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Dieselskandal Daimler muss 60.000 Autos zurückrufen

Der schwäbische Autobauer steht unter Druck: Das Kraftfahrtbundesamt ordnet einen Zwangsrückruf an, den Daimler zu verhindern versuchte.
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Der Autobauer hatte Vorwürfe im Dieselskandal stets bestritten. Quelle: dpa
Daimler

Der Autobauer hatte Vorwürfe im Dieselskandal stets bestritten.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDas Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat Daimler zu einem Zwangsrückruf angewiesen. Der Rückruf betrifft das Diesel-Modell GLK 220 (Euro 5). In dem Fahrzeug soll eine illegale Abschalteinrichtung zur Abgasmanipulation verbaut sein. In Deutschland sind etwa 60.000 Fahrzeuge betroffen. Das KBA geht aber von noch mehr betroffenen Motoren aus, und hat die Untersuchungen ausgeweitet.

Schon im April hatte das Bundesverkehrsministerium das genannte Modell angeprangert. Der Konzern hatte daraufhin das Gespräch mit den Beamten gesucht und auf eine milde Entscheidung gehofft, wie das Handelsblatt berichtete. Damals hatte Daimler in einer Stellungnahme mitgeteilt, „vollumfänglich“ mit dem KBA kooperieren zu wollen.

Laut „Bild am Sonntag“, die zuerst über den Rückruf berichtet hatte, bestreitet Daimler den Betrug und will sich juristisch gegen den amtlichen Rückruf wehren. Dem Bericht zufolge könnten von den ausgeweiteten Untersuchungen zahlreiche Modelle wie C- und E-Klasse mit insgesamt mehr als 700.000 Fahrzeugen betroffen sein.

Bei der umstritten Softwarefunktion handelt es sich dem Artikel zufolge um eine sogenannte „Kühlmittel-Solltemperatur-Regelung“. Sie hält den Kühlmittelkreislauf künstlich kälter, verzögert die Aufwärmung des Motoröls und sorgt so dafür, dass beim gesetzlichen Prüfzyklus der Grenzwert für Stickoxide von 180 Milligramm pro Kilometer eingehalten wird. Im Straßenbetrieb werde die Funktion dagegen deaktiviert und der Grenzwert überschritten, schreibt das Blatt. Ähnliche Softwarefunktionen hatten auch bei dem Abgasskandal von Volkswagen eine Rolle gespielt.

Daimler legte in jüngster Zeit eher enttäuschende Zahlen vor. Zum Jahresstart 2019 war das Betriebsergebnis um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen – Grund dafür sind auch die bisherigen Aufwendungen im Dieselskandal. Der scheidende Konzernchef Zetsche hatte sich stets gegen die Manipulationsvorwürfe gewehrt, ausräumen konnte er sie aber nicht. Verkehrsminister Andreas Scheuer ordnete daraufhin einen Massenrückruf von 700.000 Fahrzeugen in Europa an – 250.000 davon in Deutschland.

Mehr: 13 Jahre prägte Dieter Zetsche den Autoriesen Daimler. Was bleibt von seiner Ära? Spurensuche in einem Konzern zwischen Kulturwandel und Dieselskandal.

Mit Agenturmaterial.

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