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Digitaler Chemiekonzern Evonik engagiert Watson

Lange hat Evonik gezögert, nun schlägt der Chemieriese zu: 100 Millionen Euro will der Konzern in die Digitalisierung investieren. Evonik setzt dabei auf den Super-Computer von IBM – und eine ungewöhnliche Erlösquelle.
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Evonik setzt künftig auf den Supercomputer „Watson“ von IBM. Quelle: dpa
Evonik

Evonik setzt künftig auf den Supercomputer „Watson“ von IBM.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Chemieindustrie hat sich bei der Digitalisierung ihrer Geschäfte lange Zeit eher zurückhaltend gezeigt. Nun aber preschen die großen Anbieter mit Konzepten und Investitionen voran. Am Donnerstag kündigte der Essener Chemiekonzern an, in den kommenden drei Jahren 100 Millionen Euro in die Digitalisierung stecken zu wollen. Das Geld soll in neue Technologien und in die Qualifizierung der Belegschaft fließen.

Für beides hat sich der Essener Konzern Partner gesichert: Mit der Uni Duisburg-Essen kooperiert der Konzern bei der Digital-Schulung der Mitarbeiter. Die Technologie wiederum wird IBM bereitstellen. Im Zentrum steht dabei der von dem US-Konzern stark vermarktete Supercomputer Watson.

Der selbstlernende Rechner soll Firmen helfen, aus einer großen Menge von Daten die richtigen Schlüsse zu ziehen. Watson erkennt und verarbeitet Sprache, analysiert Videos und Texte. Versicherungen etwa setzen Watson ein, um die Flut an Beschwerden schneller bearbeiten zu können. BMW verwendet dieses sogenannte kognitive System für das autonome Fahren.

Die umsatzstärksten deutschen Chemiekonzerne
Platz 10
1 von 10

Lanxess

Umsatz 2015: 7,9 Milliarden Euro

Quelle: Verband der chemischen Industrie

Platz 9
2 von 10

Covestro AG

Umsatz 2015: 12,08 Milliarden Euro

Platz 8
3 von 10

Merck KgaA

Umsatz 2015: 12,85 Milliarden Euro

Platz 7
4 von 10

Evonik

Umsatz 2015: 13,51 Milliarden Euro

Platz 6
5 von 10

Boehringer Ingelheim

Umsatz 2015: 14,80 Milliarden Euro

Platz 5
6 von 10

Linde

Umsatz 2015: 17,94 Milliarden Euro

Platz 4
7 von 10

Henkel

Umsatz 2015: 18,09 Milliarden Euro

Evonik  verspricht sich von Watson bessere und schnellere Erkenntnisse über Kundenwünsche und Lieferbeziehungen. Zwar ist bereits heute in der Chemie die Steuerung von Anlagen und der Vertrieb hochautomatisiert.  „Doch wir wollen die dabei anfallenden, riesigen Datenmenge besser verstehen und nutzen“, erläutert Henrik Hahn, Chef der Evonik Digital GmbH. Das gilt auch für die Forschung, auf die Evonik großen Wert legt, und bei der IBM-Technik ebenfalls eingesetzt wird.

Die im Februar gegründete  Evonik Digital soll als Start-up digitale Anwendungen und Geschäftsideen  für den Konzern entwickeln. Mit rund 20 neuen Mitarbeitern hat sie sich unweit der Zentrale in der Essener Innenstadt in einer ehemaligen Bankfiliale eingerichtet.

Neben dem Watson-Einsatz schlägt Digitalchef Hahn einen in der Chemie ungewöhnlichen Weg ein: Er will einige Geschäfte näher an den Endverbraucher bringen und Evonik dafür zum Onlinehändler machen. Die Essener haben Nahrungsergänzungsmittel in ihrem Portfolio, die sie über E-Commerce-Plattformen wie Amazon oder Alibaba in China verkaufen könnten. Ein Beispiel sind Mittel aus Blaubeer-Extrakten, die Evonik unter der Marke Healthberry anbietet und die das Herz-Kreislaufsystem unterstützen sollen.

Chemiefirmen sind traditionell stark an Firmenkunden gebunden, die ihre Chemikalien und Kunststoffe zu Konsumgüterprodukten weiterverarbeiten. Mit den Verbrauchern kommen die Chemiehersteller kaum in Kontakt. Evonik verspricht sich vom eigenen Onlinehandel nicht nur Umsatz, sondern  Wissen über Märkte, Trends und Verkaufsprozesse. Das soll dann ins Geschäft mit den Firmenkunden einfließen.

Auf neue Erkenntnisse durch die Datenanalyse setzt auch der Evonik-Konkurrent BASF. Der weltgrößte Chemiekonzern kündigte vergangene Woche an, im Sommer den geplanten Supercomputer namens „Quriosity“ am Konzernsitz in Ludwigshafen zu starten. Der von Hewlett-Packard gebaute Rechner soll der leistungsfähigste in der Chemiebranche werden. BASF will „Quriosity“ vor allem in der Forschung und Entwicklung einsetzen. „Wir sitzen auf einer Goldmine an Daten und wissen nicht, wie viel darin steckt“, sagt der stellvertretende BASF-Vorstandschef Martin Brudermöller.

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