Drivy übernimmt Autonetzer Französische Offensive bei Carsharing

Drivy übernimmt den deutschen Konkurrenten Autonetzer. Nach Blablacar startet damit das zweite französische Start-up in Deutschland durch - und steigt innerhalb weniger Monate zum Marktführer auf.
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Drivy schluckt den deutschen Konkurrenten Autonetzer und will damit Marktführer in der privaten Autovermietung werden. Quelle: Pressefoto
Neue Allianz am Automarkt

Drivy schluckt den deutschen Konkurrenten Autonetzer und will damit Marktführer in der privaten Autovermietung werden.

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DüsseldorfGerade einmal sechs Monate ist Drivy nun auf dem deutschen Markt, da wagt das französische Start-up Drivy den großen Wurf. Mit der Übernahme des direkten deutschen Konkurrenten Autonetzer steigen sie zum Marktführer für privates Carsharing auf. In Deutschland vermietet Drivy ab dem 10. Juni rund 11.000 Autos und kommt nach eigenen Angaben auf 100.000 Nutzer. Autonetzer wird dann komplett auf Drivy umgestellt. „Jetzt rollen wir den Markt für Autovermietungen neu auf“, verspricht der Drivy-Chef in Deutschland Gero Graf.

Die Geschäftsidee bleibt: Drivy will eine Plattform sein, auf der Autobesitzer ihre privaten Fahrzeuge vermieten können. Damit visieren die Franzosen eine Zielgruppe an, die bisher noch auf die klassischen Autovermietern wie Sixt und Europcar setzt. Drivy will das Segment aufmischen, so wie es Airbnb im Hotelsektor gelungen ist. Global gesehen ist der Markt zwar noch relativ klein, doch die Potentiale sind groß - jedenfalls für denjenigen, der sich als führender Anbieter positionieren kann.

„Wir sind in Deutschland schneller gewachsen als wir erwartet hatten“, sagt Drivy-Gründer Paulin Dementhon im Interview mit dem Handelsblatt. Größe spielt in der Welt der Mobilitätsplattformen eine wichtige Rolle. Nur wer viele Autos in der Kartei vorweisen kann, hat auch ein attraktives Angebot. Bis 2016 will Drivy die Zahl der deutschen Kunden auf 200.000 verdoppeln. An jeder Straßenecke soll dann ein Auto über Drivy verfügbar sein. Das wäre ein deutlicher Sprung.

Überzeugen soll dabei auch der Versicherungspartner der Franzosen: die deutsche Allianz-Versicherung. „Das gibt uns endlich auch die Möglichkeit, ein internationales Wachstum in Angriff zu nehmen“, sagt Autonetzer-Gründer Sebastian Ballweg. Denn auch international verfolgen die Franzosen große Pläne, verrät Dementhon im Interview mit dem Handelsblatt. Im Juli soll das Angebot in Spanien starten, im Jahresverlauf soll ein weiteres europäisches Land folgen. Wie teuer die Übernahme in Deutschland war, dazu schweigen beide Seiten.

Die größten Carsharing-Anbieter
Flinkster (Bahn)
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Flinkster ist der Riese unter den deutschen Carsharing-Anbietern. Mit rund 300.000 registrierten Kunden und 3.300 Fahrzeugen in insgesamt 200 Städten ist zumindest die Größe bislang konkurrenzlos. Die Bahn setzt auf ein Kombi-Konzept aus Stationen und Parkraum rund um alle wichtigen Bahnhöfe. Die Anmeldegebühr ist mit 50 Euro zwar recht happig, aber eine monatliche Grundgebühr gibt es nicht - und für Bahncard-Kunden ist die Anmeldung kostenlos.

Car2Go (Daimler)
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Seit 2008 mischt auch Daimler kräftig beim Carsharing mit. Car2go ist mittlerweile international in 29 Standorten verfügbar. Insgesamt werden rund 13.000 Fahrzeuge vermietet, der Dienst kommt auf eine Million Nutzer. Die Flotte besteht überwiegend aus Smarts, von denen einige rein elektrisch angetrieben werden. Via Smartphone oder Internet können Car2Go-Nutzer sehen, wo das nächstgelegene Fahrzeug steht. Auch ist es möglich, mit zuvor erworbenen Codes ein Auto auf der Straße zu aktivieren.

DriveNow (BMW)
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Auch BMW ist beim Carsharing führend. Mit rund 390.000 Mitglieder in München, Berlin, Düsseldorf, Köln, Hamburg, Wien und London sowie in den USA in San Francisco, gehört DriveNow zu den Großen der Branche. Via Smartphone und Internet findet man den nächstgelegenen Mini, 1er BMW oder X1, die Buchung ist auch via Telefon oder Code möglich. Auch das Cabrio kommt im Sommer auf diesen höheren Preis.

Quicar (VW)
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Beim Autoriesen Volkswagen wird Carsharing dagegen sehr stiefmütterlich betrieben. Ausschließlich in Hannover stellt Volkswagen seinen Quicar-Kunden an 50 festen Ausleihe- und Rückgabeorten 200 Golf Blue Motion zur Verfügung, aber auch andere Klassen sind im Angebot. Rund 4.000 Gelegenheitsfahrer haben sich bislang angemeldet. Im Servicebereich bietet VW die Buchung via Website, Telefon oder Smartphone-App.

GreenWheels
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Mittlerweile hat sich VW auch am holländischen Marktführer Greenwheels beteiligt. In Deutschland ist das stationsbasierte Carsharing-Angebot der Holländer aber noch vergleichsweise klein.

Ford Carsharing
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Seit dem zweiten Quartal 2013 sind auch die Kölner mit einem eigenen Carsharing unterwegs. Die Unterschiede zur Konkurrenz: Das Angebot besteht bundesweit und die Händler spielen die Hauptrolle. Im Verlauf des Jahres soll das Carsharing-Angebot sukzessive und flächendeckend ausgerollt werden. In Kooperation mit Flinkster sollen die Fahrzeuge dann stationsgebunden angemietet werden können.

Flinc
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Auch das Angebot von Flinc funktioniert nach dem sogenannten Ridesharing. Smartphone und Navigationsgerät bringen Fahrer und Mitfahrer in ganz Deutschland zusammen. Zudem kooperiert das Unternehmen mit DriveNow von BMW. Mehr als 650.000 Fahrten und Mitfahrten laufen jeden Monat über die Plattform.

Geld für das Wachstum von Drivy kommt von den bekannten Fonds Index Ventures und Alven Capital, die auch schon Start-ups wie Skype und last.fm groß gemacht haben. Für die europäische Expansion sind nach Angaben von Dementhon rund 16 Millionen Euro in der Kriegskasse. In Frankreich hat Drivy nach eigenen Angaben bereits 27.000 Autos in der Kartei und fast eine halbe Million Nutzer.

Drivy ist damit bereits das zweite französische Start-up, dass den deutschen Markt für alternative Mobilität aufmischt. Vor wenigen Monaten hatte der französische Marktführer Blablacar die Daimler-Tochter Carpooling geschluckt, zu der auch die erfolgreiche Seite mitfahrgelegenheit.de gehört.

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