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Dieselskandal Drei weitere Ex-Vorstände von Audi sollen vor Gericht

In knapp zwei Monaten soll der Prozess gegen Ex-Chef Rupert Stadler starten. Nun hat die Staatsanwaltschaft eine weitere Anklage gegen Audi-Manager auf den Weg gebracht.
05.08.2020 - 15:58 Uhr Kommentieren
Auch die Entwickler hinter Ex-Audi-Chef Rupert Stadler könnten auf der Anklagebank landen. Quelle: AP
Ex-Audi-Chef Rupert Stadler

Auch die Entwickler hinter Ex-Audi-Chef Rupert Stadler könnten auf der Anklagebank landen.

(Foto: AP)

Düsseldorf Die Staatsanwaltschaft München II hat wegen des Dieselskandals bei Audi Anklage gegen vier weitere Ex-Manager des Autobauers erhoben. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen von Beteiligten. Die Anklage richtet sich gegen drei Ex-Vorstände und den langjährigen Dieselmotorenchef. Beschuldigt sind die einstigen Entwicklungsvorstände Ulrich Hackenberg und Stefan Knirsch, der ehemalige Einkaufsvorstand Bernd Martens sowie der inzwischen pensionierte Entwickler Richard Bauder.

Die Staatsanwaltschaft wollte dies unterdessen nicht bestätigen, die Anwälte der Manager reagierten auf Nachfragen bisher nicht. In der Vergangenheit wiesen die Beschuldigten die Vorwürfe stets zurück.

Die Ermittler werfen den Managern Betrug, mittelbare Falschbeurkundung und strafbare Werbung vor – wie bereits einem anderen Quartett um Ex-Vorstandschef Rupert Stadler, das sich ab Ende September vor Gericht verantworten muss.

Schon 2008 soll bei Audi die Entscheidung gefallen sein, Motoren für den US-Markt mit unzulässigen Abschalteinrichtungen auszustatten. Diese sorgten dafür, dass bei Tests auf dem Prüfstand Grenzwerte eingehalten wurden, auf der Straße aber nicht.

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    Vor allem Bauder soll früh über die Manipulationen informiert gewesen sein und diese bewusst oder billigend in Kauf genommen haben. Der Entwickler, seit 2012 im Ruhestand, stand mehr als vier Jahrzehnte im Dienst des Ingolstädter Autobauers und leitete von 1993 bis 2012 dessen Dieselmotorenentwicklung.

    Intern und auch bei der Konkurrenz nannte man ihn ehrfürchtig „Dieselpapst“. Unter Motorenkennern gilt Bauder als einer der Väter des Diesel-Direkteinspritzers TDI, einem Meilenstein in der Erfolgsgeschichte von Audi.

    Das Wissen über die Manipulationen soll spätestens 2013 dann auch die Vorstandsebene erreicht haben. So gehen die Staatsanwälte davon aus, dass der damalige Entwicklungsvorstand Hackenberg den Betrug zu diesem Zeitpunkt hätte stoppen können. Trotzdem soll er angeordnet haben, dass für die bereits verkauften Modelle kein Rückruf erfolgen soll, um sie den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend umzurüsten. Das sollte demnach nur bei den neuen Motoren geschehen.

    Der Manager selbst will indes erst bei Bekanntwerden des Dieselskandals 2015 von den Manipulationen erfahren haben. Hackenberg, genannt Hacki, war viele Jahre die rechte Hand des VW-Patriarchen Martin Winterkorn und wurde bei der Tochter Audi einst gar als Nachfolger von Rupert Stadler gehandelt.

    US-Behörden haben die Audi-Manager schon im Visier

    Auch Stefan Knirsch, Hackenbergs späterer Nachfolger als Entwicklungsvorstand, soll zu einer ähnlichen Zeit wie Hackenberg über den Betrug informiert gewesen sein, aber diesen nicht gestoppt haben.

    Knirsch war bereits 2017 von einem bereits angeklagten Ex-Audi-Motorenentwickler schwer belastet worden. Er legte der Staatsanwaltschaft München ein 28-seitiges Papier vor, aus dem hervorgeht, dass er Knirsch schon im Oktober 2013 über die unerlaubten Abschalteinrichtungen ausführlich informiert haben will.

    Für Bauder und Knirsch ist es bereits die zweite Anklage im Dieselskandal. Anfang 2019 hatten die US-Justizbehörden gegen sie und zwei weitere Manager bereits Anklage erhoben.

    Bernd Martens, den vierten im Bunde der Angeschuldigten, hatten die Staatsanwälte aus deren Kreis als letzten zum Beschuldigten gemacht. Ihm werfen die Ermittler laut Handelsblatt-Informationen zwar nicht vor, dass er vor Bekanntwerden des Dieselskandals 2015 von den Manipulationen wusste. Er soll anschließend aber nicht verhindert haben, dass weiter manipulierte Autos verkauft wurden.

    Neben den nun zwei bereits auf den Weg gebrachten Anklagen ermitteln die Münchner Staatsanwälte rund um den Dieselskandal bei Audi noch gegen knapp 20 weitere Beschuldigte.

    Mehr: Wenige Manager stürzten so tief wie der ehemalige Audi-Chef. Der tiefe Fall des Rupert Stadler.

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