Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dieselskandal USA erlassen Haftbefehl gegen Winterkorn

Ex-VW-Chef Winterkorn ist in den USA wegen Verschwörung im Dieselskandal angeklagt worden. Jetzt wird er auch mit Haftbefehl gesucht.
Update: 04.05.2018 - 21:42 Uhr 2 Kommentare
Aus Sicht der US-Ermittler hat Winterkorn spätestens am 27. Juli 2015 von den Abgas-Tricksereien erfahren. Quelle: dpa
Martin Winterkorn

Aus Sicht der US-Ermittler hat Winterkorn spätestens am 27. Juli 2015 von den Abgas-Tricksereien erfahren.

(Foto: dpa)

Washington/DüsseldorfDie USA haben jetzt sogar Haftbefehl gegen den deutschen Automanager Martin Winterkorn erlassen. Das bestätigte eine Justizsprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: In der Abgasaffäre bei Volkswagen wird der frühere Vorstandschef Martin Winterkorn nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR von einem Beschäftigten des Autokonzerns schwer belastet. Ein VW-Jurist hat der Staatsanwaltschaft Braunschweig von einem Gespräch berichtet, das er am 27. Juli 2015 mit Winterkorn in dessen Büro in der Wolfsburg Konzernzentrale geführt habe.

Die beiden hätten sich demnach darüber unterhalten, dass in Diesel-Fahrzeugen von VW für den US-Markt eine betrügerische Software verbaut sei, die auf dem Prüfstand für geringe Schadstoffe sorge, im normalen Fahrbetrieb aber nicht. Der Jurist will Winterkorn die Einschätzung von hauseigenen Technikern geschildert haben, wonach diese Software ein verbotenes „defeat device“ sei.

Mehr zur Anklage gegen Martin Winterkorn

Was Sie über die Anklage gegen Martin Winterkorn wissen müssen

Kommentar: Die deutsche Kuscheljustiz schont die Manager

Winterkorn-Anwälte „erstaunt“ über Anklage in den USA

Der Jurist, der damals den Rang eines Abteilungsleiters bei VW innehatte, gehört ebenso wie Winterkorn zu den zahlreichen Beschuldigten bei den Ermittlungen deutscher Behörden in der Abgasaffäre. Er will Winterkorn eindringlich den Rat gegeben haben, es nicht darauf anzulegen, von den US-Behörden überführt zu werden, sondern selbst die Initiative zur Aufklärung zu ergreifen.

Der Jurist berichtete den Ermittlern, er habe Winterkorn folgendes erklärt: Sollte Volkswagen die Sache nicht von sich aus voll aufklären, würden die Amerikaner irgendwann selbst dahinterkommen. Im Auftrag der kalifornischen Umweltbehörde Carb würden Experten herausarbeiten, was die Software könne. VW solle aus juristischer Sicht „definitiv“ nicht diesen Weg wählen.

Bei den internen Untersuchungen von Volkswagen soll der Jurist dieselben Angaben gemacht haben wie bei der Staatsanwaltschaft. Bei VW gibt es allerdings unterschiedliche Versionen von dem Gespräch am 27. Juli 2015.

Die Aussagen des Juristen gehen über das hinaus, was die amerikanische Justiz in dieser Woche in ihrer Anklage gegen Winterkorn veröffentlicht hat. Darin wird dem früheren VW-Chef die Beteiligung an einer kriminellen Verschwörung vorgeworfen, um Kunden und Behörden zu betrügen.

Aus Sicht der US-Ermittler hat Winterkorn spätestens am 27. Juli 2015 von den Abgas-Tricksereien erfahren. Und zwar bei einem Treffen mit Managern und Ingenieuren am sogenannten „Schadenstisch“ in Wolfsburg, an dem Problemfälle aller Art besprochen werden. Winterkorn habe den Betrug aber nicht unterbunden, sondern seine Mitarbeiter sogar angewiesen, die US-Behörden weiterhin in die Irre zu führen. Dies sei zunächst auch geschehen.

In der US-Anklage ist die Winterkorn schwer belastende Aussage des VW-Juristen nicht erwähnt. Der Konzernbeschäftigte hat seine Version des Termins bei Winterkorn bei einer zweitägigen Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft Braunschweig zu Protokoll gegeben.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • HB
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Dieselskandal - USA erlassen Haftbefehl gegen Winterkorn

2 Kommentare zu "Dieselskandal: USA erlassen Haftbefehl gegen Winterkorn"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ziemlich unglaublich, wie aus einem Beschuldigten gleich ein "Angeklagter" wird.

    An Aussagen erkennt man .....

  • Angeklagter plappert im Rundumschlag, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.
    Ziemlich unglaublich, daß aus so einer Aussage sogar eine Nachricht wird. Wahrscheinlich hat der besagte VW-Mitarbeiter auch mit Angela Merkel und dem Papst gesprochen; die stecken alle unter einer Decke.