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Drohende Fahrverbote Diesel-Restwerte sind im freien Fall

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts verlieren Diesel-Autos weiter an Wert. Was das für Besitzer und Händler bedeutet.
39 Kommentare
Diesel-Urteil: Diesel-Fahrzeuge verlieren dramatisch an Wert Quelle: dpa
Ladenhüter Diesel

Die Standzeiten von Dieselfahrzeugen bei Gebrauchtwagenhändlern sind deutlich gestiegen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfFür die Besitzer der rund 15 Millionen Diesel-Pkw in Deutschland kam das Urteil wie ein Schock. Am Dienstag entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, dass Städte und Gemeinden selbstständig Diesel-Fahrverbote verhängen können.

Die Deutsche Umwelthilfe hatte zuvor die Städte Düsseldorf und Stuttgart verklagt, die sich trotz deutlich überschrittener Grenzwerte einem Fahrverbot verweigerten.

Nun müssen sie die Maßnahmen ernsthaft prüfen. Die Richter haben in ihrem Urteil dafür geworben, die Verbote schrittweise einzuführen – mit einem vorgeschlagenen Stichtag im September 2019 für alle betroffenen Modelle.

Nur wenige Tage später kündigen einige Städte konkrete Schritte an. So will beispielsweise Hamburg schon ab April besonders betroffene Straßenabschnitte für ältere Dieselautos sperren lassen. Die Schilder könnten „noch heute bestellt und binnen weniger Wochen aufgestellt“ werden, erklärte Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) am Donnerstag.

Deutsche Dieselbesitzer und Autohändler beobachten die Entwicklung mit Sorge. Denn mit jeder Stadt, die ein Fahrverbot erlässt, verlieren viele ältere Dieselmodelle weiter an Wert.

Verglichen mit Benzinern ist es für Händler schon jetzt deutlich schwieriger, ein Dieselfahrzeug zu verkaufen. So steht ein Benziner nach Berechnungen der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) derzeit im Schnitt 89 Tage beim Händler, bevor er verkauft wird. Bei Dieselfahrzeugen sind es 102 Tage – also rund 15 Prozent mehr.

Drohende Fahrverbote für Diesel-Autos – die wichtigsten Fragen und Antworten

„Für Millionen Autofahrer und einige Zehntausend Kfz-Händler ist das Urteil grundsätzlich unerfreulich“, erklärt Ansgar Klein, Geschäftsführender Vorstand beim Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK). „Allerdings sorgt es auch in vielen Punkten für Klarheit und beendet eine Phase der Verunsicherung.“

Die freien Kfz-Händler betonen, dass sich der Markt für gebrauchte Diesel-Autos schon seit Bekanntwerden des Abgasskandals im September 2015 „in Wellenbewegungen“ nach unten bewegt. „Insofern ist zu hoffen, dass die größten Wertverluste bereits eingetreten sind.“

Einen Wertverfall beim Diesel beobachten auch die Analysten des Online-Handelsportals Autoscout 24: Wechselte ein Fahrzeug mit Dieselantrieb im Oktober 2015 noch für durchschnittlich 20.710 Euro den Besitzer, waren es im Januar noch rund 19.800 Euro – immerhin rund vier Prozent weniger.

Sebastian Lorenz, Vizegeschäftsführer und Datenexperte bei Autoscout 24, geht davon aus, dass der negative Trend anhält. „Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts heißt zwar nicht, dass tatsächlich Fahrverbote kommen – den Druck auf die Preise für Diesel wird das Urteil aber erhöhen.“

Ähnlich beurteilt der Restwert-Spezialist Eurotax-Schwacke die Marktlage – das ist die Firma hinter der berühmten Schwacke-Liste, mit der sich Preise für Gebrauchtwagen ermitteln lassen. Zwischen August 2017 und Februar 2018 haben die Analysten des Konzerns einen Restwertverfall für Dieselfahrzeuge von im Schnitt 2,7 Prozent gemessen.

Besonders stark war der Verfall demnach bei SUVs und Geländewagen: Hier gaben die Preise für die entsprechenden Dieselmodelle zwischen August und Februar um mehr als fünf Prozent nach.

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39 Kommentare zu "Drohende Fahrverbote: Diesel-Restwerte sind im freien Fall"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • HalLo Frau Bollmohr

    ok, gut.
    Ihrer Position kann ich auch nachvollziehen.

    LG

  • @Herr chris schnitzler
    02.03.2018, 12:09 Uhr

    "Hallo Frau Bollmohr,

    es geht in diesem Artikel um Fahrverbote für Dieselkraftfahrzeuge und deren angestrebte Fahrverbote. Ist Ihnen das bewusst?"

    Ja.

  • Die Autoindustrie ist Verursacher der Misere!
    Die Autoindustrie muss als Verursacher die Folgen ihres Betruges zahlen!

    Was gibt es da zu lamentieren? Sobald die ersten Fahrverbote kommen (und sie werden kommen) werden Besitzer von Dieselfahrzeugen Recht mit ihren Klagen bekommen. Es gibt eine Möglichkeit der Umrüstung und um diese Umrüstung werden die betroffenen Autohersteller nicht herum kommen. Das entspricht absolut meinem Gerechtigkeitsgefühl.


  • Hallo Frau Bollmohr,

    es geht in diesem Artikel um Fahrverbote für Dieselkraftfahrzeuge und deren angestrebte Fahrverbote. Ist Ihnen das bewusst?

  • Zum besseren Verständnis meiner Kommentare von 11:52 und von 13:01 Uhr hier ein Ausschnitt aus dem Artikel rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/duesseldorf-so-viel-gehalt-verdienen-menschen-in-der-stadt-aid-1.7418315 samt des Kommentars dazu (vom 25.02.2018):

    „… dennoch klafft zwischen den Gutverdienern und denen, die kaum von einem Vollzeitjob in der teuren Großstadt leben können, eine immer größere Lücke.“

    Das geht nicht und muss sich - um des gesellschaftlichen Zusammenhalts - und des (nicht nur sozialen) Friedens - willen endlich ändern.

    Das gilt übrigens nicht nur für unser Land, sondern in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung auch überall sonst auf der Welt.

    Wer einen beträchtlichen Teil seiner Zeit in den Dienst der Gemeinschaft stellt (= Vollzeit arbeitet), muss von seiner Arbeit auch leben können. Und zwar, OHNE sich dann noch in seiner „freien“ Zeit zwecks „Aufstockung“ mit Behördenbürokratie und dem Ausfüllen endloser Formulare herumschlagen zu müssen. Wie auch immer man es anstellt, um dem Missstand „Armut trotz Arbeit“ abzuhelfen (darüber sollte sich jeder selbst ein paar Gedanken zu machen): Es gibt Lösungswege, und die müssen gefunden werden.

    In meinem eigenen (alles andere als „stromlinienförmigen“) Berufsleben habe ich jedenfalls die Erfahrung gemacht, dass gerade die sowohl vom „Spaßfaktor“ als auch vom nötigen Aufwand an „Arbeits“-Zeit her „angenehmsten“ Jobs auch die in finanzieller Hinsicht „einträglichsten“ waren, während ausgerechnet die „härtesten“ Jobs zugleich auch die am schlechtesten bezahlten waren.

    Da stimmt doch ganz gewaltig was nicht.

  • @Herr Peter Delli
    gebe Ihnen vollkommen recht: Wenn ich stundenlang auf der Autobahn oder in der Stadt im Stau stehe oder sonst massiv den Autogestank einatmen muss, geht es mir danach noch recht gut - im Vergleich zu - dem Gestank, der aus dem Nachbar Kamin kommt, wenn er mal wieder einheizt - nach 30 Sekunden höllische Kopfschmerzen. Da kann man im Winter nur nach Mitternacht lüften, wenn sich der Dreck verzogen hat! Das nervt uns richtig!

    Ich finde es ein Unding, wenn die EU einen Grenzwert von 40 etliche Jahre UNGEPRÜFT aufrecht erhält. Wo sind die Studien! Warum ist der amerikanische Grenzwert bei 103 - wo sind da die Studien????

  • Als Hausbrand wird der Brennstoff zur Verwendung in Kleinfeuerungen in Privathaushalten wie dem Herd, Kamin, Heizöfen, Zentralheizung u. ä. sowie dessen Verbrennung bezeichnet.

    Besonders üblich ist die Bezeichnung für Festbrennstoffe wie Brennholz (als Scheitholz oder Holzpellet) und Kohle (stückig oder als Brikett). Bei flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen ist die Bezeichnung als Hausbrand hingegen weniger gängig.

  • Hallo Herr Spiegel
    was meinen Sie mit Hausbrand? Ihren Heurigen selbstgebrannten?
    Wenn Sie sich erinnern hat es in Ostdeutschland vor der Wene gehörig gestunken jeden Tag und ich bin froh das mit den Kohleöfen der "DDR" mitsamt der stark umweltbelastenden Industrien in Leuna und Umgebung Schluss gemacht wurde und die Umweltstandards auf westdeutsches Niveau gehoben werden konnten. Dazu gehörte auch die sofortige Schliessung des AKW Greifswald mit schlampiger Verarbeitung und teilen russischer Herkunft-baugleich mit Tschernobyl- und wiederholten schweren Störfällen welche durch das Politbüro in Ostberlin gerne verschwiegen wurden- für den GAU hat es in Wahrheit nicht viel gefehlt.

  • Mal ganz abgesehen von den Diesel-Stinker, der Hausbrand ist wohl der eigentliche Verursacher von Staub u.s.w. in der Luft. Wenn man durch das Land fährt stinken und rauchen die Holz- und Kohleheizungen. Das ist eine echte Frechheit, denn im Grund kann es jeder wahrnehmen und zuordnen. Das ist aber erneuerbare Energie, wie diese Scharlatane sagen und die ist bekanntlich heilig.

  • Hallo Herr Peter Spiegel
    ja da stimme ich Ihnen vollstens zu! Frau Annette Bolmohr bringt selbst wenig an eigenen Vorschlägen zustande, kritisieren ist eben einfacher.
    Hallo Herr Koeh,
    Hamburg benötigt zukünftig drinegend geld allein schon für die Baukosten der Elbphilhamonie mit ihren gewaltigen monatllichen Fixkosten und bereits ersten Bauschäden!
    Herr Scholz sieht sich selbst trotz G2o Skandal schon als neuer Bundeskanzler?!
    Hallo Frau Bauer,
    ja die Dieseltoterklärung ist skandalös, den die Haushalte tragen mit Ölverbrennung ebenfalls zur schlechten Luft bei - hinzu kommen Reifenabrieb und Brems- und Kupplungsstäube von allen Kraftfahrzeugen, die meisten Emissionen kommen vom LKW.

    Der Diesel kann technisch mehrfach nachgerüstet werden und es gibt vom KIT in Karlsruhe bereits neue Schadstoffarme Kraftstoffe, die sich im Verbrenner emiissionsarm verbrennen lassen- das wäre Aufgabe der Politik diese Brennstoffe zu fördern-damit wären dann die von Atomstrom angetriebenen Fahrzeuge überflüssig , denn darauf wird es bei einer massenmotorisierung mit E fahrzeugen letztlich hinauslaufen- das begreifen weite Teile der Politiker und Bevölkerung noch nicht

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