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Dieselaffäre droht Daimler-Razzien gehen weiter

Die Ermittler suchen nach weiteren Beweisen für die Manipulation des Schadstoffausstoßes an Dieselfahrzeugen beim Autobauer Daimler. Nach Handelsblatt-Informationen werden die Razzien an mehreren Standorten fortgesetzt.
24.05.2017 Update: 24.05.2017 - 13:46 Uhr Kommentieren
Bundesweit gibt es Durchsuchungen. Quelle: imago/Eibner
Daimler-Zentrale

Bundesweit gibt es Durchsuchungen.

(Foto: imago/Eibner)

Düsseldorf Die Durchsuchungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart beim Autokonzern Daimler dauern an. Bereits gestern hatten die Staatsanwälte und Beamte des Landeskriminalamts elf Objekte in Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen und Sachsen „nach beweiserheblichen Unterlagen und Datenträgern“ durchsucht. Insgesamt rund 250 Ermittler waren im Einsatz. Die Razzien werden auch heute fortgesetzt. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem Handelsblatt.

Der Anfangsverdacht lautet auf Betrug und strafbare Werbung, weil Daimler seinen Kunden womöglich zu niedrige Abgaswerte bei seinen Diesel-Fahrzeugen vorgegaukelt hat. Seit Mitte März läuft ein förmliches Ermittlungsverfahren, sowohl gegen bekannte als auch unbekannte Mitarbeiter von Daimler. Unter den bisher bekannten Verdächtigen sind laut Staatsanwaltschaft keine Vorstände.

Das sind die Bestseller von Daimler
Starke Absatzzahlen
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Beim Stuttgarter Autobauer läuft es rund: Dank neuen Bestwerten beim Absatz hat der Autobauer Daimler auch bei Umsatz und Ergebnis noch einmal deutlich zugelegt. 2017 verbuchte Daimler einen Umsatz von 164,3 Milliarden Euro – sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. Lagen die Stuttgarter 2012 noch hinter den Rivalen aus München und Ingolstadt, so ist die Marke Mercedes jetzt mit 2,2 Millionen verkauften Autos 200.000 Einheiten vor BMW und 400.000 Stück vor Audi. Die Bestseller im Überblick.

(Foto: Reuters)
Kompaktklasse
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2017 war mehr als jedes vierte verkaufte Fahrzeug bei Mercedes-Benz ein Kompaktwagen – insgesamt 620.000 Mal wurde ein Wagen aus dieser Kategorie verkauft. Dazu gehören beispielsweise die A-Klasse (im Bild) und die B-Klasse.

(Foto: Pressefoto Daimler)
Kompaktklasse
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Wachsen konnte Mercedes Benz im Kompakt-Segment auch, weil die Marke die Modellpalette um Autos wie die Limousine CLA, den CLA Shooting Brake (im Bild) oder den SUV GLA erweitert hat. Die beiden größten Märkte für Kompaktwagen waren Deutschland und China.

(Foto: Pressefoto Daimler)
Mittelklasse
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Der Bestseller bei Mercedes ist allerdings das Mittelklasse-Modell C-Klasse: Die Limousine und das T-Modell wurden insgesamt 450.000 Mal verkauft. Ein Viertel ging auf die Langversion der C-Klasse Limousine zurück, ein Modell, das ausschließlich in China gebaut und verkauft wird.

(Foto: Pressefoto Daimler)
Obere Mittelklasse
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Auch die neuen Modelle der Mercedes E-Klasse haben in ihrem ersten Verkaufsjahr Rekorde gebrochen. Nie war die E-Klasse so beliebt wie in den vergangenen zwölf Monaten – 350.000 Mal wurden die Limousine und das T-Modell verkauft. Daimler schaffte es, mit den neuen Modellen eine Absatzsteigerung von 40 Prozent zu erzielen. Größter Abnehmer der Limousine ist China, dort wurden die Verkäufe sogar verdoppelt.

(Foto: dpa)
SUV
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Stärkste Produktkategorie ist bei Daimler – wie auch im Vorjahr – das Segment SUVs: Die Beliebtheit der Geländewagen stieg weiter stark an. 850.000 SUVs konnte der Konzern absetzen. Mit 14 Prozent Absatzwachstum trugen die SUVs maßgeblich zum Verkaufserfolg der Marke bei.

(Foto: Pressefoto Daimler)
SUVs
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Getrieben wurde das Wachstum in dem Segment vor allem durch starke Verkäufe der Kompakt-SUVs. Bestseller waren die Modell GLC (im Bild) und GLA, die auf den Plattformen der C-Klasse und der A-Klasse basieren.

(Foto: Pressefoto Daimler)

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart beschäftigt sich seit Ende 2015 mit der Diesel-Affäre. Nur wenige Wochen nach Bekanntwerden der Abgas-Manipulationen bei VW eröffnete die Behörde ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Bosch-Mitarbeiter. Bosch hatte den Wolfsburgern die Software zugeliefert, die Abgasreinigung danach steuerte, ob ein Auto auf dem Teststand steht oder auf der Straße fährt.

Im Zuge der Recherchen zeigte sich dann, dass auch Daimler mit einer solchen Software beliefert wurde. Im Frühjahr 2017 erkannte die Staatsanwaltschaft dann einen ausreichenden Tatverdacht wegen Betrug und strafbarer Werbung. Vorstände sind bis dato nicht beschuldigt. Daimler hat die Vorwürfe bisher als unbegründet zurückgewiesen aber zugesichert, mit der Staatsanwaltschaft zu kooperieren. „Wir stellen der Staatsanwaltschaft Stuttgart die gleichen Unterlagen zur Verfügung wie den US-Behörden“, sagte ein Daimler-Sprecher.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart tauscht sich bei ihren Ermittlungen mit den US-Justizbehörden aus. „Wir stehen in Kontakt zu den US-Behörden“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Ob es sich dabei um ein formelles Rechtshilfeersuchen oder informelle Kontakte handelt, wollte er nicht sagen.

Daimler ist auch in den USA wegen auffälliger Abgaswerte im Visier der Justiz und sieht sich mit Sammelklagen von US-Kunden konfrontiert. Gegen den Konkurrenten Fiat Chrysler hat die US-Regierung gerade eine Zivilklage wegen manipulierter Abgaswerte eingereicht.

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