Drei Euro Dividende Siemens will sechs Milliarden Euro sparen

Siemens-Chef Peter Löscher läutet die schärfste Sparrunde seiner Amtszeit ein. Der Gewinn im Ende September geendete Geschäftsjahr war um 30 Prozent geschrumpft. Der Umsatz werde 2013 wohl stagnieren.
Update: 08.11.2012 - 14:09 Uhr 8 Kommentare

Wie will Siemens 6 Milliarden einsparen?

MünchenSiemens will mit einem einschneidenden Sparprogramm inmitten der Wirtschaftskrise seine Gewinnspannen erhöhen. In den kommenden zwei Jahren will Vorstandschef Peter Löscher sechs Milliarden Euro an Kosten reduzieren, kündigte er am Donnerstag in Berlin an. Dazu will er unprofitable Geschäftsfelder abstoßen, Standorte zusammenlegen und auch Stellen streichen. Den Umfang des Jobabbaus ließ Siemens offen. Es gehe vor allem um die Konzentration auf das Kerngeschäft von Siemens, also im wesentlichen auf Energie- und Infrastrukturtechnik, Industrieausrüstung und Medizintechnik. Die operative Rendite soll auf mindestens zwölf Prozent von zuletzt 9,5 Prozent steigen. „Das ist operativ durch die Kraft des Geschäfts machbar“, sagte Finanzchef Joe Kaeser.

Siemens hadert fünf Jahre nach Löschers Amtsantritt noch immer mit den Fehlern der Vergangenheit. Verpatzte Projekte kosten den Konzern Jahr für Jahr hunderte Millionen Euro. Im abgelaufenen Geschäftsjahr versenkte der Konzern allein 600 Millionen Euro mit dem missratenen Anschluss von Windparks in der Nordsee und weitere 200 Millionen Euro beim seit Jahren verzögerten Bau eines finnischen Atomreaktors. Finanzchef Kaeser regte sich über das Projektmanagement seiner Mitarbeiter auf. „Das muss besser werden“, forderte Kaeser, der sich zum Zeichen des Neuaufbruchs seinen markanten Schnauzbart abrasiert hat. Insgesamt beliefen sich die Sonderlasten auf 1,2 Milliarden Euro, es blieben 5,2 Milliarden Euro Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft stehen - fast ein Drittel weniger als im Vorjahr. „Wenn alles gut gelaufen wäre, wäre das ein hervorragendes Jahr gewesen“, klagte Kaeser.

Dennoch will die Siemens-Spitze nicht mit der Rasenmähermethode Personal abbauen. „Wer als Manager mit dem Abbau von Stellen prahlt, der muss sich vorher fragen, warum er keine Arbeit dafür schafft“, sagte der Finanzchef. Alle Geschäftsfelder würden daraufhin abgeklopft, ob sie aus konjunkturell Gründen schlecht dastünden - oder grundsätzlich. Je nachdem stünden Kurzarbeit, Stellenabbau oder der Verkauf ins Haus. Bis 2014 werde der neuerliche Konzernumbau 1,5 Milliarden Euro kosten.

Siemens war mit seiner Wachstumsoffensive gescheitert und vom Umschlagen der Wirtschaftslage erwischt worden. Ohne den erhofften Effekt wurden in den vergangenen Jahren acht Milliarden Euro für Forschung ausgegeben, Konkurrenten wie ABB oder GE wachsen auch dank gelungener Übernahmen deutlich schneller. Dass Siemens den Anschluss verloren hat, ärgert Löscher sichtlich: „Mittelfeld ist für Siemens nicht genug“, grantelte der Österreicher in Berlin.

Analysten halten Sparprogramm für ausgewogen
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8 Kommentare zu "Drei Euro Dividende: Siemens will sechs Milliarden Euro sparen"

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  • Was nützt die soziale Funktion, wenn dem Konkurrenten nebenan diese egal ist? Mit sozialen Wohltaten lässt es sich alleine schlecht überleben. Das sollte doch aus der Politik bekannt sein.

  • Siemens lebt schon lange nur mehr hauüptsächlich durch seine politischen Beziehungen. Das ganze obere Managment ist mit Ex-Politikern aller Farben durchtränkt! Damit werden Subventionen und öffentliche Aufträge gesichert!

    Siemens ist nunmehr bereits zum zweiten Mal aus der Solarenergie ausgestiegen!
    Löscher selbst, lebt wie seine Vorgänger, nur mehr von der Altsubstanz der Firma, also durch Zu- und Verkäufe von Firmenteilen.
    Das Siemens Managment besteht aus Skrupellosen Ex-Politikern die beinhart Existenzne zerstören, um Ihre eigene Unfähigkeit zu vertuschen. Warum kann ein Großkonzern nicht einfach eine Zeitlang einen Teilbereich durchfüttern, der zuvor ja Gewinne erbracht hatte ? Wo bleibt die sogenannte soziale Funktion der Großkonzerne!

  • Die heutigen Manager sind zumeist Leute ohne Gewissen die skrupellos Leute entlassen und damit Existenzen zerstören. Von der Domäne selbst haben die sowieso keine Ahnung!

  • Witzig: die eigene Softwaresparte wird bei SIEMENS seit Jahren ausgehungert, aber es wird fleißig dazugekauft ?!

    Alleine in Österreich wurden in den letzten 5 Jahren 4000 Software-Entwickler in den A... getreten!

  • Die Belastungen bei der Anbindung der Nordsee-Windparks stiegen um weitere 67 Millionen auf knapp 600 Millionen Euro. Die bereits zum Verkauf stehende Solarsparte kostet zudem Siemens 250 Millionen.
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    Was soll man dazu sagen ?
    Die Unternehmen die in EE investieren, sind zuverlässige Insolvenz Kandidaten .
    Ich biete meine Siemens -Aktien zum Kauf an !!!

  • Siemens hat , nachdem man aus der Kerntechnik ausgestiegen ist , selber sein Grab geschaufelt !
    Waschmaschinen und Staubsauger baut jeder und nicht viel schlechter , das was Siemens den ruf für deutsche Wertarbeit eingebracht hat ,ist im Supermarkt nicht zu finden .
    Deutschland ist ein sehr Kleines Land , Siemens ist ein Global Player , warum bietet man nicht weiter den bau von nicht konventionellen Kraftwerken an ?
    Das war aus Unternehmens politischer Sicht ein grober Fehler den mann so schnell wie möglich wieder korrigieren sollte !!!

  • Für wen arbeitet die Wirtschaft

    In unserem System arbeiten rechtlose Sklaven für ein paar
    Superreiche. Der noch exestierende Mittelstand lacht über
    meine Meinung, aber den Arbeitern und Angestellten wird
    bald das Lachen im Hals stecken bleiben. Die sogenannte
    Staatsschuldenkrise und Wirtschaftskrise sind Leuchtfeuer
    des wieder erstarkten Feudalismus.
    Die Friedensdividende und die dritte industrielle Revolution
    landeten in den Taschen weniger. Seit 1989 wurden alle
    sozialen Errungenschaften mehr oder weniger geschleift.
    Es ist an der Zeit Merkel und Steinbrück in die Wüste zu
    schicken und zumindest die Steuergesetzgebung Helmut
    Kohls wieder einzuführen.
    Wird Michel seine Wahlentscheidung nicht überdenken
    folgt logischer Weise der faschistische totalitäre
    Horrorstaat , die abartigste Form des Kapitalismus.
    In einer Demokratie sind die Orgien der Berreicherung
    nicht vorstellbar.

  • Man soll ja nicht persönlich werden, aber was bewirkt
    Herr Löscher eigentlich, außer dass Er ein "Schweinegeld"
    kostet. Keine Ideen, Inovationen = NULL, Nachhaltigkeit =
    Null, Qualität= Mangenhaft, die alten Handlungsweisen = Sharholder Value, abkassieren, Arbeitsplatzabbau, das kann jeder kleine Betriebswirt.

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