Diesel-Skandal in Europa VW-Abgasbetrug ist kein Einzelfall

Der Diesel-Skandal zieht in Europa weitere Kreise. In Frankreich haben neben Renault andere Hersteller geschummelt. Und Verkehrsminister Dobrindt verlangt von Fiat sogar eine Rückrufaktion einzelner Fahrzeuge.
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Die Logos der Automobile Jeep und Fiat, Marken des Fiat-Chrysler-Konzerns. In der EU sollen 33 000 Jeep und Dodge mit geschummelten Abgaswerten im Umlauf sein. Quelle: AFP
Jeep und Fiat

Die Logos der Automobile Jeep und Fiat, Marken des Fiat-Chrysler-Konzerns. In der EU sollen 33 000 Jeep und Dodge mit geschummelten Abgaswerten im Umlauf sein.

(Foto: AFP)

Berlin/ParisDer Diesel-Abgasskandal dürfte sich noch ausweiten. In Frankreich könnte es nach Angaben des Umweltministeriums neben Renault auch gegen weitere Hersteller Ermittlungen geben. In Deutschland fordert Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt öffentlich einen Rückruf bestimmter Fahrzeuge von FiatChrysler .

Bei den Renault-Fahrzeugen habe es eine Reihe von Unregelmäßigkeiten gegeben, sagte Umweltministerin Segolene Royal der französischen Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“. „Das gilt auch für andere Autohersteller in anderem Ausmaß. Deswegen könnte es Ermittlungen geben.“ Nähere Angaben, um welche Anbieter es sich handeln könnte, machte sie nicht.

Die Pariser Staatsanwaltschaft prüft einem Insider zufolge derzeit einen möglichen Abgasbetrug bei Renault. Die Ermittlungen in dem Fall sind offenbar so weit gediehen, dass inzwischen Richter mit der Frage befasst sind, ob es zum Prozess kommt. Renault wies den Schummelverdacht zurück. Das Unternehmen beachte alle Gesetze zu Abgasemissionen.

Dobrindt griff unterdessen Fiat Chrysler und die Aufsicht an: „Die italienischen Behörden wissen seit mehreren Monaten von uns, dass Fiat nach Auffassung unserer Fachleute illegale Abschalteinrichtungen verwendet“, sagte der CSU-Politiker der „Bild am Sonntag“. Der italienisch-amerikanische Autobauer habe sich bisher aber verweigert, an der Aufklärung mitzuwirken. Daher habe er die EU-Kommission eingeschaltet. „Die muss konsequenterweise dafür sorgen, dass für die Fiat-Fahrzeuge ein Rückruf organisiert wird.“

Zuletzt hatte Fiat Chrysler-Chef Sergio Marchionne nach Vorwürfen der Abgas-Manipulation jeden Vergleich mit VW scharf zurückgewiesen und erklärt, man habe „keinerlei Betrug begangen“. Dennoch erhöhte die EU den Druck auf das Unternehmen und die italienischen Behörden.

Brüssel verlangt von Fiat Chrysler Aufklärung
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