten sich die Hersteller diese "Abgasreinigung" auch sparen können. Alles Mogelpackungen, aber legal muss man schon sagen. Wenn die Autoindustrie die Abgasmessungen für die Zulassung diktieren können dann kann man sich die Zulassung auch sparen.

    • Wer finanziert eigentlich die Deutsche Umwelthilfe? Ich glaube dieser Organisation kein Wort.

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