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Dieselgate VW lockt US-Kunden mit hohen Rabatten

Volkswagen versucht, den enormen Imageschaden nach dem Abgasskandal zu einzugrenzen. In den USA geht der Autobauer mit üppigen Rabatten auf Kundenjagd – und auch Verkehrsminister Dobrindt hilft mit.
Update: 23.10.2015 - 10:40 Uhr
Der Autobauer versucht derzeit, die Kunden mit hohen Rabatten zu locken. Quelle: AFP
Volkswagen-Händler im US-Bundesstaat Virginia

Der Autobauer versucht derzeit, die Kunden mit hohen Rabatten zu locken.

(Foto: AFP)

Washington Angesichts des Abgasskandals versucht Volkswagen in den USA, Kunden mit hohen Rabatten für sich zu gewinnen. Einer Kennzahl zufolge sind diese nahezu doppelt so hoch wie der Branchenschnitt.

Kunden, die derzeit bereits einen VW besitzen, können beim Neukauf einen zinsfreien Kredit bekommen, dazu Rabatten von bis zu 2000 Dollar und kostengünstige Leasingraten. In der ersten Oktoberwoche lag der Rabatt der Marke im Durchschnitt bei 11,1 Prozent im Vergleich zum Normalpreis – verglichen mit branchenweit nur 6,2 Prozent, geht aus Angaben der Auto-Website True Car hervor.

Volkswagen versucht offenbar, den Schaden für die Marke und die Belastungen für die Auslieferungen zu minimieren – angesichts eines Skandals, der dem Unternehmen wahrscheinlich hohe Strafen einbringen wird. Vorstandschef Martin Winterkorn hatte bereits seinen Hut nehmen müssen.

In der kommenden Woche reist Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in die USA und wird dabei auch über den Abgas-Skandal sprechen. Vereinbart wurden dafür Treffen mit seinem Amtskollegen Anthony Foxx und bei der US-Umweltbehörde EPA in Washington, wie das Verkehrsministerium am Freitag in Berlin mitteilte. Die US-Behörde hatte die gefälschten Abgaswerte bei VW-Dieselfahrzeugen ans Licht gebracht. Themen der fünftägigen Reise, die am Montag beginnt, sind Digitalisierung sowie vernetztes und automatisiertes Fahren. Dobrindt will unter anderem ein Testgelände der Universität Michigan besuchen, vorgesehen sind auch Termine bei Google und BMW.

Volkswagen bemüht sich unterdessen darum, US-Kunden von seinen Benzin-Fahrzeugen zu überzeugen, nachdem der Verkauf einiger Diesel-Modelle wegen des Skandals um manipulierte Abgaswerte eingestellt werden musste. Diesel-Autos standen zuletzt hinter mehr als 20 Prozent der US-Verkäufe.

„Sie brauchen etwas, mit dem sie die Leute in die Autohäuser holen, denn die Diesel-Liebhaber bleiben aus“, sagt Joe Phillippi vom Beratungsunternehmen Auto Trends. „Sie haben schon vor der Krise nicht unbedingt in der ersten Reihe mitgespielt.“

Volkswagen bietet US-Kunden den Bestseller Jetta für eine Leasingrate von 139 Dollar im Monat über drei Jahre bei einer Anzahlung von 2199 Dollar an, wie aus Angaben auf der Webseite des Unternehmens hervorgeht. Das ist weniger als das, was die Wettbewerber Honda und Toyota für ihre vergleichbaren Modelle Civic und Corolla verlangen. Für den in den USA zweitmeist verkauften Wagen, den Passat, offeriert Volkswagen zudem einen zinsfreien Kredit und einen Preisnachlass von bis zu 2000 Dollar.

Der Handelsblatt Expertencall
VW ist ohnehin großzügig
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