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Dieselskandal Ex-VW-Chef Winterkorn will sich gegenüber Staatsanwaltschaft erklären

Erstmals belastet ein mitbeschuldigter, ehemaliger VW-Mitarbeiter im Dieselskandal seinen Ex-Chef. Der will gegenüber der Justiz Stellung beziehen.
Update: 08.02.2019 - 14:38 Uhr Kommentieren
Dieselskandal: Ex-VW-Manager belastet Martin Winterkorn Quelle: Reuters
Ehemaliger VW-Chef Winterkorn unter Druck

Ex-Mitarbeiter erheben schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Chef des VW-Konzerns Martin Winterkorn.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Ein hochrangiger VW-Manager hat in der Diesel-Affäre erstmals den früheren Konzernchef Martin Winterkorn öffentlich belastet. Im Gespräch mit dem Handelsblatt bestätigt der Mann, dass Winterkorn schon bei einem internen Meeting am 27. Juli 2015 vom Einsatz einer „illegalen Abschaltvorrichtung“ in den USA erfahren habe.

Das Handelsblatt zeigt seine verdeckte Aussage in einem digitalen Spezial.

Winterkorn hat bislang stets beteuert, erst kurz vor der Bekanntmachung des Betrugs am 18. September 2015 durch die US-Behörden von den Vorgängen in seinem Konzern erfahren zu haben. Vor dem Diesel-Untersuchungsausschuss sagte Winterkorn Anfang 2017: „Es ist nicht zu verstehen, warum ich nicht frühzeitig und eindeutig über die US-Probleme informiert worden bin.“ Den Begriff „Defeat Device“ habe er „sicher nicht vor September 2015“ gehört.

Doch nun will sich Winterkorn offenbar gegenüber der Staatsanwaltschaft erklären. Sein Anwalt Felix Dörr gab auf Nachfrage an: „Wir sind gegenwärtig damit befasst, gemeinsam mit unserem Mandanten eine Erklärung zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen für die Staatsanwaltschaft vorzubereiten.“ Im weiteren Verlauf des Verfahrens wolle Winterkorn, gegen den die Strafverfolger wegen Betrugs, unerlaubter Werbung sowie Marktmanipulation ermitteln, dabei auch „zu den Einzelheiten vortragen“, so der Strafverteidiger.

Winterkorns ehemaliger Mitarbeiter beschreibt im Handelsblatt-Gespräch, dass der damalige VW-Chef bei dem Meeting am 27. Juli 2015 im Konzern „sehr gefasst“ gewirkt habe. Er habe den Eindruck gehabt, sein Chef sei noch vor diesem Termin auf das Ausmaß der Manipulation und das drohende Unheil aus den USA vorbereitet worden, so der Mann. Als  die US-Behörden dann im September die Mitteilung über den Rechtsverstoß VWs öffentlich machten, habe regelrechte Panik im Konzern geherrscht.

Die US-Justiz hat inzwischen einen Haftbefehl gegen Winterkorn erlassen und Anklage gegen ihn erhoben, unter anderem wegen Verschwörung zur Täuschung der Behörden. In Deutschland ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen Winterkorn sowohl wegen des Verdachts auf Betrug und unerlaubter Werbung als auch wegen mutmaßlicher Marktmanipulation.

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