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Dezentrales europäisches Zulassungsverfahren erfolgreich Merck erreicht Niaspan-Zulassung in Europa

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat die europäische Zulassung für Niaspan, ein Präparat zur Behandlung multipler Störungen des Fettstoffwechsels, erhalten.

HB FRANKFURT. Das dezentrale europäische Zulassungsverfahren sei für 13 Länder erfolgreich abgeschlossen worden, teilte Merck am Dienstag mit. Mit der Marktzulassung in den jeweiligen Ländern werde in naher Zukunft gerechnet. Merck-Chef Bernhard Scheuble hatte Reuters im Dezember gesagt, das Unternehmen rechne in seinen Vermarktungsgebieten für Niaspan mit jährlichen Spitzenumsätzen von mehr als 200 Mill. Dollar. Niaspan sorge für eine Anhebung des positiven Blutfettwertes HDL und vermindere unter anderem den negativen Blutfettwert LDL sowie den Gesamtcholesterinspiegel.

Im November 2003 war Niaspan in Großbritannien - dem Referenzland des dezentralen Zulassungsverfahren - auf den Markt gekommen. Scheuble zufolge soll das Medikament voraussichtlich ab April oder Mai dieses Jahres auch in Deutschland vertrieben werden.

Merck hatte 2002 die weltweiten Vermarktungsrechte für das Cholesterin-Medikament außerhalb von Nordamerika und Japan vom US-Pharmaunternehmen Kos Pharmaceuticals Inc in Lizenz erworben. In den USA ist das Mittel seit 1997 in auf dem Markt. Das Unternehmen mit Sitz in Miami hatte den Angaben zufolge mit Niaspan im 12-Monats-Zeitraum bis September 2003 einen Umsatz von 159 Mill. Dollar erzielt. Das Medikament wird nach früheren Merck-Angaben von Kos hergestellt und an Merck geliefert.

Niaspan ist ein auf Nikotinsäure basierendes Medikament, dass zur Behandlung von Störungen des Fettstoffwechsels eingesetzt wird, die sich durch eine Umstellung der Ernährung allein nicht beheben lassen. Allein in Europa dürften 2004 nach früheren Merck-Angaben etwa 84 Mill. Menschen unter Störungen des Fettstoffwechsels leiden. Der europäische Markt für Lipidsenker wird nach Merck-Schätzungen 2007 rund zehn Mrd. Dollar erreichen.

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