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Diesel-Skandal Staatsanwaltschaft durchsucht Geschäftsräume von VW

Hintergrund der Durchsuchungen in Wolfsburg sollen Ermittlungen gegen Einzelpersonen sein. Dabei handelt es sich wohl nicht um Vorstandsmitglieder.
Update: 03.12.2019 - 17:47 Uhr Kommentieren
Es soll sich um keine Ermittlungen gegen das Unternehmen selbst handeln, sondern gegen einzelne Personen „unterhalb des Vorstands“. Quelle: Reuters
Volkswagen

Es soll sich um keine Ermittlungen gegen das Unternehmen selbst handeln, sondern gegen einzelne Personen „unterhalb des Vorstands“.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Ermittler der Staatsanwaltschaft Braunschweig haben am Dienstag Geschäftsräume von Volkswagen in Wolfsburg durchsucht. Hintergrund seien Ermittlungen gegen Einzelbeschuldigte, die sich auf Dieselfahrzeuge mit Motoren des Typs EA 288 bezögen, teilte der Konzern mit.

Den Vorwürfen lägen technische Sachverhalte zugrunde, die der Autobauer der zuständigen Ermittlungs- und Zulassungsbehörde selbst frühzeitig offengelegt habe. Volkswagen kooperiere mit der Staatsanwaltschaft, obwohl das Unternehmen deren Rechtsauffassung und die daraus resultierenden Ermittlungen für unbegründet halte.

Bei dem Motor mit der Bezeichnung EA 288 handelt es sich um den Nachfolger des durch die Abgasmanipulationen in Verruf geratenen EA 189. Ein VW-Sprecher sagte, bei Untersuchungen des Motors sei ein Ausfall des Dieselpartikelfilters simuliert worden.

Dabei habe sich herausgestellt, dass das Diagnosesystem der Fahrzeuge einen solchen Ausfall nicht anzeige. Die Abgasgrenzwerte würden dennoch eingehalten, betonte der Sprecher. Es handele sich um keine Ermittlungen gegen das Unternehmen selbst, sondern gegen einzelne Personen „weit unterhalb des Vorstands“.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte die Durchsuchung, wollte aber mit Blick auf laufende Ermittlungen keine weiteren Angaben zu den Hintergründen machen.

Wie es dazu am Dienstagabend in Konzernkreisen ergänzend hieß, hätten die Ermittler Büros in der technischen Entwicklung auf dem Wolfsburger Werksgelände durchsucht. Allenfalls bei einer „kleineren Tranche“ von Fahrzeugen mit dem Motor EA 288 könne es Probleme gegeben haben.

Im September dieses Jahres war erstmals der Verdacht aufgekommen, dass auch der Motor vom Typ EA 288 manipuliert worden sein könnte. Dem widersprach VW-Konzernchef Herbert Diess damals jedoch energisch. „Gott sei Dank ist nichts dran an der Geschichte“, sagte Diess in einer Fernsehsendung des ZDF. Bereits 2015 habe er klären lassen, ob es auch Manipulationen in neueren Motoren gebe. „Man hat mir hoch und heilig versprochen, die sind sauber.“

Volkswagen hatte im September 2015 zugegeben, millionenfach Dieselabgaswerte durch eine spezielle Software manipuliert zu haben. Diese sorgt dafür, dass Dieselautos die Stickoxidgrenzwerte auf dem Prüfstand einhalten, auf der Straße aber ein Vielfaches mehr von den giftigen Abgasen ausstoßen.

Die Aufarbeitung des Skandals hat den Konzern bislang mehr als 30 Milliarden Euro gekostet. Wegen der bekannten Manipulationen am älteren Motorentyp EA 189 war das VW-Werksgelände in Wolfsburg bereits dutzendfach durchsucht worden.

Mehr: Mehr als 400.000 Menschen haben sich zur Musterfeststellungsklage angemeldet. Wochen nach Prozessbeginn fehlen den VW-Anwälten noch wichtige Informationen zu den Klägern.

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