Deutscher Tesla-Chef Schröder Echte Elektro-Förderung statt Papierkrieg

Nur eine finanzielle Förderung der Elektromobilität in Deutschland wird es heimischen Autobauern ermöglichen, sich im Wettbewerb zu positionieren, meint der deutsche Tesla-Chef Schröder. Ein Gastkommentar.
  • Philipp Schröder
42 Kommentare
Zeit für eine kritische Bilanz

BerlinDas Ziel der Bundesregierung ist ambitioniert: Die Schaufensterpolitik und das E-Mobilitätsgesetz sollen in den nächsten vier Jahren knapp eine Million elektrische Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen bringen, ein Ziel, das dem ureigenen Interesse der deutschen Automobilindustrie dient.

In diesem globalen Zukunftsmarkt, der Elektromobilität, soll Deutschland von Anfang an Taktgeber für Standards und die weitere globale Marktentwicklung werden – hohe Absatzzahlen im Heimatmarkt sind der Schlüssel dazu. Gelingt der zügige Hochlauf der Stückzahlen in Deutschland vor anderen Märkten, wäre das ein entscheidender Wettbewerbsvorsprung der heimischen Industrie, die zum globalen Leitanbieter aufsteigen würde. So jedenfalls sieht der Plan aus, den die Bundesregierung vor einigen Jahren formulierte.

Auf der Nationalen Konferenz zur Elektromobilität in Berlin wäre es an der Zeit, eine kritische Zwischenbilanz zu ziehen. Denn in der Realität greift keines der gewählten Instrumente, um die „Energiewende auf der Straße“ voranzutreiben. Fahrer von Elektrofahrzeugen müssen sich heute durch viel Papier wühlen, um überhaupt einen Zuschuss etwa zur Leasingrate aus den Schaufensterprojekten zu bekommen. Die Elektrowende wird so zum Papierkrieg.

Der Zuschuss selbst wird dann nur über ausgewählte Finanzanbieter ausgezahlt. Und die Finanzinstitute der Autokonzerne sind eher daran interessiert, die hauseigenen Elektroautos im Markt zu platzieren, statt an einer flächendeckenden Verbreitung der elektrischen Mobilität zu arbeiten. Ein riesiger, hässlicher Aufkleber auf jeder Fahrzeugseite verjagt letztlich noch den letzten potenziellen Antragsteller.

Begegnung mit Tesla
Tesla S P85D
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Neben beeindruckenden Fahrleistungen (700 PS; in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h; Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h) wirbt das Unternehmen auch mit seinem Netzwerk an Schnellladestationen, wo Tesla-Kunden kostenlos Strom tanken können.

An der Stromzapfsäule
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Die Bedienung der Supercharger ...

Energie tanken
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...ist so einfach wie bei einer herkömmlichen Zapfsäule.

Sicher eingerastet
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Das Kabel ist während des Ladevorgangs durch eine Verriegelung fest mit dem Fahrzeug verbunden. So kann kein Witzbold den Stecker herausziehen, während man im Rasthof einen Kaffee trinkt.

Grünes Licht
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Grünes Licht signalisiert, dass der Strom fließt. Je nachdem, wie voll die Batterien sind, flackern die Lichter schneller oder langsamer.

Aktueller Ladestatus
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Auf dem Display im Fahrzeuginneren wird während des Ladens der aktuelle Status angezeigt. Im Test dauerte es zwischen 7 und 15 Sekunden, um Strom für einen Kilometer Reichweite zu laden. Die Ladegeschwindigkeit nimmt ab, je voller die Batterie wird.

Klappe zu
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Nach dem Laden wird die "Tankklappe" wieder geschlossen.

Auch das E-Mobilitätsgesetz ist an Unzulänglichkeit und Inhaltsleere kaum zu überbieten. Kommunen dürfen, falls sie wollen, Elektro- und Hybridfahrzeugen die Benutzung der Busspuren erlauben, wenn das Fahrzeug mit eine, - Achtung Überraschung - Aufkleber und Sonderkennzeichnen versehen wird.

Wenn die Kanzlerin der Elektromobilität in Deutschland wirklich helfen will, muss sie Anreize setzen, die den Massenmarkt effektiv stimulieren. Eine zeitlich begrenzte finanzielle Förderung würde auch nicht - wie weit verbreitet angenommen etwa Unternehmen wie Tesla helfen – im Gegenteil sie hilft vor allem den etablierten deutschen Herstellern. Denn diese können nicht wie Tesla auf der grünen Wiese beginnen und sind daher gezwungen Investitionen und eine Änderung Ihrer Modellpolitik zu refinanzieren, dies geht jedoch nur in einem Volumenmarkt. Entsteht dieser Markt aber zuerst in anderen Märkten, fehlt den Deutschen die Lernkurve und schlicht die Zeit zur Umstellung.

Stumpfe Schwerter
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42 Kommentare zu "Deutscher Tesla-Chef Schröder: Echte Elektro-Förderung statt Papierkrieg"

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  • @Axel Leitner,
    klar, ausser Ihnen bekommen alle hier von der "Verbrennungs-Motor Lobby" aka Daimler, VW und BMW sicher 1.000 Euro pro Beitrag. Ich find's eher beeindruckend, wieviel Platz in den öffentlichen Medien einem Unternehmen eingeräumt werden, dass seit Jahren kontinuierlich Milliarden Dollar an Anleger-Geld und Steuer-Geldern verbrennt, um ein paar Luxus-Spielzeuge für Millionäre herzustellen. Elektro-Autos, die in allen Märkten und Ländern ohne massive Subventionierung mit Steurgeldern absolut unverkäuflich sind.

  • @Axel Leitner,
    die nächste völlig fehlgeleite Subvention? Sollen die deutschen Steuerzahler jetzt auch noch 100.000 Euro teure Luxus-Spielzeuge für Millionäre von Tesla mit ihren Steuern subventionieren? Wenn es irgendeine Subvention gibt, dann sollte sie streng limitiert sein auf wirklich "ökologische" Fahrzeuge, sprich Kleinwagen. Und limitiert sein, ähnlich wie die staatl. Wohnungsbau-Prämie auf Käufer mit kleineren + mittleren Einkommen. Jemand, der sich ein 100.000 Euro Spielzeug a la Tesla oder einen Elektro-Q7-SUV von Audi zulegt, ist finanzstark genug, um das auch alleine bezahlen zu können. Deutschland sollte sich mal umhören in Ländern wie Norwegen oder Kalifornien: Dort werden diese sinnlosen Subventionen massiv kritisiert und schon wieder zurückgefahren, weil sich immer mehr Leute fragen: Muss der Staat Luxus-Autos (egal ob elektro oder nicht) von Millionären subventionieren?

  • Ich habe dir Kommentare jetzt einige Zeit verfolgt und ich finde ich muss mich auch mal zu Wort melden.
    Ich lebe derzeit in Italien und zahle für den Liter Benzin gut 1,80 Euro. Ich möchte sehen wie die Deutschen bei 60 cent mehr pro Liter jammern und wie viele alteingesessene Verbrennerliebhaber sich nach Alternativen (auch Methan bzw
    GPL) umsehen werden.
    Spätestens sobald bei den meisten am Ende des Monats 100 bzw. bei Vielfahrern 300 Euro aufgrund des Spritpreises mehr fehlen.
    Zu dem Argument die "Stromnetze" müssten viel stärker sein, dies trifft nur teilweise zu, denn die meisten EVs werden ja Nachts zu Hause geladen, welche aber das Netz nicht so sehr überlasten, da die Industrien vor allem am Tag arbeiten und Nachts somit Stromnetzkapazitäten frei sind.

    P.S. Ich komme aus Südtirol wir produzieren 30% mehr Strom aus erneuerbaren Energien als wir tatsächlich verbrauchen

  • @K Fischer
    > "Ein Verbrenner ist einfach peinlich"
    ein moderner Verbrenner hat ungefähr denselben Gesamtwirkungsgrad wie aktuelle Elektroautos - nämlich ca. 40%. Es mag zwar löblich sein, dass Sie ihr Fahrzeug mit Solarstrom laden - in Dt-land kommt aber immer noch ca. 60% des Stromes aus fossilen oder nuklearen Brennstoffen - und somit fährt ein Elektrofahrzeug also zu 60% auch mit fossilem oder nuklearem Brennstoff.

    @A. Leitner
    es ist ja schön, dass Sie so zufrieden mit Ihrem Tesla sind - aber für mich hat das Fahrzeug mit 'ökologisch sinnvoll' und 'CO2-einsparen' nichts zu tun. Ein Tesla ist ein SPORTWAGEN mit Elektroantrieb - wer also einen Tesla ökologisch sinnvoll findet, für den sollte dann auch ein Porsche oder Ferrari ökologisch sinnvoll sein - die Gesamtwirkungsgrade der Antriebskonzepte sind ja ähnlich gut.

    Zum Thema Subventionen: wenn ich die Zahlen des Bundes Umweltamtes richtig interpretiere, werden Chemische Industrie / Raffenerien etc. mit 300 Mio. im Jahr entlasstet - damit kann man ja schon für jeden dt. Autofahrer ca. 6L Sprit kaufen - soviel dazu, dass man damit 5Mio Elektroautos betreiben könnte.

    Nur mal so zum Nachdenken:
    1. wenn in dt. 1Mio Elektrofahrzeuge Verbrenner abgelöst haben, dann fehlen dafür ca. 500Mio. an Mineralsteuereinnahmen -> wenn das die Allgemeinheit oder die Verbrenner tragen müssen ist das auch schon eine gewaltige Subvention.
    2. bei 1Mio Elektrofahrzeugen muss das Stromnetz ca. 2,5% mehr Energie für das Laden der Fahrzeuge zur Verfügung stellen -> d.h. die Infrastruktur sprich Stromtrassen etc. müssen entsprechend ausgebaut werden -> aber da haben eigie Menschen leider auch was dagegen.

  • Diese Aussagen sind teilweise unbelegbar, teilweise ihre Meinung und teilweise auch falsch (absichtlich?).

    Der Markt und der Kunde will E-Autos - wie man am Beispiel Tesla sieht, die kommen mit der Produktion kaum nach. Dass EVs deutscher Herkunft eher wie Blei in den Regalen liegen, liegt wohl daran, dass sie unausgegoren sind und teils vom eigenen Händlernetz nur mit Widerstand verkauft werden.

    Dass eine gewisse Subventionierung von gesellschaftlich gewünschten Produkten bei einer neuen Technologie anfangs notwendig sein kann, ist möglich, wird aber bald nicht mehr notwendig sein. Da werden aber ganz andere Dinge subventioniert, die wenig gewollt sind (Atomkraftwerke!). Aber jeder Bereich wie Sport, Kultur, Industrie wird eben zum Teil subventioniert, und jeder hat eine Meinung, was er gerne nicht subventioniert hätte oder nicht, aber hier gibt es halt in einer Demokratie auch unterschiedliche Verteilung des Geldes.

    Bezüglich "Systemwirkungsgrad" empfehle ich
    https://www.energie-lexikon.info/elektroauto.html

    wo Vor- und Nachteile zusammengefasst werden. Ich vermute, Sie wissen, dass Ihre Aussage plakativ, aber falsch und nichtssagend ist, aber vielleicht wissen Sie es auch nicht und suchen Information, die durchaus auffindbar ist.

  • Das muss man sich mal geben: Da hat einer ein Produkt, welches der Markt/Kunde nicht will.
    Dann stellt sich so ein Spinner hin und sagt: "Dann muss der Staat subventionieren, oder besondere Vergünstigungen vergeben, damit die Leute MEIN Produkt kaufen, und ich reich werde." Und das ist dann natürlich ein Ami. Und jetzt soll ich mit meinen Steuern diese Subventionen für die Amis finanzieren? Wie krank ist das denn? Wer ein E-Auto fahren will, soll das tun. Ich zahle dafür aber GAR NICHTS! PS: Ein Elektroauto hat einen Systemwirkungsgrad von 25%!

  • Ich brauche ein Auto mit dem ich auch mal Baumaterial durch die Gegend fahren kann. Ich brauche ein Auto, dass hoch genug ist um ohne Schaden über bewachsene Feldwege fahren zu können. Ich brauche ein Auto mit dem ich in einem Rutsch 600 km fahren kann. E-Auto? Zu teuer!

    Dann E-Tanken nicht im Umkreis von 150 km
    Daheim Tanken? Sorry, nachts scheint die Sonne nicht und meine vorhandenen Leitungen gäben das wohl kaum her.

    Somit E-Auto - nein Danke!

  • Die internationale Energie Agentur IEA empfiehlt den Industrienationen die "Subventionen für Verbraucher fossiler Energieträger abzuschaffen".
    Na hoffentlich.

    Wird doch Benzin und Diesel stark subventioniert. Der Strom zum Raffinieren in Deutschland würde ausreichen um über 5 Millionen E-Autos fahren zu lassen. Und dieser Strom ist EEG Umlagebefreit, Netzentgeltbefreit, Stromsteuerbefreit usw. Ein Hohn !

    Ich hoffe das die Subventionen für fossile Brennstoffe in Deutschland aufhören und der Preis ENDLICH mal auf über 3€ der Liter steigt. Das wäre gerecht den nachfolgenden Generationen gegenüber.

  • Elektroautos heute, übertrieben:
    Reichweite: 100 km
    Aufladung: 1 Woche
    Wann soll ich von Berlin in München ankommen?
    Preis: unter 100.000 Euro für einen Miniwagen nichts zu machen und dies bei Hartz IV bzw. Minijobs, die nur noch vergeben werden.
    Dank Frau Merkel sind dies Wege um Deutschland gemäß Ihrem AMTSEID zu vertnichten. Früher war es zum Wohle Deutschlands!!!

  • Moin, wir fahren seit über 2 Jahren einen Renault ZOE als Familienerstwagen. Dafür wurde ein 2 Jahre alter BMW 320d entsorgt. Seitdem fahren wir mit eigen erzeugter Solarenergie oder Naturstrom. Mein kleiner Sohn lacht wie wir über die stinkenden und rappelnden Verbrenner. Besonders wenn sie abgewürgt werden. Auch das die immer zu einer Tankstelle müssen und nicht zuhause laden können ist echt peinlich. Mein kleiner Sohn bringt es für uns auf den Punkt: "Ein Verbrenner ist einfach peinlich". Die neue Käufergruppe wird Verbrenner meiden, damit ist nach dem Gesetz der Wirtschaft das Thema in 10, max. 20 Jahren eh durch. Deutsche Autobauer schaffen es ja noch nicht einmal am Wechselstromnetz 3-phasig laden zu können. Ein hoffnungsloser Fall für die Geschichte wie die deutsche Fernseh und Unterhaltungselektronik Industrie die die Zukuft ignorierte. Schade.

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