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Drogen-Epidemie in den USA Kalter Entzug für die Pharma-Riesen

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Skrupellose Manager, korrupte Ärzte

Die Pharma-Hersteller hätten die Ärzte glauben lassen, „dass Opioide nicht süchtig machen, dass Sucht einfach zu überstehen ist oder das Sucht sogar behandelt werden kann, indem man mehr Opioide nimmt“. De Wine ist überzeugt, dass die Unternehmen wussten, dass sie die Unwahrheit sagten „und sie haben es getan, um den Umsatz zu steigern“, sagt er

Gegen PurduePharma, den Produzenten des potenten Schmerzmittel OxyContin, ermittelt seit Mittwoch auch die Bundesstaatsanwaltschaft. Mehr als 40 Staaten haben sich zudem in einer Untersuchung zusammengetan, um herauszufinden, wer in dem Netz von Pharma, Ärzten und Versicherern schuld ist an der jüngsten Opioide-Epidemie in den USA.

„Seit 1999 haben sich die Rezepte für verschreibungspflichtige Schmerzmittel mit Opioden verdreifacht. Einige Gegenden haben mehr Rezepte als Einwohner. Das kann nicht sein !“, findet der New Yorker General-Staatsanwalt Eric Schneidermann, der die Untersuchung koordiniert.  

Auch bekannte Juristen aus den Zeiten der Tabak-Klagen melden sich zu Wort. Einer davon ist Mike Moore. Der heute pensionierte 65-Jährige Staatsanwalt hat einst die Tabak-Industrie in die Knie gezwungen. Mit seinen Klagen gegen Big Tobacco erreichte Moore 1998 eine 246 Milliarden Dollar schwere Einigung gegen die Zigarettenhersteller.

Bis heute ist das die höchste Summe, die Unternehmen je gezahlt haben. Sein Siegeszug brachte ihm sogar eine Hollywood-Rolle ein: In dem Film „The Insider“ mit Russel Crowe und Al Pacino über einen Whistleblower in der Tabak-Industrie spielte er sich selbst.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

(Foto: dpa)
Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

(Foto: ap)
Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

(Foto: Reuters)
Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

(Foto: AP)
Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

(Foto: dpa)
Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

(Foto: Reuters)
Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

(Foto: ap)

Diesmal nimmt es der pensionierte Staatsanwalt mit der Pharma-Industrie auf. Er unterstützt die Klagen gegen die Medikamente-Hersteller. Denn eins hat er gelernt in seiner Zeit als Staatsanwalt: „Klagen sind ein grobes Instrument. Das ist kein OP-Werkzeug“, räumt er in einem Interview mit „Business Week“ ein. „Aber sie erzeugen schneller Interesse als alles, was ich je gesehen habe“. Diesmal ist Moore auch auf einem persönlichen Kreuzzug: Sein Neffe – für den Moore eine Vaterfigur ist – ist ebenfalls abhängig von Schmerzmitteln.

Für Purdue Pharma ist es nicht das erste Mal, dass es sich wegen OxyContin verteidigen muss. 2007 haben sich das Unternehmen und drei Top-Manager aus Connecticut für schuldig erklärt, ihre Vertreter so trainiert zu haben, dass sie die Risiken von OxyContin gegenüber Ärzten herunterspielten. Eine Zahlung von 630 Millionen Dollar war das Ergebnis. Ins Gefängnis mussten die Manager zwar nicht. Aber sie leisteten Sozialarbeit in einer Entzugsklinik. Das Unternehmen teilte diese Woche mit, es werde mit den Staatsanwälten bei den neuen Ermittlungen zusammenarbeiten.

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