Dieselskandal Audi bleiben unangenehme Gerichtstermine erspart

Im Dieselskandal bleiben Audi weitere unangenehme Gerichtstermine erspart. So wird der Prozess eines Ingenieurs eingestellt, der gegen seine Entlassung im Dieselskandal geklagt hatte. Weitere Verfahren wurden ausgesetzt.
Kommentieren
Für Aufsehen sorgte vor allem der Prozess des früheren Chefs der Dieselmotorenentwicklung, Ulrich Weiß. Audi hatte ihm gekündigt und zur Begründung angegeben, Weiß habe den Vorstand und ein Expertengremium über die Manipulation von Dieselabgaswerten getäuscht. Quelle: dpa
Dieselmotor eines Audi

Für Aufsehen sorgte vor allem der Prozess des früheren Chefs der Dieselmotorenentwicklung, Ulrich Weiß. Audi hatte ihm gekündigt und zur Begründung angegeben, Weiß habe den Vorstand und ein Expertengremium über die Manipulation von Dieselabgaswerten getäuscht.

(Foto: dpa)

München/FrankfurtIm Streit mit gekündigten Mitarbeitern kann die Volkswagen-Tochter Audi ein Bekanntwerden weiterer pikanter Details aus dem Dieselskandal vor Gericht vorerst vermeiden. Die Arbeitsgerichte in Heilbronn und Ingolstadt sagten nach eigenen Angaben für August angesetzte Verhandlungstermine auf Wunsch der Beteiligten ab.

In Ingolstadt wurde sogar der gesamte Prozess eines Audi-Ingenieurs eingestellt, der gegen seine Entlassung im Dieselskandal geklagt hatte. In Prozessen weiterer gekündigter Mitarbeiter sind in Heilbronn – unweit des Audi-Werks Neckarsulm – allerdings noch Termine im Herbst angesetzt.

Arbeitsgerichte verzichten in der Regel dann auf öffentliche Verhandlungen und eine Fortsetzung von Prozessen, wenn eine Einigung hinter den Kulissen absehbar oder bereits perfekt ist. Unternehmen gehen damit einer öffentlichen Auseinandersetzung über Firmeninterna aus dem Weg und verpflichten deshalb bei einem solchen Vergleich den Mitarbeiter in der Regel zum Stillschweigen. Audi und die Rechtsanwälte der beiden Ingenieure äußerten sich nicht zu den Auseinandersetzungen.

Für Aufsehen sorgte vor allem der Prozess des früheren Chefs der Dieselmotorenentwicklung, Ulrich Weiß. Audi hatte ihm gekündigt und zur Begründung angegeben, Weiß habe den Vorstand und ein Expertengremium über die Manipulation von Dieselabgaswerten getäuscht. Der Ingenieur weist das zurück.

Das Personalkarussell der Auto-Entwickler
VW: Frank Welsch
1 von 14

Der Maschinenbauer verantwortet bei VW seit 2015 die Entwicklung neuer Autos. Sein Vorgänger auf dem Vorstandsposten musste im Zuge der Diesel-Affäre gehen….

VW: Heinz-Jakob Neußer
2 von 14

Gerademal zwei Jahre – von 2013 bis 2015 – hielt sich Neußer als VW-Technikvorstand. Dann überrollte der Dieselskandal den Wolfsburger Autobauer. Neußer soll VW-Ingenieure ab 2012 dazu angehalten zu haben, den Betrug bei den Abgasmessungen zu verschleiern. Erst 2015 soll er auf einer Sitzung des Volkswagen-Markenvorstands vom Einbau der Schummel-Software in US-Modellen berichtet haben. Den Streit mit VW um seinen Millionen-Bonus hat der Manager kürzlich beigelegt.

VW und Audi: Ulrich Hackenberg
3 von 14

Er galt als Vertrauter des früheren VW-Chefs Martin Winterkorn: Bei seinem Amtsantritt 2007 machte dieser Ulrich Hackenberg zum Entwicklungschef. 2013 wechselte er zu Audi – doch der vermeintliche Karriereschritt sollte bald in einer Sackgasse enden: Wegen einer möglichen Verwicklungen in den Abgas-Skandal wurde Hackenberg 2015 als Technik-Chef beurlaubt.

Audi: Peter Mertens
4 von 14

Mit Mertens wagt Audi einen Neuanfang: Die Ingolstädter holten den Manager im Mai 2017 von Volvo. Er beerbte einen glücklosen Technik-Chef...

Audi: Stefan Knirsch
5 von 14

… der zwischen 2015 und 2016 gerade einmal neun Monate durchhielt: Die US-Kanzlei Jones Day soll bei ihren Ermittlungen zum Dieselskandal im Auftrag des VW-Aufsichtsrats Informationen gefunden haben, die Stefan Knirsch massiv belasteten. Er soll demnach bereits früher von den Manipulationen an den Dieselmotoren gewusst haben. Dabei stürzte schon Knirschs Vorgänger Ulrich Hackenberg über den Diesel-Skandal.

Audi und Porsche: Wolfgang Dürheimer
6 von 14

Der Job des Technikchefs bei Audi ist ein wahrer Schleudersitz: Innerhalb von drei Jahren haben die Ingolstädter drei Vorstände in diesem Bereich verschlissen. Wolfgang Dürheimer musste zwischen 2012 und 2013 nach etwas über einem Jahr gehen, weil wichtige Technologie-Projekte wie der Elektroflitzer R8 E-tron nicht vorankamen. Er bleibt jedoch Chef von Bentley und Bugatti. Aus einem ähnlichen Grund wie Dürheimer wurde auch sein Vorgänger...

Audi: Michael Dick
7 von 14

… Michael Dick frühzeitig in den Ruhestand geschickt. Ihm kreideten die Konzern-Oberen laut „Welt“ ebenfalls an, dass sich die Audi-Modelle nur schleppend entwickelten. Immerhin hielt Dick rund fünf Jahre durch, zwischen 2005 und 2012.

Audi hatte in dem Prozess in Heilbronn bereits die Bereitschaft zu einem Vergleich bekundet und angekündigt, auf Weiß zuzugehen. Der Manager hatte eine Abfindung von sechs Millionen Euro verlangt. Dieser Prozess ruht nun nach Gerichtsangaben – ob er fortgesetzt wird, ist offen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Dieselskandal - Audi bleiben unangenehme Gerichtstermine erspart

0 Kommentare zu "Dieselskandal: Audi bleiben unangenehme Gerichtstermine erspart"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%