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Diagnostik Siemens Healthineers liefert weltweit Corona-Antikörpertests aus

Der Medizintechnikkonzern steigt ins Geschäft mit Antikörpertests ein. Bei Bedarf will er die Produktion auf mehr als 50 Millionen Tests pro Monat hochfahren.
26.05.2020 - 14:00 Uhr Kommentieren
Siemens liefert weltweit Corona-Antikörpertests aus Quelle: PR
Arzneiverpackung

Mit dem Atellica-Analysesystem lassen sich bis zu 440 Tests pro Stunde durchführen, so Siemens.

(Foto: PR)

Frankfurt Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers startet weltweit mit der Auslieferung seines Antikörpertests zum Nachweis einer vorangegangenen Corona-Infektion. Der Test hat die CE-Zertifizierung für Europa erhalten. Jetzt wartet der Konzern auf die Notfallzulassung von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA, die er beantragt an.

Siemens Healthineers gibt an, seine Produktion entsprechend der Entwicklung der Pandemie massiv hochfahren zu können. Im Bedarfsfall können ab Juni mehr als 50 Millionen Tests pro Monat für seine Laborplattformen bereitgestellt werden. Die Tests werden vom Unternehmen an seinen US-Standorten in Massachusetts und Delaware produziert.

Der Test hat laut Healthineers eine 100-prozentige Empfindlichkeit (Sensitivität) und eine Spezifität von 99,8 Prozent. Diese Werte entsprechen denen des Roche-Antikörpertests, den der Schweizer Konzern Anfang des Monats auf den Markt gebracht hat. Die Qualität von Tests wird unter anderem anhand der Kategorien Sensitivität und Spezifität gemessen.

Die Sensitivität zeigt an, ob alle Infizierten richtig erkannt werden, die Spezifität gibt Antwort, ob alle Gesunden richtig zugeordnet werden. Je näher beide Werte an 100 Prozent sind, desto besser ist der Test.

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    Im Gegensatz zu den molekulardiagnostischen PCR-Tests, mit denen die akute Infektion anhand genetischer Bausteine des Virus nachgewiesen wird, kann ein Antikörpertest Auskunft über eine schon einige Tage zurückliegende Ansteckung geben. Denn im Laufe einer Infektion produziert das Immunsystem Antikörper gegen den Erreger, die sich je nach Typ fünf bis 14 Tage nach einer Infektion im Blut nachweisen lassen.

    Der Siemens-Test erkennt Antikörper gegen das sogenannte Spike-Protein auf der Oberfläche des Sars-CoV-2-Virus. Mehrere potenzielle, in der Entwicklung befindliche Impfstoffe gegen das Virus haben das Spike-Protein mit im Fokus, sodass mit dem Siemens-Test möglicherweise in Zukunft auch die Immunwirkung einer Impfung gemessen werden kann.

    Neben Siemens und Roche haben viele andere Unternehmen in den vergangenen Wochen und Monaten Antikörpertests mit vergleichbaren Qualitätswerten auf den Markt gebracht. Dazu gehören kleinere nationale Anbieter wie etwa die Firma Euroimmun aus Lübeck oder Mikrogen aus Neuried bei München. Auch weitere globale Spieler wie die börsennotierten Konzerne Abbott aus den USA oder die italienische Diasorin sind aktiv geworden.

    Die großen Diagnostikfirmen sind in den Laboren mit eigenen Analyseplattformen präsent, auf denen ausschließlich ihre Tests laufen. Daneben gibt es offene Plattformen, auf denen die Tests unterschiedlicher Hersteller eingesetzt werden können.

    Siemens gibt an, weltweit insgesamt 20.000 solcher Plattformen in den Laboren installiert zu haben, den größten Teil davon in den USA. Mit einem Jahresumsatz von zuletzt 4,1 Milliarden Euro im Diagnostikgeschäft erreicht das Unternehmen etwa ein Drittel der Größe von Diagnostik-Marktführer Roche.

    Bis zu 440 Tests pro Stunde

    „Antikörpertests sind eine Domäne unserer Labordiagnostik. Hier haben wir das Ziel, unseren Sars-CoV-2-Antikörpertest für alle unsere Analyseplattformen verfügbar zu machen“, sagt Kerstin Wagner, Leiterin weltweites Marketing und Vertrieb der Labordiagnostik von Siemens Healthineers. „Zunächst für unsere Systeme Atellica und Centaur mit jeweils hohem und mittlerem Testdurchsatz. In Kürze dann für die anderen Analysegeräte, auch hier sind wir bereits in der Zulassungsphase.“

    Das Atellica-Analysesystem kann nach Angaben von Siemens Healthineers bis zu 440 Tests pro Stunde durchführen und ein Ergebnis des Antikörpertests innerhalb von zehn Minuten ermöglichen. Siemens will den Test an die Labore zu einem Preis im niedrigen einstelligen Euro-Bereich abgeben.

    Parallel zum Antikörpertest weitet Siemens auch die Produktion seines PCR-Tests zum Nachweis einer akuten Corona-Infektion aus. In Europa hat der Konzern nach eigenen Angaben bereits mehr als 500.000 Stück davon verkauft. Insgesamt plant der Konzern, weltweit mehr als 2,5 Millionen molekulare PCR-Tests pro Monat auszuliefern – auch in die USA, wo das Unternehmen seit Anfang des Monats eine Zulassung bekommen hat.

    „Die Labordiagnostik von Healthineers ist in den Vereinigten Staaten an drei Produktionsstandorten vertreten. Wir sehen dort den hohen Bedarf an Tests und haben uns deshalb entschlossen, neben dem Antikörpertest auch unseren PCR-Test in die USA zu bringen“, sagt Healthineers-Managerin Wagner.

    In der Molekulardiagnostik ist Siemens noch ein kleiner Spieler: Das Unternehmen hat in diesem Bereich auch keine eigenen Analyseplattformen, die in den Laboren installiert sind. Deswegen ist der Test so konzipiert, dass er mit verschiedenen Systemen kompatibel ist und in vielen Laboren eingesetzt werden kann. „Es ist für uns ein wichtiger Meilenstein im Bereich der Molekulardiagnostik, weil wir damit erstmals einen Realtime-PCR-Test in den USA anbieten können“, sagt Wagner.

    Mehr: Roche startet mit eigenem Antikörpertest.

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