Die Digitalisierung der Intralogistik Science-Fiction in der Lagerhalle

Fahrerlose Fahrzeuge oder Kühlschränke, die selbstständig Milch bestellen. Die Technologie dahinter ist längst Alltag – zumindest in den Lagerhallen der Industrie. Da geht es zu wie in einem Science-Fiction-Film.
Ein Roboter transportiert Teile für einen neuen Golf im Volkswagen-Werk in Wolfsburg. Quelle: dpa
Intralogistik

Ein Roboter transportiert Teile für einen neuen Golf im Volkswagen-Werk in Wolfsburg.

(Foto: dpa)

HannoverDie meisten Kühlschränke sind nach wie vor sehr dumm – sie erkennen nicht, wann die Milch sauer ist. Sie bestellen im Supermarkt auch keinen Nachschub und wissen nicht, was ihre Besitzer besonders gerne essen. Dabei gibt es längst Kühlschränke, die all das können – doch sie sind teuer und in Deutschland gefällt vielen Menschen der Gedanke nicht, dass der Kühlschrank und damit der Hersteller zu viel über ihre Vorlieben weiß. Während diese Technik im Privaten also noch Zukunftsmusik ist, hat sie sich im Bereich der Intralogistik längst durchgesetzt. Von Dienstag an stellt die Industrie die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich auf der Branchen-Leitmesse Cemat in Hannover vor.

„Intralogistik ist der Teil der Logistik, der nicht auf der Straße stattfindet. Es geht um Transport innerhalb eines Gebäudes“, erklärt Christoph Beumer, Vorsitzender des Cemat-Präsidiums und Geschäftsführer eines großen Intralogistik-Herstellers aus dem westfälischen Beckum, der Beumer Group.

Also quasi die Technik der intelligenten Kühlschränke im Großformat: Regalsysteme, in denen sich die Produkte bei fahrerlosen Transportern melden, und ihnen mitteilen, wann und wo sie abgeliefert werden müssen. Von solch einer vollständig automatisierten Firma sind die Entwickler nicht mehr weit entfernt. Besonders was autonome Fahrzeuge angeht, sei man im Rahmen der Intralogistik schon sehr fortgeschritten, sagt Beumer.

Das sind die deutschen Patentkönige
Platz 12: Continental
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Insgesamt 14.801 Patente wurden im Jahr 2015 durch das deutsche Patent und Markenamt erteilt. Die zwölftmeisten davon erhielt Continental, 172 Stück. Kein Wunder, die Top 50 der Patentanmelder in Deutschland wird durch Firmen der Automobil-, der Zulieferer-Industrie und durch deutsche Firmen dominiert.

Quelle: Ifi Claims, Patent Services/Fairview Research

Platz 11: Mitsubishi
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Auch die Japaner sind prominent vertreten, insgesamt kommen acht Unternehmen unter die Top 50 – und drei unter die Top zwölf. Den Anfang macht der Automobilkonzern Mitsubishi, ihm wurden 2015 in Deutschland 175 Patente bewilligt.

Platz 10: Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung Angewandter Forschung
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Den Auftakt in den Top Ten macht die Fraunhofer-Gesellschaft, Europas größte Organisation für anwendungsorientierte Forschung. 2015 ließ der gemeinnützige Verein sich 220 Entwicklungen patentieren.

Platz 9: Infineon
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Im Gesamtranking auf Platz neun führt Infineon eine andere Bestenliste sogar an: Der Chiphersteller erhielt die meisten Patente für Entwicklungen in der Halbleitertechnik – in Deutschland der technische Bereich mit den zweitmeisten Patenten überhaupt. Insgesamt gab es für Infineon 225 neue Patente.

Platz 8: Toyota
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Die gewichtige Rolle der Automobilindustrie wird in Deutschland vor allem in der Top Ten der Patente deutlich. Sieben von zehn Unternehmen sind im Sektor Autobau oder -zulieferung tätig. Der japanische Fahrzeug-Gigant Toyota ließ im letzten Jahr 231 Entwicklungen patentieren.

Platz 7: Denso
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Mit Denso auf Platz sieben ist denn auch ein Automobilzulieferer der japanische Konzern mit den meisten neuen Patenten in Deutschland 2015. Der Experte für Automobilelektronik und -mechatronik ließ 2015 240 Entwicklungen schützen.

Platz 6: VW
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Noch einmal zwei Patente mehr, 242, sicherte sich im letzten Jahr der Volkswagen-Konzern. Eine wichtige Rolle spielt in Deutschland auch der Umweltschutz: „Technologien zur Klimaveränderung im Bereich Transport und Verkehr“ werden am dritthäufigsten zum Patent angemeldet. Die besondere Stellung wird klar beim Blick auf die USA: Hier liegen Technologien zum Klima- und Umweltschutz nur auf Platz 18.

Spektakuläre Beispiele dafür lassen sich in den Produktionshallen von Volkswagen, bei Salzgitter oder Unilever beobachten. Ganze Flotten von autonomen Fahrzeugen rollen wie von Geisterhand durch die Hallen. Fahrerlose Gabelstapler lagern Paletten in Regale ein. Transportroboter liefern den Monteuren die benötigten Fahrzeugteile in der richtigen Reihenfolge direkt an den Montageplatz. Mit Hilfe dieser Maschinen werden interne Abläufe optimiert, Prozesse beschleunigt und Kosten eingespart.

„Da schießt man mit Kanonen auf Spatzen“
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