Dreamliner und Jumbo Hat Boeing an den Zahlen geschraubt?

Auf eine unbestätigte Meldung hin fällt die Boeing-Aktie um fast sieben Prozent: Ein interner Informant gab der US-Börsenaufsicht Hinweise, dass Boeing seine beiden Vorzeige-Jets 787 und 747-8 schöngerechnet haben soll.
Ein 787 Dreamliner in der Produktion bei Boeing in South Carolina (Archivfoto). Technische Probleme verzögerten die Markteinführung des Modells und trieben die Kosten in die Höhe. Quelle: Reuters
Boeing-Werkhalle

Ein 787 Dreamliner in der Produktion bei Boeing in South Carolina (Archivfoto). Technische Probleme verzögerten die Markteinführung des Modells und trieben die Kosten in die Höhe.

(Foto: Reuters)

New YorkIn der Branche ist es kein Geheimnis: Der Dreamliner 787 und der Jumbo-Jet 747-8 sind für Boeing ein Problem. Der Erstere war zu teuer in der Entwicklung, der Letztere verkauft sich nicht.

Daher schlägt die Nachricht des Finanzdienstes Bloomberg wie eine Bombe ein: Seit einem Jahr soll ein interner Informant der US-Börsenaufsicht SEC Geheimnisse über die Bilanztricks bei Boeing verraten haben. Bislang gibt es keine offizielle Anklage, selbst eine Untersuchung wollten weder Behörde noch Unternehmen bestätigen. Die Aktie gab dennoch um fast sieben Prozent nach – das entspricht einem Wertverlust von rund fünf Milliarden Dollar.

Das sind die teuersten Flugzeuge der Welt
Platz 10: Boeing 737-Max
1 von 10

Die 737 ist Boeings Verkaufsschlager. Besonders die spritsparende Max-Variante des Mittelstreckenjets findet reißenden Absatz. In der größten Version, 737-Max 9, ist das Flugzeug laut Liste für 113,3 Millionen Dollar zu haben. Die günstigste Version der Baureihe ist die 737-700, die 78,3 Millionen Dollar kostet.

Die Listenpreise der Hersteller bieten nur einen Rahmen. Mit den Endpreisen stimmen sie in der Regel nicht überein. Die Hersteller gewähren hier in der Regel deutliche Preisnachlässe.

Hinweis: Airbus-Preisliste für das Jahr 2015, Boeing für 2014.

Platz 9: Airbus A321neo
2 von 10

Spritsparen ist das Gebot der Branche. Was bei Boeing die Max-Variante, ist bei Airbus „Neo“. Auch das größte Modell der A320-Familie, die A321, wird in der Neo-Variante angeboten. Listenpreis: 124,4 Millionen Dollar. Hier im Bild die A320neo, sie kostet 106,2 Millionen Dollar. Die kleinere A318 bietet Airbus bereits für 74,3 Millionen Dollar an.

Platz 8: Boeing 767
3 von 10

191,5 Millionen Dollar muss berappen, wer sich eine 767 von Boeing in den Hangar stellen will. Die Goldenen Zeiten hat das Flugzeug allerdings hinter sich, es wird kaum noch bestellt.

Platz 7: Airbus A330neo
4 von 10

Der neue Airbus A330neo wurde erst im Sommer 2014 vorgestellt. In der größeren Version A330-900neo kostet der Flieger 284,6 Millionen Dollar. Die Maschine löst die A330-300 ab, die gut 30 Millionen Dollar günstiger war.

Platz 6: Boeing 787-Dreamliner
5 von 10

Boeings neue Großvariante des 787-Dreamliner ist gleich knapp 80 Millionen Dollar teurer als die 787-8. Mit einem Listenpreis von 297,5 Millionen Dollar ist das Flugzeug auch eins der teuersten der Welt. Ab 2018 soll es erstmals an eine Airline ausgeliefert werden.

Platz 5: Boeing 777-300
6 von 10

Die „Triple Seven“ ist ein gefragtes Modell. Das Flugzeug punktet mit seiner großen Reichweite. Der Preis beträgt laut Liste 330 Millionen Dollar. Bald ist die 777 auch als spritsparende Variante erhältlich.

Platz 4: Airbus A350
7 von 10

Wir nähern uns den Top drei: Erst seit Anfang 2015 ist der neue Airbus A350 im Dienst. Die große Version des Langstreckenjets A350-1000 (im Bild unten) ist für 351,9 Millionen Dollar zu haben. Die A350-900 (oben) kostet laut Liste 304,8 Millionen. Insgesamt hat Airbus die durchschnittlichen Listenpreise seiner Flugzeuge von 2014 auf 2015 um 3,27 Prozent erhöht.

Dem Bericht zufolge hat Boeing beim „Program Accounting“ gepfuscht. Das ist eine besondere Buchhaltungsregelung für Flugzeughersteller: Die Investitionen liegen für einen neuen Jet am Anfang sehr hoch, Boeing und Co. können sie daher über die gesamte Laufzeit des „Programms“ verteilen. Und das kann dauern: Ein Jet-Modell ist oft mehrere Jahrzehnte im Einsatz.

Laut Bloomberg hat Boeing dabei die Zahlen für 787 und 747-8 bewusst optimistisch gefärbt, de facto also Verluste versteckt. JPMorgan Chase-Analyst Seth Seifman hält eine SEC-Untersuchung in einem Bericht für „möglicherweise signifikant und [sie] erhält jetzt unsere ganze Aufmerksamkeit“.

Problemflugzeuge Dreamliner und Riesenjumbo
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%