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Digital Auto Report 2020 E-Mobilität wird sich vor allem in Europa und China durchsetzen – USA außen vor

Eine Untersuchung von Strategy& zeigt: Die E-Mobilität setzt sich in Europa und China durch. In den USA bleibt sie auch bis nach 2035 eine Nische.
12.10.2020 - 16:31 Uhr 5 Kommentare
Ein Mitarbeiter im Volvo-Car-Werk im belgischen Gent montiert ein Elektrofahrzeug. Quelle: dpa
Volvo-Produktion

Ein Mitarbeiter im Volvo-Car-Werk im belgischen Gent montiert ein Elektrofahrzeug.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Europa wird der Hotspot bei der Entwicklung der Elektromobilität sein. Wie in kaum einer anderen Region wird sich diese Antriebsvariante durchsetzen. Das zeigt eine Auswertung des jährlich erscheinenden „Digital Auto Report“ der zur Consulting-Gesellschaft PwC gehörenden Strategieberatung Strategy&.

Bis 2035 könnte der Marktanteil von E-Fahrzeugen von derzeit vier auf 67 Prozent steigen. Selbst der chinesische Automarkt werde der Studie zufolge keine so dynamische Entwicklung hinlegen. Hier werde der Anteil bei 55 Prozent liegen. Die USA wiederum würden komplett abgehängt: Bis 2035 werden dem Report zufolge lediglich 14 Prozent der Autos auf den US-Straßen einen rein elektrischen Antrieb besitzen.

„Die Elektrifizierung der Mobilität wird sich vor allem in Europa und China durchsetzen“, sagte PwC-Partner Felix Kuhnert von Strategy& in einer Pressekonferenz zur Vorstellung des Reports.

Der „Digital Auto Report“ wertet mit Umfragen in Deutschland, den USA und China die Mobilitätsnutzung der Menschen aus. Außerdem erstellen die Experten Prognosen für die Marktentwicklung zentraler Technologien in der Autoindustrie. Dazu gehören zum Beispiel das autonome Fahren, die Elektromobilität oder die Konnektivität.

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    Der diesjährige „Digital Auto Report“ ist besonders. Denn wegen der Coronakrise erlebt die Auto- und Mobilitätsindustrie eine Zäsur. Bestimmte Entwicklungen wie die Elektromobilität beschleunigen sich. Gleichzeitig gewinnt das eigene Auto an Bedeutung, während die Wette auf die neuen Mobilitätsformen nicht so aufgeht wie ursprünglich gedacht. Aus einer langjährigen Transformation könnte sich eine Disruption entwickeln.

    Corona wirft Mobilitätsdienste zurück

    Interessant ist vor diesem Hintergrund auch die Prognose für Wasserstoff-Autos. Die Brennstoffzelle wird derzeit oft als Heilsversprechen für die deutsche Autoindustrie dargestellt. Der Motorenaufbau ist komplexer, die Wertschöpfungstiefe ähnlich wie beim Verbrenner. Doch laut dem „Digital Auto Report“ wird die Brennstoffzelle über Jahrzehnte eine Nischentechnologie im Pkw-Bereich bleiben.

    Bis 2035 könnte der Anteil von Wasserstoff-Autos in Europa auf lediglich vier Prozent steigen. In den USA dürfte der Anteil sogar nur ein Prozent betragen, in China fünf Prozent. Mit solchen Marktanteilen lässt sich kein großes Geschäft aufziehen.

    Auch bei den Mobilitätsdiensten hat sich das Marktpotenzial verändert, vor allem in Deutschland. Auf die Frage, wie die Menschen nach Aufhebung aller Corona-Beschränkungen künftig zur Arbeit fahren werden, gaben 76 Prozent an, dass sie Fahrtdienste wie Uber seltener nutzen werden. Gleiches gilt für das Carsharing und Mikromobilitätsangebote. Auch der öffentliche Nahverkehr wird gemieden.

    Grafik

    Stattdessen gewinnen traditionelle Mobilitätsvarianten an Bedeutung. 33 Prozent der Befragten gaben an, öfter mit dem eigenen Fahrrad zur Arbeit fahren zu wollen. 32 Prozent werden mehr zu Fuß gehen, 31 Prozent mehr mit dem eigenen Auto anreisen. „Covid beschleunigt die Transformation der Autoindustrie, während der Shared-Mobility-Bereich um etwa zwei Jahre zurückgeworfen wurde“, sagt Strategy&-Partner Jörg Krings.

    Beim Thema autonomes Fahren wiederum ist mehr Realität eingekehrt, erklärt Studienautor Christoph Stürmer. „Das vollkommen autonome Auto bleibt eine Vision“, sagt der Experte. Stattdessen werde es eine schrittweise Durchdringung der Technologie des autonomen Fahrens über das gesamte kommende Jahrzehnt geben. Das liege zum einen an offenen rechtlichen Fragen, aber vor allem an der Tatsache, dass die technische Entwicklung komplexer ist als anfangs angenommen. „Die Validierung von Sensoren und Fahrtdaten ist noch immer sehr aufwendig“, sagt Stürmer.

    Autoindustrie ist auf Kooperationen angewiesen

    Statt vollautonomer Fahrzeuge auf der höchsten Automatisierungsstufe Level 5 gewinnen potente Assistenzsysteme des Levels 3 an Bedeutung, die bereits im kommenden Jahr verfügbar sein werden. Mit solchen Systemen sind Fahrzeuge in der Lage, weitestgehend selbstständig auf Autobahnen zu fahren. Der Vorteil für die Autohersteller: Sie können teure Sensorik wie zum Beispiel Lidar-Laser bereits jetzt in Fahrzeuge verbauen und monetarisieren.

    Dennoch stellt die Entwicklung des autonomen Fahrens und vernetzter Funktionen eine große Herausforderung für VW, Daimler, BMW sowie Bosch und Continental dar. „Autobauern und Zulieferern fehlen die Umsätze, um alle technischen Entwicklungen in der Branche allein zu besetzen. Sie sind auf Kooperationen angewiesen“, sagt Krings.

    Je nach Technologie bieten sich hier mal die traditionellen Autozulieferer und mal die Tech-Konzerne an, die im Bereich der Softwareentwicklung den Autokonzernen überlegen sind. „Bei einer Automotive-Softwareentwicklung wird die Kooperation der Autohersteller mit traditionellen Zulieferern eher die Ausnahme bleiben“, glaubt Krings. „Die Zulieferer werden stattdessen bei Sensorik und Software für Fahrerassistenzsysteme eine zentrale Rolle spielen.“

    Mehr: Eine BCG-Untersuchung zeigt, dass in E-Autos ähnlich viel Arbeitsaufwand wie in Verbrennern steckt.

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    Mehr zu: Digital Auto Report 2020 - E-Mobilität wird sich vor allem in Europa und China durchsetzen – USA außen vor
    5 Kommentare zu "Digital Auto Report 2020: E-Mobilität wird sich vor allem in Europa und China durchsetzen – USA außen vor"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Märchenstunde..........

    • Wie kommen eigentlich die 14% in Amerika zustande?
      Wurde davon ausgegangen das Trump die Wahl gewinnt oder geht man davon aus das Biden entweder E-Fuels massiv fördert oder er seine Klimaschutziele nicht einhalten kann?
      Denn ich kann mir schlecht vorstellen das 2035 noch 85% aller Autos Verbrenner sein können wenn man 2050 schon Klimaneutral werden möchte.

    • Der bayrische Dummschwätzer ist doch eh nur ein mediengeiler Möchtegern. Als Techniker ist mein nächstes Auto wieder ein Diesel. Ich wohne -gottseidank- auf dem Land und fahre auch jedes Jahr 2500 Kilometer in meine Wahlheimat. Nach meinen Erfahrungen mit meinem derzeitigen Hybrid -SUV eines japanischen Herstellers braucht mir keiner mehr was über diese Gurken und den Betrug der dahintersteht zu erzählen. 12,7 l/100km Benzin bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 120km/h auf französischen und spanischen Autobahnen. Alle 400-450 km an die Säule. Doch ich schaffe 7-8 ltr/100km hier im Umkreis, da hügeliges Gebiet. Immer schön Fuß vom Gas Berg runter etc. Problem ist nur, wenn ich so fahre sind manche Verkehrsteilnehmer böse mit mir, da sie der Meinung sind ich sei bescheuert und solle besser auf Schubkarre umsteigen.

    • "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen."
      Meinungen können sich schnell ändern, besonders wenn die Technik voranschreitet.

    • Und Söder faselt hier vom Ende der Brenner in D bis 35. Im Gegenteil muß die Deutsche Automobilindustrie technologieoffen forschen und produzieren sonst ist sie im Amerikanischen, Afrikanischen und Asiatischen Markt weg von Fenster. Söder hat sich mit seiner populistischen Einschätzung mächtig ins Knie geschossen.

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