Deutscher Autozulieferer Chinesen übernehmen Kiekert

Der weltgrößte Türschloss-Hersteller Kiekert kommt in chinesische Hände. Damit kann der Käufer Hebei Lingyun Industrial aus Peking seinen Umsatz mehr als verdoppeln.
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Kiekert produziert jährlich über 36 Millionen Zentralverriegelungen und andere Schlösser. Quelle: picture-alliance/ obsKiekert AG

Kiekert produziert jährlich über 36 Millionen Zentralverriegelungen und andere Schlösser.

(Foto: picture-alliance/ obsKiekert AG)

Frankfurt/HeiligenhausErneut kommt ein deutscher Autozulieferer in chinesische Hände: Der weltgrößte Türschloss-Hersteller Kiekert AG aus Heiligenhaus bei Düsseldorf wird an die Hebei Lingyun Industrial aus Peking verkauft, die mit der Übernahme ihren Umsatz auf mehr als 1,3 Milliarden Euro fast verdoppelt, wie Kiekert am Dienstag mitteilte. Kiekert, der Erfinder der Zentralverriegelung für Autotüren, gehört seit gut fünf Jahren drei Finanzinvestoren, die sich in die Kredite eingekauft und damit die Private-Equity-Firma Permira hinausgedrängt hatten.

Seither wurde das Unternehmen mit 4000 Mitarbeitern saniert, heute sei es profitabel, hieß es in der Mitteilung. „Das Unternehmen ist für den Verkauf an einen strategischen Investor aus dem Automobilsektor bestens vorbereitet.“ Kiekert setze weit mehr als 500 Millionen Euro um.

China hat sich den Kauf von Unternehmen und Technologien in Europa zum großen Ziel gesetzt. Zu den strategischen Branchen, in die systematisch investiert werden soll, gehören die Auto-Industrie und der Maschinenbau. Hatten chinesische Käufer erst nur Sanierungsfälle wie Saargummi gekauft, greifen sie nun auch nach gesunden Unternehmen wie KSM Castings oder dem Betonpumpen-Hersteller Putzmeister.

Kiekert verspricht sich von der Übernahme durch Lingyun mehr Chancen im Geschäft mit asiatischen Autobauern. Umgekehrt sollen die Produkte der Chinesen - unter anderem Zierteile und Auto-Türelemente - auch an die Kunden von Kiekert in Europa und den USA verkauft werden. Bisher beliefert Lingyun vor allem die chinesischen Autohersteller und ihre Gemeinschaftsunternehmen mit ausländischen Konzernen. Lingyun habe genug Geld, um Kiekert auch bei Zukäufen finanziell unter die Arme zu greifen, betonte das Unternehmen. 

Der rheinländische Autozulieferer war zu einem Sinnbild für die „Heuschrecken“-Debatte um die Rolle von Finanzinvestoren in der Wirtschaft geworden. Permira hatte im Jahr 2000 rund 530 Millionen Euro für die bis dahin börsennotierte Kiekert gezahlt und die Schulden auf das Unternehmen abgewälzt, das aber nach Verlusten mit den Zinsen überfordert war. Permira musste Kiekert schließlich an die Gläubiger abtreten - die Hedgefonds BlueBay und Silver Point sowie die Investmentbank Morgan Stanley. Die Verbindlichkeiten wurden drastisch reduziert.

Die Lingyun-Gruppe produziert mit 10.000 Beschäftigten an mehr als 40 Standorten unter anderem Zierteile, Spezialschläuche, Türelemente und Gelenkwellen und ist vor allem auf den chinesischen Markt ausgerichtet. Der Umsatz betrug zuletzt über 700 Millionen Euro. Lingyun ist nach Angaben der „Automobilwoche“ ein Tochterunternehmen des Norinco-Konzerns, der unter anderem in der Rüstungsindustrie aktiv ist. Die Zeitung hatte berichtet, der Verkauf von Kiekert an Lingyun stehe kurz bevor.

  • rtr
  • dpa
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8 Kommentare zu "Deutscher Autozulieferer: Chinesen übernehmen Kiekert"

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  • Ach nee. China kennt nur Krieg und unterdrückt 70 Völker. Auch Vietnam(Annam) kann von der "Friedfertgkeit" der Chinesen ein Lied singen.

  • China war in den letzten 2000 Jahren auserhalb des eigenen Landes kaum miltiärisch aktiv! Ganz im gegensatz zu Amerika oder Deutschland. Warum nur verfallen alle immer in planke Panik wenn China mal einen Flugzeugträger kauft; wieviele haben die USA?

    Wir sollten unsere Beziehungen zu den Chinesen deutlich normalisieren, Ängste ablegen aber kritisch bleiben.

  • Tagsüber gehen dann in Deutschland bald Hunderttausende für die Finanzierung des chinesischen Militärhaushaltes
    arbeiten,der die ganze Welt in Schach hält.
    Chinesische Lobbyisten schmieren unsere Politiker und unsere Gewerkschafter.Dieser ganze Wahnsinn ist wohl nicht
    mehr aufzuhalten.
    Bald interessiert sich niemand auch nur einen Furz für irgendetwas anderes als sein eigenes Auskommen.
    Dann fässt sich die Merkel beim Abspielen der Nationalhymne auch so bekloppt ans Herz wie die dusseligen
    Amerikaner.

  • China verfügt über 1/3 der weltweiten Seltene Erden- Aufkommen und wird dem Westen den Rest mit Falschgeld abkaufen. Hat jemand die Kontrolle über die chinesischen Gelddruckereien?

  • Im Zeichen zunehmender Globalisierung sind strategische Firmenkäufe/und Verkäufe nicht ungewöhnlich. Ggfls. bieten sich so auch für den Deutschen Zulieferer neue Chancen.
    Zynische Kommentare, in denen Dinge vermischt werden, sind fehlt am Platz. China hat auch etwas zu bieten, z.B. Seltene Erden.

  • Armes Deutschland. Wir verschenken unsere Grundlagen.

  • der anonyme Benutzer hat Recht - was irgendwann übrigbleibt
    mutiert dann zum Wanderarbeiter

  • Die Chinesen machens richtig:
    kaufen mit Monopolygeld (Dollar/Euro) KnowHow und Wirtschaftkapazität
    Die deutschen Deppen lassen mit ihrem EZB-Geld die windigen Anleihen aus Griechnland und Co finanzieren

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