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Dieselskandal VW will Ex-Audi-Chef Stadler nicht entlasten lassen

Der frühere Audi-Vorstandschef Rupert Stadler soll auf der VW-Hauptversammlung im Mai nicht entlastet werden. Der Konzern wartet die Ermittlungen ab.
11.04.2019 - 10:58 Uhr Kommentieren
Keine Entlastung für Ex-Audi-Chef auf dem VW-Aktionärstreffen Quelle: AP
Rupert Stadler

Der frühere Audi-Vorstandschef kann auf dem VW-Aktionärstreffen nicht mit der Entlastung rechnen.

(Foto: AP)

Düsseldorf Die Verhaftung des früheren Audi-Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler beschäftigt den Volkswagen-Konzern auch auf der bevorstehenden Hauptversammlung im Mai. Der 56-Jährige soll auf dem Aktionärstreffen im Unterschied zu den anderen Mitgliedern des Konzernvorstandes für 2018 nicht entlastet werden. Das geht aus der Einladung zum nächsten VW-Aktionärstreffen in Berlin hervor.

„Aufsichtsrat und Vorstand schlagen vor, die Entlastung des im Geschäftsjahr 2018 amtierenden Mitglieds des Vorstands Herrn Rupert Stadler wegen der noch andauernden Untersuchungen zur Dieselthematik für das Geschäftsjahr 2018 zu vertagen und allen übrigen im Geschäftsjahr 2018 amtierenden Mitgliedern des Vorstands für das Geschäftsjahr 2018 die Entlastung zu erteilen“, heißt es dazu wörtlich in der Einladung zum Aktionärstreffen.

Dass einem Vorstand die Entlastung verweigert wird, ist eine absolute Ausnahme für börsennotierte deutsche Unternehmen. In der Regel ist die Entlastung des Topmanagements eine Routineangelegenheit auf den Aktionärstreffen der Großkonzerne. Auf der VW-Hauptversammlung im Jahr 2016 hatte das Land Niedersachsen bereits dem früheren Konzernchef Martin Winterkorn und dem damaligen VW-Markenchef Herbert Diess die Entlastung wegen der möglichen Verwicklung in die Dieselaffäre verweigert und sich der Stimme enthalten.

Volkswagen reagiert bei Stadler auf die besondere Situation im Zusammenhang mit der Dieselaffäre. Indem dem früheren Audi-Vorstandsvorsitzenden die Entlastung zunächst verweigert wird, hält sich der Konzern mögliche Schadensersatzansprüche offen. Da Vorstand und Aufsichtsrat hinter diesem Antrag stehen, wird die Hauptversammlung im Mai mit großer Sicherheit gegen die Entlastung von Rupert Stadler votieren. Allein die Familien Porsche und Piëch besitzen mit 53 Prozent der Anteile die Stimmenmehrheit auf dem Aktionärstreffen.

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    Die strafrechtlichen Ermittlungen der Münchener Staatsanwaltschaft gegen den langjährigen Audi-Chef sind immer noch nicht abgeschlossen. Aus Justizkreisen verlautete zuletzt, dass Stadler wahrscheinlich noch in diesem Jahr mit einer Anklage wegen seiner angeblichen Verwicklung in die Dieselaffäre rechnen müsse.

    Rupert Stadler war im Juni vergangenen Jahres festgenommen worden und verbrachte mehrere Monate in Untersuchungshaft. Der VW-Konzern reagierte darauf und beendete im Oktober das Vertragsverhältnis mit Stadler. Der Automanager schied danach aus dem Unternehmen aus. Als Audi-Chef war Stadler auch zugleich Mitglied des Konzernvorstandes von Volkswagen.

    Die Münchener Staatsanwaltschaft hält Stadler und anderen Audi-Managern vor, dass sie eine schnelle Aufklärung des Dieselskandals nach der Aufdeckung Ende 2015 behindert hätten. Audi hatte anfangs erklärt, die Ingolstädter Premiumtochter sei nicht in die Affäre verwickelt, musste später aber doch Manipulationen zugeben.

    Auf dem VW-Aktionärstreffen stehen zudem Neuwahlen zum Aufsichtsrat des Konzerns an. Dabei wird es auch zu einer Besonderheit kommen: Normalerweise sollen bei Volkswagen Aufsichtsräte im Alter von 75 Jahren aus dem Kontrollgremium ausscheiden. Doch bei Hans Michel Piëch, inzwischen 77 Jahre alt, macht der Wolfsburger Autokonzern eine Ausnahme.

    Dritte Generation der Porsche-Piëch-Familie denkt noch nicht Rückzug

    Hans Michel Piëch verfüge „über besondere Erfahrungen und Kenntnisse auf den Geschäftsfeldern der Gesellschaft, die er nach Überzeugung des Aufsichtsrates auch zukünftig im Interesse und zum Wohl der Gesellschaft einbringen wird“, lautet dazu die Begründung in der Einladung zur Hauptversammlung.

    Zusammen mit seinem Vetter Wolfgang Porsche gehört Piëch zu den wichtigsten Familienvertretern im Volkswagen-Aufsichtsrat. Der Wiener Rechtsanwalt ist mittelbar auch der größte Einzelaktionär von VW. Nach dem Ausscheiden seines Bruders und langjährigen Konzern- und Aufsichtsratschefs Ferdinand ist der 77-Jährige jetzt der maßgebliche Sprecher der Piëch-Seite bei Volkswagen.

    Indem Hans Michel Piëch jetzt entgegen der internen Vorgaben noch einmal in den Aufsichtsrat gewählt werden soll, unterstreicht die dritte Generation der Porsche-Piëch-Familie, dass sie noch nicht an einen Rückzug aus dem Unternehmen denkt. Vertreter der jüngeren vierten Generation sind zwar schon in Volkswagen- und Konzerngremien vertreten, werden aber noch nicht an die entscheidenden Schalthebel gelassen.

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