Diesel-Affäre US-Kanzlei reicht weitere Klage gegen Daimler ein

Die Diesel-Affäre zieht weiter Kreise - und beschert Daimler in den USA eine neue Klage. Fahrzeugbesitzer aus 13 US-Bundesstaaten werfen dem Autobauer illegal überhöhte Emissionswerte vor.
Die Diesel-Affäre bringt auch bei Daimler Klagen ins Haus. Quelle: Reuters
Daimler

Die Diesel-Affäre bringt auch bei Daimler Klagen ins Haus.

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NewarkDer Autobauer Daimler muss sich wegen angeblicher Abgas-Manipulationen mit einem weiteren Rechtsstreit in den USA auseinandersetzen. Fahrzeugbesitzer aus 13 US-Bundesstaaten werfen Daimler illegal überhöhte Emissionswerte vor, wie die Klägeranwälte der Kanzlei Hagens Berman am Donnerstag mitteilten.

Die Kläger beschuldigen den Hersteller, ähnlich wie VW mit einer speziellen „Defeat Device“ genannten Software an der Abgas-Kontrolle getrickst zu haben, so dass der tatsächliche Schadstoff-Ausstoß von etlichen Diesel-Modellen über den gesetzlichen Grenzwerten liegt.

Hightech-Business im Maßanzug
Ein Auto, das selbstständig auf die Überholspur wechselt, das mit anderen Fahrzeugen Verkehrsmeldungen austauscht.
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Ein Auto, das per Handy in die Parklücke dirigiert werden kann und dessen hochauflösender Monitor per Fingerkuppen beider Daumen am Lenkrad bedient wird. Ein Auto, das beim drohenden Zusammenstoß an der Kreuzung ebenso rechtzeitig bremsen soll wie bei der Annäherung an ein Stau-Ende auf der Autobahn. All das muss ein intelligentes Auto der Zukunft können. „Zukunft? Das können wir heute schon“, sagt Daimler-Chef Dieter Zetsche und meint die neue E-Klasse.

Sofort als E-Klasse erkennbar, folgt die Form der aktuellen Stuttgarter Designsprache
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Superlative fliegen durch den großen Saal im 2. Stock des – „das Beste oder nichts“ – besten Hotels in Detroit, das ausgerechnet den Beinamen Cadillac trägt. „Das intelligenteste Auto der Welt“, schwärmt Dieter Zetsche. „Der Konkurrenz eine Klasse voraus“, ergänzt Entwicklungsvorstand Thomas Weber. Die Herren aus der Chefetage müssen schon von Berufs wegen derartige Euphorie verbreiten. Doch wohl nicht zu Unrecht: Denn kein anderes Auto bietet derzeit ein solch pralles Paket an Technik.

Auch eine Version mit Stern auf der Haube ist wieder zu haben
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Doch zunächst fällt der Blick auf das neue Erscheinungsbild. Die Frontpartie, beim Vorgänger als zu martialisch und aggressiv gescholten, kommt wieder zurückhaltender, fast schon sanft daher. Sofort als E-Klasse erkennbar, folgt die Form der aktuellen Stuttgarter Designsprache und ist schon von der S- und vor allem der C-Klasse bekannt. Die E-Klasse passt jetzt perfekt dazwischen.

Die neue E-Klasse
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Direkt von hinten gesehen, könnte da auch eine S-Klasse rollen. Seitlich betrachtet wirkt der Neue sogar zierlicher als er tatsächlich ist. Der Verzicht auf ein Gewirr von Falzen und Kanten zeigt die enge Verwandtschaft zum Erfolgsmodell C-Klasse. Nur eine horizontale Linie ist übrig geblieben. „Sinnliche Klarheit“, sagt dazu Designchef Gordon Wagener.

Beim Innenraum werden Elemente von C- und S-Klasse gemixt
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Die Revolution der neuen E-Klasse findet anderswo statt. Manchmal versteckt wie im bordeigenen Rechenzentrum, das die zahllosen Assistenzsysteme steuert. Oft aber auch im Mittelpunkt wie der breitgezogene Monitor mit HD-Technik, der die Hälfte der Wagenbreite im Innenraum beherrscht. Er bietet gestochen scharfe Landkarten für die Navigation.

Zentrales Element ist der große Bildschirm
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Wer bei der Auswahl der verschiedenen Fahrprogramme wissen will, was sich bei seinem Auto je nach gewählter Einstellung („Komfort“, „Sport“ oder bewusste Sparfahrt) ändert, kann dies an einem Abbild des eigenen Gefährts optisch nachvollziehen. Natürlich sind auch Mails abrufbar und es kann im Internet gesurft werden.

Die Schalter und Lautsprecher in der Tür erinnern an die S-Klasse
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Die Liste der Assistenzsysteme liest sich wie ein Lexikon des heute Machbaren. Neu ist das automatische Spurwechseln ohne Hand am Lenkrad. Mindestens zwei Sekunden den Blinker aktivieren, dann schert die E-Klasse selbsttätig aus. Natürlich wird vorher geprüft, ob die Spur auch frei ist.

Das Unternehmen hält die Klage für unbegründet. „Wir sind überzeugt, dass alle unsere Fahrzeuge den gesetzlichen Vorschriften entsprechen“, sagte ein Sprecher auf Nachfrage. Das US-Umweltamt EPA war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Bislang ist VW der einzige Autobauer, dem die Behörde Abgas-Betrug vorwirft.

Bereits Mitte Februar hatte Hagens Berman im Auftrag eines US-Autobesitzers eine ähnliche Klage gegen Daimler eingereicht. Die Firma vertritt auch zahlreiche Geschädigte im Verfahren gegen VW.

Die Kanzlei hat ihre Vorwürfe gegen Daimler nun erweitert. Anfangs ging es nur um Regelverstöße, die bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius auftreten sollen. In der neuen Klage heißt es, dass der mutmaßliche Schwindel darüber hinausgehe. Tests hätten gezeigt, dass die Luftverpestung unter nahezu allen „realistischen“ Fahrbedingungen die Emissionsstandards überschreite.

  • dpa
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