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Dieselaffäre Porsche will nach Razzia die Sichtung heikler Unterlagen verhindern

Nach den Razzien der vergangenen Woche will Porsche verhindern, dass die Ermittler die sichergestellten Akten sichten. Nun muss ein Gericht entscheiden.
25.04.2018 Update: 25.04.2018 - 12:56 Uhr 8 Kommentare
Porsche will nach Razzia Sichtung heikler Unterlagen verhindern Quelle: dpa
Durchsuchungen bei Porsche

Polizisten tragen Mitte April sichergestellte Akten aus einem Porsche-Gebäude in Stuttgart.

(Foto: dpa)

Stuttgart Der Autobauer Porsche will nach der Diesel-Razzia in der vergangenen Woche verhindern, dass Ermittler die sichergestellten Unterlagen sichten. Das sagte ein Sprecher der Stuttgarter Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Porsche habe gegen die vorläufige Sicherstellung zur Sichtung vollumfänglich Widerspruch eingelegt, sagte der Sprecher. Zuvor hatten die „Stuttgarter Nachrichten“ darüber berichtet.

Demnach muss in einem nächsten Schritt das Amtsgericht Stuttgart entscheiden, ob die Staatsanwaltschaft die Unterlagen auf belastendes Material hin durchsuchen darf oder nicht. Sollte das Amtsgericht zu Ungunsten von Porsche entscheiden, könnte der Autobauer dem Sprecher zufolge dagegen noch beim Landgericht Beschwerde einlegen. Womit Porsche den Widerspruch begründete, teilte die Anklagebehörde nicht mit.

Demnach muss in einem nächsten Schritt das Amtsgericht Stuttgart entscheiden, ob die Staatsanwaltschaft die Unterlagen auf belastendes Material hin durchsuchen darf oder nicht. Sollte das Amtsgericht zu Ungunsten von Porsche entscheiden, könnte der Autobauer dem Sprecher zufolge dagegen noch beim Landgericht Beschwerde einlegen.

Porsche arbeite mit den Behörden vollumfänglich zusammen und sei an der Aufklärung interessiert, teilte das Unternehmen mit. Der Widerspruch sei ein übliches Vorgehen. Grund sei, dass die Anzahl der sichergestellten Unterlagen eine Sichtung und Bewertung durch Porsche in kurzer Zeit unmöglich mache. Derzeit sichte man das entsprechende Verzeichnis.

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    Das Unternehmen kündigte an, den Widerspruch beschränken zu wollen auf Dokumente, die für das Verfahren irrelevant seien und solche, die Teil der geschützten anwaltlichen Kommunikation seien.

    Im Zusammenhang mit der Diesel-Affäre hatten Einsatzkräfte vor gut einer Woche mehrere Porsche-Standorte durchsucht, darunter die Zentrale in Stuttgart-Zuffenhausen und das Entwicklungszentrum in Weissach. Hintergrund sind mögliche Manipulationen bei der Abgasreinigung von Dieselautos. Porsche weist die Vorwürfe zurück.

    Die sichergestellten Unterlagen gehen dem Sprecher zufolge vorerst nicht an Porsche zurück. „Die bleiben erstmal, wo sie sind. Aber man sichtet sie noch nicht.“

    Nach der Diesel-Razzia sitzt auch ein hochrangiger Manager des Autobauers in Untersuchungshaft. Der Mann wurde wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr verhaftet. Neben dem verhafteten Manager werden auch ein aktuelles, namentlich nicht genanntes Vorstandsmitglied und ein früherer Mitarbeiter beschuldigt.

    Porsche-Chef Oliver Blume hatte die Mitarbeiter am vergangenen Freitag in einem Schreiben über den Stand der Ermittlungen informiert, die schon seit dem vergangenen Sommer laufen.

    Die VW-Tochter Porsche entwickelt und produziert gar keine Diesel-Antriebe und laut Blumes Schreiben auch nicht die dafür benötigte Steuerungssoftware. In den großen Geländewagen stecken Audi-Motoren - daher waren die Ermittler auch an zwei Standorten der Konzernschwester. Bereits seit September 2017 sitzt ein ehemaliger Porsche-Vorstand in Untersuchungshaft, der früh für Audi als Motorenentwickler tätig war.

    • dpa
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    8 Kommentare zu "Dieselaffäre: Porsche will nach Razzia die Sichtung heikler Unterlagen verhindern"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Porsche will nach Razzia die Sichtung heikler Unterlagen verhindern".

      Die Headline insistiert bereits, es seien "heikle Unterlagen". Wer sich aber etwas im deutschen Rechtswesen auskennt weiss, das - nach einer entsprechenden Anzeige im Zuge der Ermittlung - erst einmal eine Vielzahl von Unterlagen und Dokumenten mitgenommen werden. Ob sich dabei überhaupt beweisfähige Dokumente oder Unterlagen zur Anzeige finden, wird dabei noch vollkommen unklar sein.

      Insofern sind Journalisten und Kommentatoren durchweg auf dem Holzweg, die meinen Porsche sei bereits als Schuldiger oder "Täter" ausgemacht. Im Ermittlungsverfahren wird ermittelt. Das wars.

      Einen unbescholtenen Familienvater in U-Haft zu nehmen, weil er nach Anruf seiner Frau - zu Beginn einer Hausdurchsuchung - sofort nach Hause fährt statt zum Arbeitsplatz, beweist erst einmal die Unfähigkeit des Richters!

    • Mich würde es nicht wundern, wenn die Porsche SE eines Tages
      "davonschleicht".

    • Herr Jan Mehrl,

      das ist umso wahrscheinlicher, als sich das Management von Porsche analog deren jetzigen Begründungen gegen die Auswertung ziemlich sicher gefühlt haben dürften.

      Da ja auch in Behörden nicht nur ausschließlich Dummerchen alimentiert werden, ist vielleicht ein Befähigter auf den Gedanken gekommen, nach Verbindungen zu Bosch, VW und Audi bei Porsche zu suchen und hat deshalb die Razzia dort durchführen lassen. Denn es besteht durchaus die Möglichkeit, Dokumente bei Porsche zu finden, die bei VW und Co z. B. „nicht zu finden“ waren. Auch Aktennotizen etc., können Hinweise darauf geben, wo man den Hebel ansetzen muss.

      Anders macht die Razzia keinen faktischen Sinn, es sei denn es war doch ein behördliches Dummerchen am Werk.

    • Nach solch langer Zeit sind heikle Dokumente sicherlich noch vorhanden.

    • Ich bin auch sehr gespannt wie hier entschieden wird. Der Verdacht der Vertuschung liegt nahe.

    • grotesk, " Der mutmassliche Mörder hat gegen die Sicherstellung von DNA Spuren auf der Tatwaffe vollumfänglich Widerspruch engelegt"

    • Man darf gespannt sein, ob die Justiz ihrem Auftrag gerecht wird.

    • Den Schriftverkehr von Audi zur Entwicklung der Betrugssoftware könnte auch bei Bosch eingesehen werden. Übrigends ist diese Software in allen Bosch Diesel Motorsteuergeräten vorhanden, da gäbe es auch bei Bosch Österreich viel zu holen.

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