Diversität: Deutsche Unternehmen fürchten weltweiten Feldzug gegen Vielfalt
Düsseldorf, San Francisco. In der deutschen Wirtschaft wächst die Sorge über den Anti-Diversity-Kurs der US-Regierung. US-Präsident Donald Trump geht seit Amtsantritt gezielt gegen Initiativen vor, mit denen US-Unternehmen mehr Gleichberechtigung und Vielfalt in ihren Führungsetagen schaffen wollen. Jetzt fürchten auch deutsche Firmen mit starkem US-Geschäft, zum Ziel der Kampagnen und Gesetze zu werden.
„Die Verunsicherung und Sorgen in den US-Tochtergesellschaften sind groß“, heißt es in Führungskreisen eines großen Dax-Konzerns. In der Öffentlichkeit wollen die Unternehmen über das Thema nicht reden – aus Furcht vor Reaktionen aus der US-Politik. „Keiner will zur Zielscheibe werden.“
Doch prüfen die Konzerne intensiv die Auswirkungen der neuen Verordnungen auf ihr Geschäft. Es drohen Klagen. Gerade Unternehmen mit enger Beziehung zu US-Behörden fürchten auch ums Geld – also wegen geschäftlicher Konsequenzen etwa bei der Vergabe von Staatsaufträgen.
So rechnen mehrere vom Handelsblatt befragte deutsche Unternehmen damit, dass die US-Regierung nicht nur im Land selbst, sondern weltweit mithilfe von Software sogenannte DEI-Programme sucht und prüft – und die Ergebnisse als Druckmittel einsetzen könnte.